Steirischer Bischof in "Kronenzeitung": "Schwere Verfehlungen entstellen das Antlitz der Kirche, sie hat aber zugleich millionenfach starke Lebenskeime in sich, weil sie kein bloß menschlicher Verein ist"
Graz, 03.04.2010 (KAP) Als "Fest gegen die Schwerkraft" hat der steirische Bischof Egon Kapellari das Osterfest bezeichnet. In einem Beitrag für die "Kronenzeitung" (Sonntag-Ausgabe) betont Kapellari, dass die Osterbotschaft Ausdruck der Hoffnung sei, "dass das Gute in der Welt und ihrer Geschichte immer wieder stärker sein wird als das millionenfache Böse". Die katholische Kirche sei derzeit jener "Schwerkraft, die einzelne Menschen und ihre Gemeinschaften so oft zu Boden drückt", besonders ausgesetzt. Kapellari: "Schwere Verfehlungen gegenüber jungen Menschen entstellen das Antlitz der Kirche. Dies darf nicht versteckt und klein geredet werden. Tiefe Traurigkeit, Scham, Reue und Umkehr sind angesagt." Die Kirche habe aber zugleich millionenfach starke Lebenskeime in sich, "weil sie kein bloß menschlicher Verein ist, sondern der mystische Leib Christi". Die Kirche sei in unzähligen Menschen, die ihr angehören, beseelt von der Kraft der Auferstehung Christi, so der Bischof: "Daher ist sie auch schön nicht nur durch ihre Kathedralen und durch ihre Liturgie, sondern mehr noch durch das Leben exemplarischer Christen - Frauen, Männer und besonders auch vieler Priester und Ordensleute." Ostern sei ein "Fest gegen die Schwerkraft", weil "die Auferstehung Christi ein Sieg über Sünde und Tod war". Christus wolle aber immer wieder auferstehen in den Herzen der Menschen, die an ihn glauben. Das geschehe freilich nur, "wenn Menschen sich seinem Feuer aussetzen, das zugleich wärmt, leuchtet aber auch Schmerzen verursacht, weil es läutert". Die katholische Kirche werde geläutert aus den jetzigen Schmerzen hervorgehen, zeigt sich Kapellari überzeugt. Viele Menschen würden sich gegenwärtig von der Kirche abwenden, aber auch nicht wenige außerhalb Stehende wünschten sich, "dass diese Kirche stabil ist inmitten einer ziemlich instabilen Gesellschaft", so Bischof Kapellari.






