Erzdiözese Wien bestätigt Missbrauchsverdacht gegen Schulbruder
Vorwürfe richten sich gegen Ordensverantwortlichen aus Strebersdorf - Erzdiözese "handelt konsequent" im Sinn der seit 2006 gültigen Richtlinien
Wien, 06.07.2010 (KAP) Die Erzdiözese Wien hat am Dienstag einen Verdachtsfall des sexuellen Missbrauchs bestätigt. Die Vorwürfe richten sich gegen einen Verantwortlichen der Schulbrüder. Wie Generalvikar Msgr. Franz Schuster mitteilte, hat der Betreffende bereits vor Wochen alle seine kirchlichen Funktionen bis zur Klärung der Vorwürfe ruhend gestellt.
Die Vorwürfe waren erstmals in den 1990er Jahren artikuliert worden, jedoch hatte das zuständige Gericht damals das Verfahren eingestellt. Seitens der Erzdiözese wurden aber über die Ombudsstelle für die Opfer sexuellen Missbrauchs weiterhin Nachforschungen angestellt. Nachdem sich Opfer auch bei der Unabhängigen Opferschutzanwältin Waltraud Klasnic gemeldet hatten und ernstzunehmende Vorwürfe vorbrachten, wurde seitens des Generalvikars im Einvernehmen mit dem zuständigen Ordensoberen nach den seit 2006 für Verdachtsfälle sexuellen Missbrauchs in der Erzdiözese Wien gültigen Regelungen gehandelt. Diese Regelungen entsprechen der jüngst von den österreichischen Bischöfen bei ihrer Sommervollversammlung beschlossenen "Rahmenordnung".
Auch in einem anderen Fall wurde "konsequent gehandelt", wie die Erzdiözese Wien am Dienstag mitteilte. Dabei ging es um einen Ordensmann aus dem Vikariat Unter dem Manhartsberg, der jetzt wegen sexueller Übergriffe auf zwei psychisch angeschlagene junge Frauen zu sechs Monaten Haft bedingt verurteilt worden ist. Die diözesane "Kommission gegen Missbrauch und Gewalt" hatte im Fall des Ordensmannes die sofortige Dienstfreistellung verfügt, als die Vorwürfe bekanntwurden.