Vatikanstadt, 03.04.2010 (KAP) Papst Benedikt XVI. hat in seiner Predigt der Osternacht zu einer tiefgreifenden Erneuerung aufgerufen. Unzucht und Unsittlichkeit seien "alte Kleider, mit denen man nicht vor Gott stehen kann". Vor Tausenden Gläubigen im Petersdom mahnte er dazu, gemäß dem Taufversprechen diese "Gewänder des Todes" abzulegen und der "Herrschaft der Sünde" zu widersagen. Die mehrstündige Osternachtsfeier, die der Papst gemeinsam mit rund 30 Kardinälen zelebrierte, ist der alljährliche religiöse Höhepunkt der Osterfeierlichkeiten im Vatikan. Benedikt XVI. verwies auf den frühchristlichen Taufritus der Absage an den Satan, die "Welt der Begierde" und die Lüge. "Es war ein Akt der Befreiung vom Diktat einer Lebensform, die sich als Genuss darbot und doch zur Zerstörung des Besten im Menschen drängte." Nach wie vor sei die Taufe "nicht eine etwas umständliche Aufnahme in einen neuen Verein; sie ist Tod und Auferstehung, Wiedergeburt ins neue Leben hinein", betonte der Papst. Was mit Ostern und der Taufe jedes Christen begonnen habe, sei "der Anfang eines Prozesses, der unser ganzes Leben umspannt und uns ewigkeitsfähig macht", so das Oberhaupt. Zugleich relativierte der Papst moderne Bemühungen, mit Hilfe der Medizin den Tod immer weiter hinauszuschieben. "Ein endloses Leben würde kein Paradies, sondern eher eine Verdammnis sein", sagte er. Durch die Taufe hingegen beginne "ein neues Leben, das im Glauben reift und durch den Tod des alten Lebens nicht aufgehoben, sondern erst vollends freigelegt wird". Christen seien "für immer geborgen in der Liebe dessen, dem alle Macht im Himmel und auf Erden gegeben ist", sagte Benedikt XVI. Am Sonntagmorgen wird Benedikt XVI. auf dem Petersplatz die Ostermesse feiern. Anschließend verkündet er seine Osterbotschaft. Diesen Anlass nutzt das Kirchenoberhaupt traditionell, um politische und gesellschaftliche Krisen weltweit anzusprechen. Zu dem Gottesdienst, der Ansprache und dem Segen "Urbi et orbi" (Der Stadt und dem Erdkreis) werden über 100.000 Menschen im Vatikan erwartet.






