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Die Spur des Heiligen Paulus führt weiter zu seiner Geburtsstadt, der rund 200 Kilometer entfernten Stadt Tarsus.
Ein rostiges Schild am Stadteingang weist darauf hin, dass hier heute genau 229.921 Einwohner leben - von den vielen Christen, die es hier bis 1922 gab, sind keine mehr da.
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Ein Plakat in der Altstadt von Tarsus weist auf das Paulusjahr hin |
Pauluskirche: Gottesdienste mit Eintrittsbillets
Ein für die Situation der Christen in der Türkei interessantes symbolisches Anschauungsobjekt stellt hingegen die offiziell als Museum geltende Pauluskirche von Tarsus dar. Nach den kemalistischen Enteignungen diente der schlichte Sandsteinbau aus dem 12. Jahrhundert zunächst als Munitionsdepot, später wurde er restauriert und ist heute offiziell Museum.
Als die Diskussion um eine Rückgabe des Gotteshauses an die Kirche begann, erklärte man zunächst, eine solche Maßnahme sei nicht notwendig, weil die Kirche ohnehin für Gottesdienst und Gebet frei zugänglich sei - freilich erst nach amtlicher Anmeldung und Lösung eines Eintrittsbillets. Mittlerweile ist jedoch Bewegung in die Diskussion gekommen - ein eigener Kirchenbau scheint in erreichbare Nähe zu rücken und für die Zeit des Paulus-Jahres hat man sich von Seiten der Behörden bereit erklärt, auf die Eintrittsbillets für Gottesdienste zu verzichten.
Große Geschichte
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Das Ortseingangsschild weiß es genau: 229.921 Einwohner leben in Tarsus |
Nach dem Ende des Ersten Weltkriegs war Tarsus - wie ganz Kilikien - bis Anfang 1922 von französischen Truppen besetzt. Als die französischen Truppen - einschließlich der "Legion d'Orient" - nach Syrien abzogen, flüchtete auch die christliche Bevölkerung. Im Verlauf der zwanziger Jahre wurden von den neuen kemalistischen Behörden auch in Tarsus alle armenischen Kirchen (einschließlich der Kathedrale) und kirchlichen Einrichtungen beschlagnahmt und zweckentfremdet.
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Bäckerei in der Altstadt von Tarsus |
Tarsus spielte in der Kirchengeschichte eine wichtige Rolle, unter anderem als Tagungsort verschiedener Synoden. Der vielleicht bedeutendste armenisch-apostolische Erzbischof von Tarsus war Nerses von Lambron (1153-1198). Er führte Unionsverhandlungen seiner Kirche sowohl mit dem Ökumenischen Patriarchen in Konstantinopel als auch mit dem Papst in Rom. Er war wesentlich daran beteiligt, dass Leon I. am 6. Jänner 1198 in der Kathedrale von Tarsus auf Geheiß von Papst Cölestin III. und des römischen Kaisers Heinrich VI. zum König gekrönt werden konnte.








