New York, 20.4.08 (KAP) Zum Abschluss seiner "apostolischen Reise" in die USA hat Papst Benedikt XVI. im New Yorker "Yankee Stadium" einen großen Gottesdienst gefeiert. Rund 60.000 Menschen waren bei der Messfeier anwesend. Sie waren schon Stunden zuvor in die Baseball-Arena gekommen und stimmten sich mit einem bunten Vorprogramm und einem "Concert of Hope" auf den Gottesdienst ein.
Bei seiner Ankunft wurde Benedikt XVI. vom New Yorker Erzbischof, Kardinal Edward Egan, begrüßt. Auch Bürgermeister Michael Bloomberg war anwesend. Die Menge im Stadion begleitete die Rundfahrt des Papstes im Papamobil mit Applaus und Jubel. Die Nachfrage nach Einlasskarten hatte die Zahl der Plätze in der Arena um ein Vielfaches überstiegen.
An der Messe nahmen Delegationen aus Boston, Louisville, New York und Philadelphia teil. Die Diözesen feiern in diesem Jahr ihr 200-jähriges Bestehen. Zugleich sollte der Gottesdienst an die Erhebung Baltimores zur Erzdiözese im Jahr 1808 erinnern. Konzelebranten der doppelsprachig - englisch/spanisch - gefeierten Messe waren Kardinal Egan und Kardinal-Staatssekretär Tarcisio Bertone.
"Glaube öffentlich bezeugen"
In seiner Predigt im Yankee-Stadium appellierte Benedikt XVI. an die Katholiken der USA, sich im politischen und gesellschaftlichen Leben zu engagieren. In den Vereinigten Staaten hätten Katholiken seit jeher nicht nur die Freiheit gefunden, ihren Glauben zu leben, sondern auch voll am zivilen Leben teilzunehmen. Benedikt XVI. rief die Gläubigen auf, "mit fester Entschlossenheit" ihre moralischen Überzeugungen in den öffentlichen Raum zu tragen.
Im "Land der Freiheit und der Möglichkeiten" habe die Kirche Menschen unterschiedlichster Herkunft im Glaubensbekenntnis vereint, sagte der Papst. Mit ihrer Bildungs-, Wohlfahrts- und Sozialarbeit habe sie bedeutende Beiträge für die Gesamtgesellschaft geleistet. Er erinnerte zugleich an die Einwanderer; diese hätten mit ihren Traditionen die Kirche der USA bereichert. Seine Predigt hielt er wie in Gottesdiensten zuvor auf Englisch und Spanisch.
Benedikt XVI. wandte sich gegen eine "falsche Trennung zwischen Glaube und politischem Leben". Nach der Lehre des Zweiten Vatikanischen Konzils (1962-65) gebe es auch in weltlichen Dingen keine menschliche Tätigkeit, die sich der Herrschaft Gottes entziehen lasse. Katholiken sollten in jedem gesellschaftlichen Bereich für das Wachsen des Reiches Gottes arbeiten und auch "angesichts von Widerstand und Widrigkeiten" den Mut nicht sinken lassen.
Wie schon in den Tagen zuvor warnte Benedikt XVI. seine Hörer vor "falschen Botschaften der Freiheit und des Glücks". Wahre Freiheit liege im Glaubensgehorsam gegenüber Gott. Zugleich nannte er diese Einstellung einen Stein des Anstoßes in einer Gesellschaft, die "der persönlichen Freiheit zu Recht einen hohen Wert einräumt".
Die Jugend lud der Papst ein, für Christus und seine Wahrheit einzutreten. "Das ist die Wahrheit, die uns frei macht", sagte Benedikt XVI. Sie allein garantiere "Respekt vor der unverlierbaren Würde und den Rechten jedes Mannes, jeder Frau und jedes Kindes in unserer Welt, einschließlich des schutzlosesten aller Menschenwesen, des ungeborenen Kindes im Mutterleib". Die Gläubigen antworteten darauf mit Applaus.
Messe in berühmtester Sportstätte der USA
Das "Yankee Stadium" ist die berühmteste Sportstätte der USA. Seit 1950 finden im "Yankee Stadium" auch religiöse Veranstaltungen statt. U.a. predigte hier Kardinal Francis Spellman im Jahr 1957. Die Päpste Paul VI. (1965) und Johannes Paul II. (1979) zelebrierten hier die Heilige Messe.
Das in der Bronx gelegene Stadion ist die Heimat des legendären Baseballteams "New York Yankees". Die Arena mit 57.545 Plätzen ist seit 1923 in Betrieb und war auch Austragungsort eines der berühmtesten Boxkämpfe der Geschichte: dem Duell des schwarzen Champions Joe Louis gegen Max Schmeling am 22. Juni 1938, bei dem Schmeling unterlag. 2006 begannen die "Yankees" auf dem Nachbargrundstück mit dem Neubau eines modernen, größeren Stadions. Das alte soll abgerissen werden und künftig als Parkplatz dienen.






