Donnerstag 23. März 2017
Flüchtlingshilfe

In der aktuellen Flüchtlingskrise ist auch die Kirche angefragt: Wir haben zusammengetragen, wie man konkret helfen kann und was die Kirche tut.

"Die katholische Kirche hat bei der Hilfe für Flüchtlinge deutlich zugelegt und die innerkirchliche Zusammenarbeit dabei zeigt erste Erfolge." Zu diesem Zwischenresümee kommt der Generalsekretär der Bischofskonferenz, Peter Schipka, der den seit zwei Monaten bestehenden innerkirchlichen Asylstab leitet. Eingebunden in das österreichweite Gremium sind neben der Caritas die Generalvikare und Finanzverantwortlichen der Diözesen sowie die Spitzen der männlichen und weiblichen Ordensgemeinschaften.

 

Auf Vorschlag dieser Gruppe und Beschluss der Bischofskonferenz gibt es seit einem Monat in jeder Diözese einen "Diözesankoordinator für Flüchtlingsquartiere". Seither habe die Suche nach geeigneten Unterkünften im kirchlichen Bereich eine "zusätzliche Dynamik" erhalten, sagte Schipka am Mittwoch gegenüber Kathpress.

 


Peter Schipka im Interview


 

Die Caritas habe innerhalb eines Jahres die von ihr betreuten Plätze für Asylwerber in der Grundversorgung von 2.700 im August 2014 auf jetzt rund 4.400 steigern können. Nach dem Sommer werde man laut Schipka "wohl bei rund 5.000 Plätzen im kirchlichen Bereich sein". Hinzu komme die mobile Betreuung von Flüchtlingsquartieren. Die Zahl der mobil betreuten Menschen sei seit August 2014 von 5.000 auf derzeit 10.370 gestiegen. "Diese Zahlen machen deutlich, dass die kirchliche Caritas die größte Hilfsorganisation in diesem Bereich ist", so Schipka.

 

 

Ziel des innerkirchlichen Asylstabes sei es, die Professionalität der Caritas mit der vorhandenen Hilfsbereitschaft der Gläubigen und den räumlichen Ressourcen in Pfarren, Diözesen und Orden so zu verbinden, damit möglichst vielen Asylwerbern in der Grundversorgung und danach bei der Integration geholfen wird. "Die Stärke der Kirche sind überschaubare Wohneinheiten mit einer guten Betreuung durch viel ehrenamtliches Engagement", so der Generalsekretär der Bischofskonferenz. Die vielen Menschen im kirchlichen Bereich, die Flüchtlinge bei Behördenwegen begleiten, Deutschkurse geben, sinnvolle Freizeitaktivitäten anbieten und einfach Zeit schenken, seien genauso wichtig wie passende Unterkünfte.

 

Fortschritte ortete der Bischofskonferenz-Generalsekretär auf politischer Ebene. Die rechtlichen Änderungen in einigen Bundesländern bei Gebäuden in der Nutzung für Flüchtlingsquartiere sowie von Flächen zum Aufbau von Containern würden es auch der Kirche leichter machen, entsprechendes anzubieten. Denn bis jetzt seien immer wieder kirchliche Quartiere aus rechtlichen Gründen als nicht geeignet abgelehnt worden, erklärte Schipka und verwies dazu auf entsprechende Berichte der Diözesankoordinatoren. Generell könne gesagt werden:

 

Wo die zuständigen Stellen in Bund, Ländern und Gemeinden mit der Kirche kooperieren und man mit allen Betroffenen und der Bevölkerung im Dialog sei, gibt es deutliche Fortschritte bei der konkreten Hilfe für Flüchtlinge.

 


 

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