Sonntag 28. Mai 2017

Fastenzeit

Mit dem Aschermittwoch beginnt für die meisten Christen in aller Welt (mit Ausnahme der Gläubigen der Ostkirchen) die vorösterliche Bußzeit, auch Fastenzeit genannt. In ihr bereitet sich die Christenheit auf Ostern vor, das Fest der Auferstehung Jesu Christi. Dabei sind die Gläubigen eingeladen, sich erneut auf die Grundlagen christlicher Existenz zu besinnen. Daher stehen Buße, Reinigung und Umkehr im Zentrum der Fastenzeit.

 

Den Beginn der Fastenzeit markiert das Aschenkreuz, das den Gläubigen am Aschermittwoch auf die Stirn gezeichnet wird. Bereits in alttestamentlicher Zeit (z.B. im Buch Jona oder im Buch Hiob) diente die Asche als Zeichen der Buße. Am Aschermittwoch legt es der Priester mit den Worten auf die Stirn: "Bedenke Mensch, dass du Staub bist und zu Staub zurückkehrst." Üblich ist dabei auch der Ausspruch: "Kehre um und glaube an das Evangelium" - ein Aufruf zur Wegkorrektur und zur Besinnung auf Christus als Zentrum des christlichen Glaubens.

 

Der Aschenritus stammt aus dem 11. Jahrhundert und damit aus jener Zeit, in der die Büßer öffentlich am Aschermittwoch aus der Kirche ausgeschlossen und als Zeichen der Buße mit Asche bestreut wurden. Erst am Gründonnerstag wurden sie feierlich wieder in die Gemeinschaft der Kirche aufgenommen.

 

Verzicht in unterschiedlicher Form

 

Fasten wird heute von Menschen auf unterschiedliche Weise praktiziert. Verzicht auf Fleisch oder Süßigkeiten, Nicht-Benützen des Autos oder tägliche Auseinandersetzung mit einer Bibelstelle zählen zu den häufigen Fastenpraktiken. Auch Tagesimpulse per SMS oder E-mail werden viel genutzt. Der Aschermittwoch ist neben dem Karfreitag der einzige Tag, der in der katholischen Kirche als strenger Fasttag gilt.

 

Die heute gebräuchliche Rede von der 40-tägigen Fastenzeit ist liturgisch nicht ganz korrekt, macht aber auf die hohe symbolische Bedeutung der Zahl 40 in der Bibel aufmerksam. So fastete der Prophet Elija 40 Tage in der Wüste, ehe er seiner Berufung folgte. Das Volk Israel wanderte nach dem Auszug aus Ägypten 40 Jahre durch die Wüste und durchlief damit eine Zeit der Läuterung. Moses war Gott auf dem Berg Sinai 40 Tage nahe. Die Stadt Ninive hatte 40 Tage, um ihre Sünden zu bereuen. Und auch Jesus nahm nach seiner Taufe im Jordan eine 40-tägige Gebets- und Fastenzeit in der Wüste auf sich.

 

Die letzte Woche vor Ostern ist die Karwoche, auch "Heilige Woche" genannt. Sie vergegenwärtigt den dramatischen Höhepunkt im Leben und Wirken Jesu. In ihr wird des Einzugs Jesu in Jerusalem (Palmsonntag), der Feier des Paschafestes mit den Jüngern (Gründonnerstag), der Gefangennahme, Verurteilung und schließlich der Hinrichtung Jesu (Karfreitag) sowie der Grabesruhe am Karsamstag gedacht, bevor in der Osternacht das Fest der Auferstehung gefeiert wird.

 

Liturgiereform bringt Akzentverschiebung

 

Vor der Liturgiereform in der katholischen Kirche (Ende der 1960er-Jahre) dauerte die Fastenzeit vom Aschermittwoch bis zum Karsamstag, also 46 Tage. Da die sechs darin enthaltenen Sonntag nicht als Fasttage gezählt wurden, kam man auf die Zahl 40. Dafür steht auch von alters her der lateinische Begriff "Quadragesima" ("Vierzig Tage").

 

Mit dem zweiten Vatikanischen Konzil (1962-65) und der danach einsetzenden Liturgiereform wurde eine Akzentverschiebung eingeleitet. Die Tage der Vorbereitung auf Ostern wurden inhaltlich von einer "Fastenzeit" zur "österlichen Bußzeit" verändert. Diese Bußzeit dauert vom Aschermittwoch bis zum Abend des Gründonnerstags und endet vor dem Beginn der Abendmahlsfeier, inhaltlich geht es um die Vorbereitung auf Taufe und Buße. Vom Fasten ist explizit eigentlich keine Rede mehr, freilich ist es im Begriff "Buße" miteingeschlossen, wie der Linzer Liturgieexperte em. Prof. Hans Hollerweger erläutert. Auch die Sonntage gehören zu dieser neuen "österlichen Bußzeit", wodurch sich genau genommen 44 Tage ergeben. Trotzdem blieb die gebräuchliche Bezeichnung "vierzig Tage" bestehen, zumal sie pastoral von bleibender Aktualität sind, gehe es doch um Maßhalten und Verzicht, so Hollerweger.

 

Mit der Abendmahlsmesse am Gründonnerstag beginnt nach der neuen kirchlichen Ordnung das sogenannte "Triduum des Leidens, Sterbens und der Auferstehung". (Der Tag beginnt nach biblischer Tradition bereits am Vorabend, sodass die Abendmahlsmesse am Gründonnerstag eigentlich schon zum Karfreitag gehört.) Die Grundordnung des Kirchenjahres spricht von der "Feier der drei Österlichen Tage". Das ganze Triduum gilt als ein einziges Fest, das höchste des Kirchenjahres. Der Karfreitag und Karsamstag werden auch als "österliche Fasttage" bezeichnet.

 

Orthodoxe Kirche: Beginn mit "reinem Montag"

 

Ausgeprägter als in der römisch-katholischen Kirche wird in der orthodoxen Kirche gefastet. Während die Katholiken noch den Faschingausklang feiern, bevor sie ihre Fastenzeit mit dem Aschermittwoch beginnen, fängt für orthodoxe Christen schon mit dem Montag nach dem Faschingssonntag - umgangssprachlich oft "reiner Montag" genannt - die Fastenzeit an. Dieser Tag ist gemeinsam mit dem Karfreitag der wichtigste Fasttag des Jahres. Auf die ersten 40 Tage des "Großen Fastens" folgen der Lazarus-Samstag, der Palmsonntag und die Karwoche. Heuer feiern westliche und östliche Kirchen Ostern zum selben Datum.

 

Während des Fastens dürfen in der orthodoxen Kirche keine tierischen Erzeugnisse gegessen werden. Dazu zählen neben Fleisch auch Milchprodukte, Eier und Fisch. Am "reinen Montag" und am Karfreitag sollen die Gläubigen überhaupt aufs Essen verzichten.

 

Weitere bedeutende Fastenzeiten in der orthodoxen Kirche gibt es vor Weihnachten - vergleichbar dem Advent, allerdings mit 40 Tagen deutlich länger -, vor dem Fest der Heiligen Petrus und Paulus (29. Juni) sowie vor dem Fest Maria Entschlafung (katholisch: Aufnahme Mariens in den Himmel) am 15. August. Die Gläubigen bereiten sich darauf mit einem rund zweiwöchigen Fasten vor.

 

Außerdem sind mit wenigen Ausnahmen auch jeder Mittwoch und Freitag Fasttage in der orthodoxen Kirche. Der Mittwoch erinnert an den Verrat Jesu durch Judas, der Freitag an den Kreuzestod Jesu. Dazu kommen noch einige weitere eintägige Fasttage im Lauf des Kirchenjahres.

 

Individuelles Trainingsprogramm und Wurstessen

 

Gegenüber der römisch-katholischen und der orthodoxen Kirche legt die reformatorische Tradition weniger Wert auf verbindliche Fastenzeiten. Allgemeingültige Fastengebote gibt es für evangelische Christen nicht; sie sollen selbst entscheiden, worauf sie eine Zeit lang verzichten möchten. Martin Luther verstand das Fasten als individuelle Frömmigkeitsübung, die nicht allen Gläubigen gleichermaßen empfohlen oder gar verordnet werden könne. Dementsprechend sprach er sich auch gegen eine verbindliche Fastenzeit aus. Ein strikter Fasttag ist für viele evangelische Christen aber auf jeden Fall der Karfreitag.

 

Zum besseren Verständnis für die Einstellung der reformierten Christen zum Fasten kann auch auf das "Wurstessen" 1522 in Zürich verwiesen werden. Am ersten Sonntag der vorösterlichen Fastenzeit kamen im Haus des Druckers Christoph Froschauer einige Bürger zusammen, um Wurst zu essen und damit provokant gegen das geltende Fastengebot zu verstoßen. Mit dabei soll auch der Reformator Ulrich Zwingli gewesen sein, ohne sich aber direkt am Wurstessen zu beteiligen.

 

Kurz darauf legte Zwingli aber in einer Predigt seine Position dar: Jeder solle in Freiheit fasten, wenn er das will. Allgemein verbindliche Fastenvorschriften seien unbiblisch und deshalb laut Zwingli abzulehnen, wie der reformierte Landessuperintendent von Österreich Thomas Hennefeld erläutert.

 

Viele Gläubige - nicht nur der evangelischen Kirche - haben in den vergangenen Jahren aber die Fastenzeit neu entdeckt. Ein Beispiel dafür ist die Aktion "Sieben Wochen ohne", in der geistliche Betrachtungen mit dem Verzicht auf bestimmte Speisen oder andere liebgewonnene Gewohnheiten verbunden werden. An dieser ursprünglich aus Deutschland stammenden Initiative beteiligen sich inzwischen auch viele evangelische Gläubige in Österreich. Die Aktion steht heuer unter dem Motto "Augenblick mal! - 7 Wochen ohne Sofort" (www.siebenwochenohne.de).

 

Heiliger Martin - 11. November

Am 11. November gedenken die Christen des heiligen Martin. Die nach ihm benannten Umzüge erinnern an die Legende, nach der Martin seinen Mantel mit einem frierenden Bettler teilte.

 

BIographie

 

Geboren vor 1.700 Jahren, um 316/17 im heutigen Szombathely (Steinamanger) in Pannonien/Ungarn, verbrachte Martin seine Jugend als Soldatensohn im italienischen Pavia. Schließlich selbst Soldat geworden, diente er als Offizier in einer römischen Eliteeinheit. Eine Episode, ein kurzer Schlüsselmoment, machte ihn weltberühmt: Vor den Toren von Amiens zerschnitt er mit dem Schwert seinen Mantel und teilte ihn mit einem Bettler, der ohne ihn erfroren wäre. In der Nacht darauf erschien ihm Christus - in der Gestalt des Bettlers, wie um zu sagen: "Was du dem geringsten meiner Brüder getan hast, das hast du mir getan."

Bald darauf empfing Martin die Taufe und bat den Kaiser in Worms, aus dem Militärdienst ausscheiden zu dürfen. Dieser warf ihm vor, Feigheit vor dem Feind statt Liebe zu Gott sei sein Motiv. Doch am Ende durfte Martin gehen. Er wurde Schüler des berühmten Bischofs Hilarius von Poitiers, empfing von ihm die Priesterweihe und gründete um 360 als Einsiedler im nahe gelegenen Ligugé das erste Kloster Galliens.

Von dort müssen sich in den zehn folgenden Jahren große Taten herumgesprochen haben. Denn als die Bürger des 100 Kilometer entfernten Tours einen neuen Bischof brauchten, wollten sie niemand anderen als den Einsiedler aus Poitiers. Der wollte zwar nicht, doch die (Martins-)Gänse sollen ihn in seinem Versteck verraten haben. Seit Juli 372 Bischof wider Willen, lebte Martin dort weiter im Kloster.

 

Ausklang zum Martinsjahr (Veranstaltungen und Gottesdienste)

Kardinal Christoph Schönborn leitet am Freitag (11. November), dem Fest des Hl. Martin von Tours, den Abschluss des Martins-Jubiläumsjahres in Pannonhalma bei Györ. Die Martins-Basilika der Benediktiner-Erzabtei Pannonhalma, in der u.a. das Herz Otto von Habsburgs beigesetzt ist, ist eine der wichtigsten Pilgerziele in Ungarn. In der Abtei wurde 2015/16 ein Festjahr zu Ehren des Klosterpatrons Martin von Tours abgehalten, der vor 1.700 Jahren im benachbarten Szombathely (Savaria) geboren wurde und der Legende nach in Pannonhalma eine Zeit lang ein Missionsstation geleitet hat. Das Pontifikalamt mit dem Wiener Erzbischof, der direkt von der Bischofskonferenz in Eisenstadt anreist, beginnt um 10.30 Uhr. Bereits am Vortrag, 10. November, findet um 20.15 Uhr eine festliche Vigil statt.

 

Ebenfalls am 10. November veranstaltet die Ungarische Bischofskonferenz in Budapest eine Festakademie zu Martin von Tours im Parlament, an der Abgeordnete mehrerer Parteien teilnehmen. Ungarns in die Regierung eingebundene Christdemokraten sind bei den Martinsfeiern zwar sehr präsent, tragen allerdings auch den - im Westen heftig kritisierten - Anti-Flüchtlingskurs von Ministerpräsident Viktor Orban mit. Zuletzt scheiterte Orban jedoch mit seiner angestrebten Verfassungsänderung gegen die Aufnahme von Asylwerbern. Er wollte die Verfassung des Landes ändern, um sicherzustellen, dass eine "kollektive Ansiedlung von Ausländern in Ungarn gegen den Willen des Volkes" nicht möglich ist. Die Orban-Regierung will möglichst keine Flüchtlinge im Land aufnehmen und schottet sich mit Zäunen an seinen Südgrenzen gegen sie ab.

 

In der ungarischen Geburtsstadt des Hl. Martin von Tours, Szombathely/Savaria, beginnt am 11. November eine Festwoche (Martinswoche). Ein umfangreiches Veranstaltungsprogramm läuft während der ganzen Woche. Das Festhochamt in der Kathedrale leitet am Samstag, 12. November, der Erzbischof von Kalocsa-Kecskemet, Balazs Babel.

 

Feiern auch in Süddeutschland

 

Mit einem Festakt und einem Gottesdienst wird am Freitag auch in der württembergischen Gemeinde Weingarten das Gedenkjahr an den heiligen Martin von Tours abgeschlossen. Am Vormittag stellt der Rottenburger Bischof Gebhard Fürst zudem ein Buch vor, dass den Heiligen als "Leitfigur für ein humanes Europa und die Zukunft des Christentums" beschreibt. Am Sonntag überträgt das ZDF den Fernsehgottesdienst live aus dem Rottenburger Dom. Martin ist Patron der schwäbischen Diözese.

 

Das knapp 250-seitige Buch aus dem Schwabenverlag befasst sich mit dem im Jahr 316 in Szombathely geborenen Heiligen. Beschrieben wird er darin als Symbolfigur Europas. Fachleute widmen sich den verschiedenen Facetten der Person, etwa der historischen Figur oder der Darstellung des Heiligen in der Kunst.

 

Vor rund zehn Jahren widmete der Europarat dem Heiligen einen ersten Kulturweg. In diesem Jahr wurde die sogenannte Mittelroute des Pilgerwegs eröffnet, die von Pannonhalma über Szombathely, Burgenland, Nieder- und Oberösterreich, Deutschland und Luxemburg nach Frankreich führt. Alle Wege sind an bordeauxroten Tafeln mit einem gelben Kreuz und dem Signet des Europarates zu erkennen.

 

In Europa sind mehr als 3.000 Pfarren und Orte nach dem Heiligen benannt. Begangen wurde das Jubiläum vor allem in Ungarn und Frankreich, aber auch im Burgenland. So fanden neben Gottesdiensten und Wallfahrten auch Ausstellungen, Konzerte und Kongresse statt.



Von Marmoutier am gegenüberliegenden Loire-Ufer aus unternahm er Missionsreisen. Mehrfach hielt er sich in kirchenpolitischen und theologischen Angelegenheiten beim Kaiser in Trier und Mainz auf. Auch Wunderheilungen, etwa in Paris oder 386 in Trier, sind überliefert. Vor allem aber setzte sich Martin für Schwächere ein, für Gerechtigkeit und Barmherzigkeit - auch wenn er dafür Härten wie eine Protestnacht im Freien auf sich nehmen musste.

Martin starb am 8. November 397 in Candes, müde und 81-jährig, während eines Pfarrbesuchs in Candes am Loire-Ufer. Zwei der mächtigsten Bischöfe der Zeit, Severin von Köln und Ambrosius von Mailand, sollen an Martins Tod gleichsam direkten Anteil genommen haben: Der eine hörte buchstäblich die Engel im Himmel singen; der andere schlief mitten in der Messe ein. Die Rückführung des Leichnams von Candes über Langeais bis nach Tours, gut 50 Kilometer, dauerte drei Tage, die Beisetzung erfolgte am 11. November.

 

BRAUCHTUM und traditionen

 

"Ich geh mit meiner Laterne und meine Laterne mit mir": Landauf, landab ziehen in diesen Tagen kleinere und größere Menschen mit bunten Laternen hinter einem als römischem Soldaten verkleideten Reiter und seinem Pferd her. Die Umzüge erinnern an eine der wohl populärsten Figuren der katholischen Kirche: den heiligen Martin.

 

Die Kinder singen Martinslieder, um etwa einen "Weckmann" oder "Stutenkerl" zu erhalten. Dieser Brauch geht auf den Beginn der früher üblichen sechswöchigen vorweihnachtlichen Fastenzeit zurück.

Die oft an diesem Datum verzehrte Martinsgans erinnert an die Legende, nach der sich der Heilige in einem Gänsestall versteckte, um seiner Wahl zum Bischof durch das Volk zu entgehen. Die schnatternden Tiere verrieten ihn jedoch. Andere Martinsbräuche wie Feuer und Fackelzug sind nichtchristlichen Ursprungs.

 

Die Benediktiner-Erzabtei von Pannonhalma in Ungarn pflegt seit über 1.000 Jahren das Gedenken an den heiligen Martin. Der Bischof der spätrömischen Ära wurde 996 von Ungarns Fürst Geza zum Schutzpatron der ersten Abtei des Landes gewählt. Überdies ist er der Schutzheilige der Ungarischen Benediktinerkongregation.

Eine lebendige Tradition besagt, dass Pannonhalma der Ort der Berufung des Heiligen gewesen sei. Die Hartwiglegende aus dem 12. Jahrhundert hält dazu fest: "An jenem Ort, auf dem Heiligen Berg, wo sich der heilige Martin einen Platz zum Beten ausgesucht hat, ließ Stefan, Ungarns erster König, ein Kloster bauen." Die Abtei trägt seitdem den Namen des heiligen Bischofs.

 

Martinsjahr

 

Mit großen Feiern begann im November 2015 das Jubiläumsjahr des heiligen Martin in der westungarischen Stadt Szombathely und in der Benediktiner-Erzabtei Pannonhalma-Martinsberg. Das Festjahr geht diesen November 2016 zu Ende. Anlass des Festjahrs ist der "runde Geburtstag" des Heiligen: Martinus (Martin von Tours) wurde vor 1.700 Jahren im römischen Savaria, dem heutigen Szombathely, geboren. Der spätere Bischof von Tours ist auch Diözesanpatron von Szombathely (aktuelle Gottesdienste und Veranstaltungen entnehmen Sie bitte dem Klapptext weiter oben).

 


Bischof Ägidius zum Martinsjahr


 

 

zuletzt bearbeitet am 10. November 2016

von Marlies Mostögl

Pfingsten

Der Geist hat heute schlechte Karten. Man begegnet ihm fast nur in der Spirituosenabteilung. Wir leben in manchmal geistlosen, manchmal geistfernen, fast immer geistfeindlichen Zeiten.

 

An den Universitäten spreizt sich eine Naturwissenschaft, die ihr Gefallen daran findet, alles, was nicht Materie ist, aus dem Wissenskanon auszuscheiden. In der Wirtschaft triumphieren Zahl und Ziffer, obsiegt abermals die Materie. Alles muss sich handeln, berechnen und aufwiegen lassen. Im täglichen Leben lernt man präpubertär, dass man ist, was man hat, dass auch der Körper nur ein Stück Fleisch sei, das es zu „tunen“ gelte im Kampf um Distinktionsgewinne.

 

Wer das Christentum wieder neu im ehemals christlichen Abendland verankern möchte, der muss zunächst Raum schaffen für den Geist. Der muss im vor-religiösen Raum die Bedingungen der Möglichkeit schaffen, dass da Geist werde. Der darf nicht mittun bei den Weltfestspielen des Stumpfsinns, wie sie uns täglich von den Bildschirmen entgegen quillen.

 

Platzhalter des Göttlichen

 

Das Christentum ist ein Geistereignis par excellence. Nicht nur ist der Heilige Geist Platzhalter des Göttlichen bis zur Parusie. Ohne die Begeisterten von ehedem gäbe es keine Bibel, gäbe es keine Kunde von jener Gnade, jener Vergebung, die durch Christus in die Welt kam. Wir alle sind Schuldner der Begeisterten der Urkirche.

 

In diesem Sinne sagte Papst Benedikt XVI. 2010, die frohe Botschaft erfordere „das Wirken begeisterter und mutiger Zeugen. Jeder Jünger Christi, auch jeder von uns, ist berufen, Zeuge zu sein. Das ist der präzise, anspruchsvolle und aufregende Auftrag des auferstandenen Herrn.“

 

Zugleich mahnte Benedikt die in besonderer Weise Bevollmächtigten des Geistes, die Priester, das „begeisterte Bewusstsein“ ihrer Aufgabe und ihrer Erwählung nie zu vergessen. Wer hingegen „vor allem seinen eigenen Ehrgeiz verwirklichen, seinen eigenen Erfolg erreichen will, der wird immer Sklave seiner selbst und der öffentlichen Meinung bleiben.“

 

Absage an den Materialismus

 

Damit sind einige Gründe benannt, weshalb es eines begeisterten Christentums oft ebenso gebricht wie einer geistvollen Gegenwart. Um dem Geist eine Gasse zu bahnen und so der Begeisterung den Boden zu bereiten, bedarf es einer entschiedenen Absage an den scheinbar unumschränkt herrschenden Anti-Geist des Materialismus.

 

Jesus, hielt Egon Friedell fest, „hat immer nur einen Feind erbittert bekämpft: den Teufel im Menschen, den Materialismus.“ Dieser Materialismus ist nicht nur die Geschäftsgrundlage vieler Wissenschaften und der Technik geworden. Nein, er erhebt eben auch dort sein Haupt, wo wir es vielleicht nicht vermuteten: im Menscheninnern. Wir alle sind von ihm angekränkelt, wenn wir schielen nach dem schnellen Ansehensgewinn, nach der risikolosen Rendite, nach der anstrengungsfreien Erkenntnis. All das gibt es nämlich nicht.

 

Jeder Gipfel erschließt sich erst nach dem Anstieg, nur durch uns hindurch führen die Pfade nach Hause. Daran könnte uns Pfingsten erinnern, das schließlich, mit einem Wort des Dichters Rudolf Borchardt, das „revolutionäre Wiederausbrechen der ins Irdische eingeflößten Sprengwirkung“ und deshalb „Vorform des Gottesreiches und der Gemeinschaft der Kinder Gottes“ Ist. Pfingsten zeigt, dass das Christentum einen stellvertretenden Dienst leistet: Indem es der Geistlosigkeit die Stirn bietet, kann es Begeisterung wecken für den Geist, der es ins Dasein rief.

 

 

 

Dr. Alexander Kissler ist Publizist und Autor. Er leitet das Kulturressort beim Berliner Monatsmagazin „Cicero“.

 

 

 

Quelle: Zeitschrift "miteinander"

Ostern

Christen in aller Welt gedenken beim Osterfest und der vorangehenden Karwoche der Botschaft vom Kreuz und von der Auferstehung Jesu Christi. Das Gedächtnis an Leiden, Tod und Auferstehung Christi ist der Höhepunkt des Kirchenjahres, es ist das wichtigste und höchste Fest der Christenheit. In seinem Kern steht die Botschaft, "dass am Ende das Leben über den Tod, die Wahrheit über die Lüge, die Gerechtigkeit über das Unrecht, die Liebe über den Hass und selbst über den Tod siegen wird", wie es im Erwachsenen-Katechismus heißt. Mit dem Ostersonntag, dem Tag der Auferstehung Jesu von den Toten, beginnt schließlich die 50-tägige österliche Freudenzeit ("Osterzeit"), die bis Pfingsten andauert.

 

Die Evangelien als biblische Quellen des Ostergeschehens berichten auf unterschiedliche Weise von der Auferstehung. Lukas berichtet von einem Mahl Jesu mit den Jüngern, Lukas und Johannes hingegen berichten von Jesu Erscheinung in Jerusalem. Markus und Matthäus wiederum erzählen von Erscheinungen Jesu in Galiläa. Allein Zeugnissen gemeinsam ist die Tatsache, dass sie sich dem eigentlichen Ereignis der Auferstehung nur über Berichte von Zeugen nähern. Die Auferstehung an sich bleibt im Verborgenen.

 

"... dass am Ende das Leben über den Tod, die Wahrheit über die Lüge, die Gerechtigkeit über das Unrecht, die Liebe über den Hass und selbst über den Tod siegen wird"

 

Das eigentliche Osterfest ist vor dem Hintergrund der Pessach-Feier entstanden, mit dem die Juden den Auszug des Volkes Israel aus der Sklaverei Ägyptens feiern. Bereits im 6. Jahrhundert begann die Osterliturgie in den Abendstunden des Samstags. Zu Beginn der Feier werden zunächst Osterfeuer und Osterkerzen gesegnet. Das Feuer gilt dabei als Symbol für die Sonne, die erst Leben ermöglicht. Dann ruft die Gemeinde in sieben Lesungen aus dem Alten Testament die großen Stationen der Heilsgeschichte in Erinnerung.

 

Etymologen leiten das deutsche Wort "Ostern" vom altgermanischen "Austro" oder "Ausro" für "Morgenröte" ab, das eventuell ein germanisches Frühlingsfest bezeichnete und sich im Althochdeutschen zu "ostarun" fortbildete. Der Wortstamm ist mit altgriechisch "eos" ("Sonne") verwandt. "Eostra" ist erstmals 738 beim angelsächsischen Benediktinergelehrten Beda Venerabilis belegt. Er vermutete hinter diesem Wort eine angelsächsische Lichtgöttin, der der Monat April - angelsächsisch "Eosturmanoth" - seinen Namen verdankt.

 

"Mysterium" der unterschiedlichen Daten

 

Ein "Mysterium" stellt u.a. auch die unterschiedliche Berechnung des Ostertermins in Ost- und Westkirche dar. So wird Osters seit dem Konzil von Nizäa im Jahre 325 am Sonntag nach dem ersten Frühlingsvollmond gefeiert. Da die orthodoxe Kirche der Kalenderreform unter Papst Gregor XIII. im Jahr 1582 nicht folgte, feiern Ost und West zumeist an unterschiedlichen Terminen. Das eigentliche Problem bei der Berechnung ist die "Tagundnachtgleiche".


So stellten Astronomen im 16. Jahrhundert fest, dass der julianische Kalender etwa elf Minuten pro Jahr nachging, also etwa alle 130 Jahre einen Tag. Papst Gregor XIII. (1572-1585) korrigierte den Fehler - ohne die Ostkirchen. Erst als sich in den Ländern der Orthodoxie das gregorianische Modell für die bürgerliche Zeitrechnung durchsetzte, versuchten die Ostkirchen 1923 eine Reform des julianischen Kalenders. Das Projekt endete in einer Spaltung: Einige Kirchen, etwa in Griechenland, Polen und den USA, befürworteten die Revision, andere wie die Russisch-Orthodoxen und Armenier lehnten sie ab.

 


osterfeierlichkeiten im vatikan 2017


 

Gemeinsamer Ostertermin 2017

 

2017 feiern alle 2,3 Milliarden katholische, evangelische und orthodoxe Christen das Osterfest zum gleichen Zeitpunkt. Das ist freilich eher selten, denn meistens feiern Ost- und Westkirche nicht am gleichen Tag. Der orthodoxe Metropolit Arsenios (Kardamakis) hat sich im Interview dafür ausgesprochen, die Bemühungen für einen gemeinsamen Ostertermin zu intensivieren, um endlich immer gemeinsam das höchste Fest der Christenheit zu begehen. "Ostern sollte von allen Christen gemeinsam gefeiert werden", so der Metropolit wörtlich. Damit würden die Kirchen auch dem Willen Jesu entsprechen, "dass wir alle eins sind".

 

 

zuletzt bearbeitet am 20. April 2017

 

Weihnachten

"Im Anfang war das Wort…" Damit beginnt im Johannesevangelium die wohl unglaublichste Geschichte der Welt, die zugleich eine himmlische Geschichte ist. Unglaublich, weil dem Wort eine schöpferische Kraft zugesprochen wird, die man ihm im heutigen politisch-medialen Einheitsgebrabbel kaum mehr zutraut. Unglaublich auch, weil diese Geschichte, die bei Johannes so philosophisch beginnt, bei Matthäus und Lukas eine unerwartete Erdung erfährt: Gottes Reich kommt nicht in politischen Umbrüchen, nicht im Sturm der Geschichte, sondern im Kleinen, im Antlitz eines Neugeborenen.

 

"Im Anfang war das Wort …" - So wunderbar sich der Anfang des Anfangs bei Johannes auch liest, so sehr atmet er die Schwere der griechischen Philosophie. Leichtfüßig, geradezu kindlich dagegen Lukas: "In jenen Tagen erließ Kaiser Augustus den Befehl, alle Bewohner des Reiches in Steuerlisten einzutragen." Gottes Geschichte ist die Geschichte konkreter Menschen in einer konkreten Zeit. Gottes Wort schwebt nicht über der Welt, es wird in ihr aus Kindermund herausgeschrien. Herbeigesehnt wird diese Geschichte Gottes seit alttestamentlicher Zeit. Dennoch kam sie überraschend, unerwartet anders.

 

Gottes Geschichte ist die Geschichte konkreter Menschen in einer konkreten Zeit. Gottes Wort schwebt nicht über der Welt, es wird in ihr aus Kindermund herausgeschrien.


Es ist diese Spannung zwischen den Evangelien, die die Geschichte so einzigartig und so wahr macht. Die Spannung aufzulösen bedeutet, ihr den Stachel zu ziehen. Ihr Stachel ist ihr weltumgreifendes, ihr universales Moment. Es besagt: Was sich dort in Judäa, am Rande des römischen Imperiums, vor über 2.000 Jahren ereignet hat, hat Relevanz auch für heute, für alle.

"Ich glaube, auf dass ich lebe!", schrieb vor über 70 Jahren der russische Religionsphilosoph Leo Schestow. Er wandte sich damit provokant gegen all jene, die sich zu sehr auf die Seite philosophischer Welteinsicht geschlagen haben, die Glauben, Wahrheit und Wissen zur absoluten Melange verschmolzen sahen. Glauben, das war für Schestow dagegen jene erdige Mischung aus Schmerz und Lachen, Kummer und Freude. Wer in dieser Geschichte des Menschen das Bekenntnis zu Gott sprechen kann, der erwartet das Unerwartete, den Anbruch der Geschichte Gottes mit dem Menschen.

"Es begab sich aber zu der Zeit …" So beginnt die Weihnachtsgeschichte in der Luther-Übersetzung. Es kann uns nicht egal sein, was sich damals begeben hat.

 

zuletzt bearbeitet von Henning Klingen

am 23. Dezember 2016

Mariä Empfängnis

Am 8. Dezember feiert die Katholische Kirche das "Hochfest der ohne Erbsünde empfangenen Jungfrau und Gottesmutter Maria" durch ihre Mutter Anna ("Mariä Empfängnis"). Dabei wird nicht - wie irrtümlich oft angenommen - die Jungfräulichkeit Mariens gefeiert, sondern die Überzeugung der Kirche, dass Maria ohne Sünde gewesen ist. 

 

So wie im Lukasevangelium zum Festtag zu Maria "Sei gegrüßt, du Begnadete, der Herr ist mit dir" gesagt wird, hat der katholische Glaube im Lauf der Jahrhunderte immer klarer erkannt, dass Maria schon vom ersten Augenblick ihrer Empfängnis an eine "Begnadete" war und in ungetrübter - deshalb "unbefleckter" - Freundschaft mit Gott leben durfte. 

 

Wer war Maria?

"Maria" stammt aus dem Griechischen und leitet sich vom hebräischen Namen "Miriam" ab, das soviel wie "Bitterkeit" oder "Betrübnis" bedeutet. Namentlich wird Maria mehrfach in allen vier Evangelien des Neuen Testaments erwähnt. Laut biblischem Zeugnis lebt sie mit ihrem Mann Josef in der kleinen Stadt Nazaret in Galiläa. Obwohl sich außerbiblisch keine unabhängigen Erwähnungen Mariens finden, gehen die Forscher heute von ihrer historischen Authentizität aus. Exegeten vermuten, dass Maria aus einem Priestergeschlecht stammte, da sie mit Elisabeth verwandt war und diese mit dem Priester Zacharias verheiratet war. Beim Fest "Mariä Empfängnis" feiern wird die unbefleckte Empfänigmnis Marias durch ihre Mutter Anna. Diese wird allerdings gemeinsam mit ihrem Mann Joachim nur im apokryphen Jakobusevangelium erwähnt.

 

Obwohl die Gestalt Marias als historisch betrachtet wird, dürfen die Schilderungen in den Evangelien nicht als Biografie verstanden werden. Vielmehr ist das Bild, das von den Evangelisten gezeichnet wird, von der Verkündigung Jesu Christi geprägt. Es ist auch diese radikale Christusbezogenheit, die den Grundstein bildet für die umfassende Bedeutsamkeit für den Glauben und die Lebenspraxis der Christen bis in unsere Gegenwart. Maria wird in ihrer Rolle als Gottesmutter auch als erste Adressatin des Heilshandeln Gottes an den Menschen gesehen.

 

Ihre Geschichte beginnt mit der Erscheinung des Erzengels Gabriel, der ihr verkündet, dass sie ein Kind empfangen wird, ohne bei ihrem Mann gelegen zu sein. Es ist der Heilige Geist, der über sie kommen wird und ihr Kind wird der Sohn Gottes sein. Einem Gesetz folgend ziehen Maria und Josef einige Monate später nach Bethlehem, um sich registrieren zu lassen. Dort bringt sie Jesus zur Welt. Um ihren neugeborenen Sohn vor dem Herrscher Herodes zu schützen, flieht die junge Familie nach Ägypten. Erst nach zwei Jahren können sie in ihre Heimatstadt Narzaret zurückkehren.

 

Jesus wächst heran, er verbringt viel Zeit im Tempel und kümmert sich mehr um die am Rande der Gesellschaft stehenden als um seine Familie. Dass Jesu Verhältnis zu seiner Mutter Maria nicht immer frei von Spannungen war, beschreiben einige Stellen in den Evangelien. In Joh 2,4 fragt er seine Mutter: "Frau, was habe ich mit dir zu schaffen?" In Mk 3,34 fragt er: "Wer ist meine Mutter? Wer sind meine Geschwister?"

 

Dennoch folgt sie ihm nach Jerusalem und wird seine erste Jüngerin. Sie muss mit ansehen, wie ihr Sohn gefoltert wird und am Kreuz seinen Tod findet. Sterbend fordert Jesus seine Mutter Maria und seinen Lieblingsjünger Johannes auf, sich gegenseitig als Mutter und Sohn anzuerkennen: "Siehe dein Sohn, siehe deine Mutter" (Joh, 19,25). In der Apostelgeschichte wird Maria als eine jener Frauen erwähnt, die mit den Jüngern betend auf die Sendung des Heiligen Geistes warten (Apg 1,14).

Tagesevangelium zu Mariä Empfängnis

Lk 1,26-38

 

In jener Zeit wurde der Engel Gabriel von Gott in eine Stadt in Galiläa namens Nazaret

zu einer Jungfrau gesandt. Sie war mit einem Mann namens Josef verlobt, der aus dem Haus David stammte. Der Name der Jungfrau war Maria.

Der Engel trat bei ihr ein und sagte: Sei gegrüßt, du Begnadete, der Herr ist mit dir.

Sie erschrak über die Anrede und überlegte, was dieser Gruß zu bedeuten habe.

Da sagte der Engel zu ihr: Fürchte dich nicht, Maria; denn du hast bei Gott Gnade gefunden.

Du wirst ein Kind empfangen, einen Sohn wirst du gebären: dem sollst du den Namen Jesus geben.

Er wird groß sein und Sohn des Höchsten genannt werden. Gott, der Herr, wird ihm den Thron seines Vaters David geben.

Er wird über das Haus Jakob in Ewigkeit herrschen, und seine Herrschaft wird kein Ende haben.

Maria sagte zu dem Engel: Wie soll das geschehen, da ich keinen Mann erkenne?

Der Engel antwortete ihr: Der Heilige Geist wird über dich kommen, und die Kraft des Höchsten wird dich überschatten. Deshalb wird auch das Kind heilig und Sohn Gottes genannt werden.

Auch Elisabet, deine Verwandte, hat noch in ihrem Alter einen Sohn empfangen; obwohl sie als unfruchtbar galt, ist sie jetzt schon im sechsten Monat.

Denn für Gott ist nichts unmöglich.

Da sagte Maria: Ich bin die Magd des Herrn; mir geschehe, wie du es gesagt hast. Danach verließ sie der Engel.


Das Dogma von der "Unbefleckten Empfängnis Mariens" wurde 1854 von Papst Pius IX. als Glaubenslehre der katholischen Kirche verkündet:

 

Die Lehre, dass die seligste Jungfrau Maria im ersten Augenblick ihrer Empfängnis durch ein einzigartiges Gnadengeschenk des allmächtigen Gottes, im Hinblick auf die Verdienste Jesu Christi, des Erretters des Menschengeschlechtes, von jedem Schaden der Erbsünde unversehrt bewahrt wurde, ist von Gott geoffenbart und darum von allen Gläubigen fest und beständig zu glauben. (Papst Pius IX.)

 

Davon klar zu trennen ist die Lehre von der jungfräulichen Empfängnis Jesu durch den Heiligen Geist, die auch von den anderen christlichen Konfessionen akzeptiert wird und zum Glaubensbekenntnis gehört. Die Begriffe "Erbsünde" oder "Erbschuld" weisen auf eine schicksalhafte Verstrickung in das Böse hin, in die jeder Mensch - im Gegensatz zur persönlichen Schuld einer absichtlichen Ablehnung Gottes - hineingeboren wird, ohne persönlich daran schuld zu sein.

 

 

 

Geschichte

Ursprünglich wurde der von Anselm von Canterbury im 12. Jahrhundert eingeführte Feiertag als "Tag der Empfängnis der Allerheiligsten Gottesmutter durch Anna" gefeiert. Erst unter Papst Sixtus IV. wurde das Fest 1477 im Bistum Rom als Hochfest mit Messe eingeführt und auf den 8. Dezember gelegt. Doch es sollte noch bis zum Jahr 1708 dauern, bis der Feiertag unter der Bezeichnung "Mariä Empfängnis" in der gesamten katholischen Kirche am 8. Dezember gefeiert wurde.

 

In Österreich hat der Feiertag am 8. Dezember eine jahrhundertelange Tradition, die bis in die Zeit des Dreißigjährigen Krieges zurück reicht. In der NS-Zeit wurde der Feiertag am 8. Dezember abgeschafft. Nach Ende des Krieges führte ein von hunderttausenden Österreichern getragenes Volksbegehren zur Wiedereinführung des Feiertages. Der Nationalrat beschloss im Jahr 1955, dass der 8. Dezember wieder als Feiertag begangen werden soll - als Dank für die wiederlangte Freiheit Österreichs. 

 

So ist der 8. Dezember seither wieder ein gesetzlicher Feiertag in Österreich und somit arbeitsfrei. Wie an anderen gesetzlichen Feiertagen, mussten die Geschäfte auch am 8. Dezember geschlossen bleiben. Aufgrund wirtschaftlicher Verluste und des Umstandes, dass der Feiertag in die Vorweihnachtszeit fällt, wurde 1995 das Ladenöffnungsgesetz geändert. Seither öffnen die Geschäfte auch an "Mariä Empfängnis" am 8. Dezember und sorgen für einen der umsatzstärkten Einkaufstage in der Vorweihnachtszeit. In den vergangenen Jahren sorgte die Erlaubnis zum Offenhalten der Geschäfte am 8. Dezember immer wieder für Debatten.

 

Brauchtum

"Mariä Empfängnis" hat als Hochfest in der katholischen Kirche augrund seiner Glaubensaussage eine besondere Bedeutung. Allährlich begeht der Papst den Feiertag mit einem Gebet an die Jungfrau Maria an der Piazza di Spagna.

 

zuletzt bearbeitet von

Marlies Mostögl am 7. Dezember 2015

Advent

Mit dem ersten Adventsonntag beginnt nicht nur die vorweihnachtliche Adventzeit, sondern auch ein neues Kirchenjahr. Der Advent gilt als eine Zeit der Stille und Besinnung. Für Christen ist er die Vorbereitungszeit auf Weihnachten. Das Wort kommt vom lateinischen "adventus" und bedeutet "Ankunft". Christen verbinden damit die Erinnerung an die Geburt Jesu in Bethlehem und das Erwarten seiner Wiederkunft am Ende der Zeit.

 

In den Gottesdiensten an den vier Adventsonntagen werden häufig Texte aus dem Alten Testament verwendet, die die Ankunft des Erlösers prophezeien. Die vier Kerzen des zum jüngeren Brauchtum zählenden Adventkranzes symbolisieren das Kommen des "Lichts der Welt". Die Zweige immergrüner Tannen stehen für das ewige Leben.

 


In einem Überblick haben wir Ihnen die schönsten Adventlieder und Adventgedichte zusammengestellt: Zu den Adventgedichten - und Liedern


 

Neben der Erinnerung an die Geburt Jesu hat die Adventzeit ein zweites Thema: die Rückkehr Jesu als Weltenrichter am Ende der Zeiten. Daher hat die Adventzeit auch einen Bußcharakter. Äußere Zeichen hierfür sind die violetten Messgewänder und die violetten Bänder, die sich oft an Adventkränzen finden.

 

Neben der Erinnerung an die Geburt Jesu hat die Adventzeit ein zweites Thema: die Rückkehr Jesu als Weltenrichter am Ende der Zeiten.

 

Die Länge der Adventzeit hat sich im Laufe der Geschichte gewandelt. Während man im 5. Jahrhundert in Jerusalem nur einen einzigen Adventsonntag feierte, hat Papst Gregor der Große (590-604) die Zahl der Adventsonntage auf vier festgelegt. Die sich über vier Sonntage erstreckende Adventzeit wurde erst 1570 durch Papst Pius V. allgemein verbindlich. Nur in der Erzdiözese Mailand werden auch heute noch sechs Adventsonntage gefeiert.

 

 

In vielen Pfarren werden an den Werktagen des Advents die sogenannten Rorate-Messen gefeiert. Der Name leitet sich ab von den ersten Worten des bekannten Liedes "Tauet, Himmel, den Gerechten", auf Lateinisch "Rorate caeli". Diese Gottesdienste werden meist früh am Morgen gefeiert, der Kirchenraum ist oft nur mit Kerzenlicht erhellt.

 

Der Adventkalender - vor allem bei Kindern beliebt - zählt die Tage des Dezembers bis zum Weihnachtsfest und war ursprünglich eine religiöse Hinführung auf Weihnachten. Verschiedene Vorformen des Adventkalenders finden sich bereits im 19. Jahrhundert. 1908 druckte der Münchner Verleger Gerhard Lang den ersten Adventkalender mit Klapptürchen. Heute verbergen sich hinter den Türchen Bilder, Sprüche oder Süßigkeiten.

 

Süßigkeiten und allerlei andere kulinarischen Spezialitäten findet man auch auf den zahlreichen Adventmärkten in Österreich. Zu den Bekanntesten zählen unter anderem der Mariazeller Advent, bei dem es den weltweit größten Adventkranz zu bewundern gibt. Ein kulturelles Highlight ist auch der jährliche Grafenegger Advent im Schloss Grafenegg/Niederösterreich. Unter dem Motto "Klang trifft Kulisse" erwartet die Besucher ein abwechslungsreiches Programm für jung und alt.

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