Saturday 28. May 2016

Pfingsten

Der Geist hat heute schlechte Karten. Man begegnet ihm fast nur in der Spirituosenabteilung. Wir leben in manchmal geistlosen, manchmal geistfernen, fast immer geistfeindlichen Zeiten.

 

An den Universitäten spreizt sich eine Naturwissenschaft, die ihr Gefallen daran findet, alles, was nicht Materie ist, aus dem Wissenskanon auszuscheiden. In der Wirtschaft triumphieren Zahl und Ziffer, obsiegt abermals die Materie. Alles muss sich handeln, berechnen und aufwiegen lassen. Im täglichen Leben lernt man präpubertär, dass man ist, was man hat, dass auch der Körper nur ein Stück Fleisch sei, das es zu „tunen“ gelte im Kampf um Distinktionsgewinne.

 

Wer das Christentum wieder neu im ehemals christlichen Abendland verankern möchte, der muss zunächst Raum schaffen für den Geist. Der muss im vor-religiösen Raum die Bedingungen der Möglichkeit schaffen, dass da Geist werde. Der darf nicht mittun bei den Weltfestspielen des Stumpfsinns, wie sie uns täglich von den Bildschirmen entgegen quillen.

 

Platzhalter des Göttlichen

 

Das Christentum ist ein Geistereignis par excellence. Nicht nur ist der Heilige Geist Platzhalter des Göttlichen bis zur Parusie. Ohne die Begeisterten von ehedem gäbe es keine Bibel, gäbe es keine Kunde von jener Gnade, jener Vergebung, die durch Christus in die Welt kam. Wir alle sind Schuldner der Begeisterten der Urkirche.

 

In diesem Sinne sagte Papst Benedikt XVI. 2010, die frohe Botschaft erfordere „das Wirken begeisterter und mutiger Zeugen. Jeder Jünger Christi, auch jeder von uns, ist berufen, Zeuge zu sein. Das ist der präzise, anspruchsvolle und aufregende Auftrag des auferstandenen Herrn.“

 

Zugleich mahnte Benedikt die in besonderer Weise Bevollmächtigten des Geistes, die Priester, das „begeisterte Bewusstsein“ ihrer Aufgabe und ihrer Erwählung nie zu vergessen. Wer hingegen „vor allem seinen eigenen Ehrgeiz verwirklichen, seinen eigenen Erfolg erreichen will, der wird immer Sklave seiner selbst und der öffentlichen Meinung bleiben.“

 

Absage an den Materialismus

 

Damit sind einige Gründe benannt, weshalb es eines begeisterten Christentums oft ebenso gebricht wie einer geistvollen Gegenwart. Um dem Geist eine Gasse zu bahnen und so der Begeisterung den Boden zu bereiten, bedarf es einer entschiedenen Absage an den scheinbar unumschränkt herrschenden Anti-Geist des Materialismus.

 

Jesus, hielt Egon Friedell fest, „hat immer nur einen Feind erbittert bekämpft: den Teufel im Menschen, den Materialismus.“ Dieser Materialismus ist nicht nur die Geschäftsgrundlage vieler Wissenschaften und der Technik geworden. Nein, er erhebt eben auch dort sein Haupt, wo wir es vielleicht nicht vermuteten: im Menscheninnern. Wir alle sind von ihm angekränkelt, wenn wir schielen nach dem schnellen Ansehensgewinn, nach der risikolosen Rendite, nach der anstrengungsfreien Erkenntnis. All das gibt es nämlich nicht.

 

Jeder Gipfel erschließt sich erst nach dem Anstieg, nur durch uns hindurch führen die Pfade nach Hause. Daran könnte uns Pfingsten erinnern, das schließlich, mit einem Wort des Dichters Rudolf Borchardt, das „revolutionäre Wiederausbrechen der ins Irdische eingeflößten Sprengwirkung“ und deshalb „Vorform des Gottesreiches und der Gemeinschaft der Kinder Gottes“ Ist. Pfingsten zeigt, dass das Christentum einen stellvertretenden Dienst leistet: Indem es der Geistlosigkeit die Stirn bietet, kann es Begeisterung wecken für den Geist, der es ins Dasein rief.

 

 

 

Dr. Alexander Kissler ist Publizist und Autor. Er leitet das Kulturressort beim Berliner Monatsmagazin „Cicero“.

 

 

 

Quelle: Zeitschrift "miteinander"

Ostern

Christen in aller Welt gedenken beim Osterfest und der vorangehenden Karwoche der Botschaft vom Kreuz und von der Auferstehung Jesu Christi. Das Gedächtnis an Leiden, Tod und Auferstehung Christi ist der Höhepunkt des Kirchenjahres, es ist das wichtigste und höchste Fest der Christenheit. In seinem Kern steht die Botschaft, "dass am Ende das Leben über den Tod, die Wahrheit über die Lüge, die Gerechtigkeit über das Unrecht, die Liebe über den Hass und selbst über den Tod siegen wird", wie es im Erwachsenen-Katechismus heißt. Mit dem Ostersonntag, dem Tag der Auferstehung Jesu von den Toten, beginnt schließlich die 50-tägige österliche Freudenzeit ("Osterzeit"), die bis Pfingsten andauert.

 

Die Evangelien als biblische Quellen des Ostergeschehens berichten auf unterschiedliche Weise von der Auferstehung. Lukas berichtet von einem Mahl Jesu mit den Jüngern, Lukas und Johannes hingegen berichten von Jesu Erscheinung in Jerusalem. Markus und Matthäus wiederum erzählen von Erscheinungen Jesu in Galiläa. Allein Zeugnissen gemeinsam ist die Tatsache, dass sie sich dem eigentlichen Ereignis der Auferstehung nur über Berichte von Zeugen nähern. Die Auferstehung an sich bleibt im Verborgenen.

 

"... dass am Ende das Leben über den Tod, die Wahrheit über die Lüge, die Gerechtigkeit über das Unrecht, die Liebe über den Hass und selbst über den Tod siegen wird"

 

Das eigentliche Osterfest ist vor dem Hintergrund der Pessach-Feier entstanden, mit dem die Juden den Auszug des Volkes Israel aus der Sklaverei Ägyptens feiern. Bereits im 6. Jahrhundert begann die Osterliturgie in den Abendstunden des Samstags. Zu Beginn der Feier werden zunächst Osterfeuer und Osterkerzen gesegnet. Das Feuer gilt dabei als Symbol für die Sonne, die erst Leben ermöglicht. Dann ruft die Gemeinde in sieben Lesungen aus dem Alten Testament die großen Stationen der Heilsgeschichte in Erinnerung.

 

Etymologen leiten das deutsche Wort "Ostern" vom altgermanischen "Austro" oder "Ausro" für "Morgenröte" ab, das eventuell ein germanisches Frühlingsfest bezeichnete und sich im Althochdeutschen zu "ostarun" fortbildete. Der Wortstamm ist mit altgriechisch "eos" ("Sonne") verwandt. "Eostra" ist erstmals 738 beim angelsächsischen Benediktinergelehrten Beda Venerabilis belegt. Er vermutete hinter diesem Wort eine angelsächsische Lichtgöttin, der der Monat April - angelsächsisch "Eosturmanoth" - seinen Namen verdankt.

 

"Mysterium" der unterschiedlichen Daten

 

Ein "Mysterium" stellt u.a. auch die unterschiedliche Berechnung des Ostertermins in Ost- und Westkirche dar. So wird Osters seit dem Konzil von Nizäa im Jahre 325 am Sonntag nach dem ersten Frühlingsvollmond gefeiert. Da die orthodoxe Kirche der Kalenderreform unter Papst Gregor XIII. im Jahr 1582 nicht folgte, feiern Ost und West zumeist an unterschiedlichen Terminen. Das eigentliche Problem bei der Berechnung ist die "Tagundnachtgleiche".


So stellten Astronomen im 16. Jahrhundert fest, dass der julianische Kalender etwa elf Minuten pro Jahr nachging, also etwa alle 130 Jahre einen Tag. Papst Gregor XIII. (1572-1585) korrigierte den Fehler - ohne die Ostkirchen. Erst als sich in den Ländern der Orthodoxie das gregorianische Modell für die bürgerliche Zeitrechnung durchsetzte, versuchten die Ostkirchen 1923 eine Reform des julianischen Kalenders. Das Projekt endete in einer Spaltung: Einige Kirchen, etwa in Griechenland, Polen und den USA, befürworteten die Revision, andere wie die Russisch-Orthodoxen und Armenier lehnten sie ab.

 


Frater Bernardo Opazo Aravena


 

Ein Hauptzweck, nämlich ein gemeinsames Osterdatum mit dem Westen, blieb unerreicht; um der Einheit der Orthodoxie willen gilt weiter die alte Berechnung. Dessen ungeachtet nutzen orthodoxe Finnen und Esten den westlichen Kalender, während Katholiken auf der griechischen Insel Syros sich mit dem Osterfest nach den orthodoxen Nachbarn richten. Die verschiedenen Berechnungen haben zur Folge, dass die Osterfeiern bis zu fünf Wochen auseinander liegen. Das ist in diesem Jahr der Fall: Die Westkirchen feiern am 31. März, die Ostkirchen am 5. Mai.

 

zuletzt bearbeitet am 25. März 2016

 

Weihnachten

"Im Anfang war das Wort…" Damit beginnt im Johannesevangelium die wohl unglaublichste Geschichte der Welt, die zugleich eine himmlische Geschichte ist. Unglaublich, weil dem Wort eine schöpferische Kraft zugesprochen wird, die man ihm im heutigen politisch-medialen Einheitsgebrabbel kaum mehr zutraut. Unglaublich auch, weil diese Geschichte, die bei Johannes so philosophisch beginnt, bei Matthäus und Lukas eine unerwartete Erdung erfährt: Gottes Reich kommt nicht in politischen Umbrüchen, nicht im Sturm der Geschichte, sondern im Kleinen, im Antlitz eines Neugeborenen.

 

"Im Anfang war das Wort …" – So wunderbar sich der Anfang des Anfangs bei Johannes auch liest, so sehr atmet er die Schwere der griechischen Philosophie. Leichtfüßig, geradezu kindlich dagegen Lukas: "In jenen Tagen erließ Kaiser Augustus den Befehl, alle Bewohner des Reiches in Steuerlisten einzutragen." Gottes Geschichte ist die Geschichte konkreter Menschen in einer konkreten Zeit. Gottes Wort schwebt nicht über der Welt, es wird in ihr aus Kindermund herausgeschrien. Herbeigesehnt wird diese Geschichte Gottes seit alttestamentlicher Zeit. Dennoch kam sie überraschend, unerwartet anders.

 

Gottes Geschichte ist die Geschichte konkreter Menschen in einer konkreten Zeit. Gottes Wort schwebt nicht über der Welt, es wird in ihr aus Kindermund herausgeschrien.


Es ist diese philosophische Spannung zwischen den Evangelien, die die Geschichte so einzigartig und so wahr macht. Die Spannung aufzulösen bedeutet, ihr den Stachel zu ziehen. Ihr Stachel ist ihr weltumgreifendes, ihr universales Moment. Es besagt: Was sich dort in Judäa, am Rande des römischen Imperiums, vor über 2.000 Jahren ereignet hat, hat Relevanz auch für heute, für alle.

"Ich glaube, auf dass ich lebe!", schrieb vor über 70 Jahren der russische Religionsphilosoph Leo Schestow. Er wandte sich damit provokant gegen all jene, die sich zu sehr auf die Seite philosophischer Welteinsicht geschlagen haben, die Glauben, Wahrheit und Wissen zur absoluten Melange verschmolzen sahen. Glauben, das war für Schestow dagegen jene erdige Mischung aus Schmerz und Lachen, Kummer und Freude. Wer in dieser Geschichte des Menschen das Bekenntnis zu Gott sprechen kann, der erwartet das Unerwartete, den Anbruch der Geschichte Gottes mit dem Menschen.

"Es begab sich aber zu der Zeit …" So beginnt die Weihnachtsgeschichte in der Luther-Übersetzung. Es kann uns nicht egal sein, was sich damals begeben hat.

 

Henning Klingen

katholisch.at

Mariä Empfängnis

Am 8. Dezember feiert die Katholische Kirche das "Hochfest der ohne Erbsünde empfangenen Jungfrau und Gottesmutter Maria" durch ihre Mutter Anna ("Mariä Empfängnis"). Dabei wird nicht - wie irrtümlich oft angenommen - die Jungfräulichkeit Mariens gefeiert, sondern die Überzeugung der Kirche, dass Maria ohne Sünde gewesen ist. 

 

So wie im Lukasevangelium zum Festtag zu Maria "Sei gegrüßt, du Begnadete, der Herr ist mit dir" gesagt wird, hat der katholische Glaube im Lauf der Jahrhunderte immer klarer erkannt, dass Maria schon vom ersten Augenblick ihrer Empfängnis an eine "Begnadete" war und in ungetrübter - deshalb "unbefleckter" - Freundschaft mit Gott leben durfte. 

 

Wer war Maria?

"Maria" stammt aus dem Griechischen und leitet sich vom hebräischen Namen "Miriam" ab, das soviel wie "Bitterkeit" oder "Betrübnis" bedeutet. Namentlich wird Maria mehrfach in allen vier Evangelien des Neuen Testaments erwähnt. Laut biblischem Zeugnis lebt sie mit ihrem Mann Josef in der kleinen Stadt Nazaret in Galiläa. Obwohl sich außerbiblisch keine unabhängigen Erwähnungen Mariens finden, gehen die Forscher heute von ihrer historischen Authentizität aus. Exegeten vermuten, dass Maria aus einem Priestergeschlecht stammte, da sie mit Elisabeth verwandt war und diese mit dem Priester Zacharias verheiratet war. Beim Fest "Mariä Empfängnis" feiern wird die unbefleckte Empfänigmnis Marias durch ihre Mutter Anna. Diese wird allerdings gemeinsam mit ihrem Mann Joachim nur im apokryphen Jakobusevangelium erwähnt.

 

Obwohl die Gestalt Marias als historisch betrachtet wird, dürfen die Schilderungen in den Evangelien nicht als Biografie verstanden werden. Vielmehr ist das Bild, das von den Evangelisten gezeichnet wird, von der Verkündigung Jesu Christi geprägt. Es ist auch diese radikale Christusbezogenheit, die den Grundstein bildet für die umfassende Bedeutsamkeit für den Glauben und die Lebenspraxis der Christen bis in unsere Gegenwart. Maria wird in ihrer Rolle als Gottesmutter auch als erste Adressatin des Heilshandeln Gottes an den Menschen gesehen.

 

Ihre Geschichte beginnt mit der Erscheinung des Erzengels Gabriel, der ihr verkündet, dass sie ein Kind empfangen wird, ohne bei ihrem Mann gelegen zu sein. Es ist der Heilige Geist, der über sie kommen wird und ihr Kind wird der Sohn Gottes sein. Einem Gesetz folgend ziehen Maria und Josef einige Monate später nach Bethlehem, um sich registrieren zu lassen. Dort bringt sie Jesus zur Welt. Um ihren neugeborenen Sohn vor dem Herrscher Herodes zu schützen, flieht die junge Familie nach Ägypten. Erst nach zwei Jahren können sie in ihre Heimatstadt Narzaret zurückkehren.

 

Jesus wächst heran, er verbringt viel Zeit im Tempel und kümmert sich mehr um die am Rande der Gesellschaft stehenden als um seine Familie. Dass Jesu Verhältnis zu seiner Mutter Maria nicht immer frei von Spannungen war, beschreiben einige Stellen in den Evangelien. In Joh 2,4 fragt er seine Mutter: "Frau, was habe ich mit dir zu schaffen?" In Mk 3,34 fragt er: "Wer ist meine Mutter? Wer sind meine Geschwister?"

 

Dennoch folgt sie ihm nach Jerusalem und wird seine erste Jüngerin. Sie muss mit ansehen, wie ihr Sohn gefoltert wird und am Kreuz seinen Tod findet. Sterbend fordert Jesus seine Mutter Maria und seinen Lieblingsjünger Johannes auf, sich gegenseitig als Mutter und Sohn anzuerkennen: "Siehe dein Sohn, siehe deine Mutter" (Joh, 19,25). In der Apostelgeschichte wird Maria als eine jener Frauen erwähnt, die mit den Jüngern betend auf die Sendung des Heiligen Geistes warten (Apg 1,14).


Das Dogma von der "Unbefleckten Empfängnis Mariens" wurde 1854 von Papst Pius IX. als Glaubenslehre der katholischen Kirche verkündet:

 

Die Lehre, dass die seligste Jungfrau Maria im ersten Augenblick ihrer Empfängnis durch ein einzigartiges Gnadengeschenk des allmächtigen Gottes, im Hinblick auf die Verdienste Jesu Christi, des Erretters des Menschengeschlechtes, von jedem Schaden der Erbsünde unversehrt bewahrt wurde, ist von Gott geoffenbart und darum von allen Gläubigen fest und beständig zu glauben. (Papst Pius IX.)

 

Davon klar zu trennen ist die Lehre von der jungfräulichen Empfängnis Jesu durch den Heiligen Geist, die auch von den anderen christlichen Konfessionen akzeptiert wird und zum Glaubensbekenntnis gehört. Die Begriffe "Erbsünde" oder "Erbschuld" weisen auf eine schicksalhafte Verstrickung in das Böse hin, in die jeder Mensch - im Gegensatz zur persönlichen Schuld einer absichtlichen Ablehnung Gottes - hineingeboren wird, ohne persönlich daran schuld zu sein.

 

 

 

Geschichte

Ursprünglich wurde der von Anselm von Canterbury im 12. Jahrhundert eingeführte Feiertag als "Tag der Empfängnis der Allerheiligsten Gottesmutter durch Anna" gefeiert. Erst unter Papst Sixtus IV. wurde das Fest 1477 im Bistum Rom als Hochfest mit Messe eingeführt und auf den 8. Dezember gelegt. Doch es sollte noch bis zum Jahr 1708 dauern, bis der Feiertag unter der Bezeichnung "Mariä Empfängnis" in der gesamten katholischen Kirche am 8. Dezember gefeiert wurde.

 

In Österreich hat der Feiertag am 8. Dezember eine jahrhundertelange Tradition, die bis in die Zeit des Dreißigjährigen Krieges zurück reicht. In der NS-Zeit wurde der Feiertag am 8. Dezember abgeschafft. Nach Ende des Krieges führte ein von hunderttausenden Österreichern getragenes Volksbegehren zur Wiedereinführung des Feiertages. Der Nationalrat beschloss im Jahr 1955, dass der 8. Dezember wieder als Feiertag begangen werden soll - als Dank für die wiederlangte Freiheit Österreichs. 

 

So ist der 8. Dezember seither wieder ein gesetzlicher Feiertag in Österreich und somit arbeitsfrei. Wie an anderen gesetzlichen Feiertagen, mussten die Geschäfte auch am 8. Dezember geschlossen bleiben. Aufgrund wirtschaftlicher Verluste und des Umstandes, dass der Feiertag in die Vorweihnachtszeit fällt, wurde 1995 das Ladenöffnungsgesetz geändert. Seither öffnen die Geschäfte auch an "Mariä Empfängnis" am 8. Dezember und sorgen für einen der umsatzstärkten Einkaufstage in der Vorweihnachtszeit. In den vergangenen Jahren sorgte die Erlaubnis zum Offenhalten der Geschäfte am 8. Dezember immer wieder für Debatten.

 

Brauchtum

"Mariä Empfängnis" hat als Hochfest in der katholischen Kirche augrund seiner Glaubensaussage eine besondere Bedeutung. Allährlich begeht der Papst den Feiertag mit einem Gebet an die Jungfrau Maria an der Piazza di Spagna.

 

zuletzt bearbeitet von

Marlies Mostögl am 7. Dezember 2015

Advent

Mit dem ersten Adventsonntag beginnt nicht nur die vorweihnachtliche Adventzeit, sondern auch ein neues Kirchenjahr. Der Advent gilt als eine Zeit der Stille und Besinnung. Für Christen ist er die Vorbereitungszeit auf Weihnachten. Das Wort kommt vom lateinischen "adventus" und bedeutet "Ankunft". Christen verbinden damit die Erinnerung an die Geburt Jesu in Bethlehem und das Erwarten seiner Wiederkunft am Ende der Zeit.

 

In den Gottesdiensten an den vier Adventsonntagen werden häufig Texte aus dem Alten Testament verwendet, die die Ankunft des Erlösers prophezeien. Die vier Kerzen des zum jüngeren Brauchtum zählenden Adventkranzes symbolisieren das Kommen des "Lichts der Welt". Die Zweige immergrüner Tannen stehen für das ewige Leben.

 


In einem Überblick haben wir Ihnen die schönsten Adventlieder und Adventgedichte zusammengestellt: Zu den Adventgedichten - und Liedern


 

Neben der Erinnerung an die Geburt Jesu hat die Adventzeit ein zweites Thema: die Rückkehr Jesu als Weltenrichter am Ende der Zeiten. Daher hat die Adventzeit auch einen Bußcharakter. Äußere Zeichen hierfür sind die violetten Messgewänder und die violetten Bänder, die sich oft an Adventkränzen finden.

 

Neben der Erinnerung an die Geburt Jesu hat die Adventzeit ein zweites Thema: die Rückkehr Jesu als Weltenrichter am Ende der Zeiten.

 

Die Länge der Adventzeit hat sich im Laufe der Geschichte gewandelt. Während man im 5. Jahrhundert in Jerusalem nur einen einzigen Adventsonntag feierte, hat Papst Gregor der Große (590-604) die Zahl der Adventsonntage auf vier festgelegt. Die sich über vier Sonntage erstreckende Adventzeit wurde erst 1570 durch Papst Pius V. allgemein verbindlich. Nur in der Erzdiözese Mailand werden auch heute noch sechs Adventsonntage gefeiert.

 

In vielen Pfarren werden an den Werktagen des Advents die sogenannten Rorate-Messen gefeiert. Der Name leitet sich ab von den ersten Worten des bekannten Liedes "Tauet, Himmel, den Gerechten", auf Lateinisch "Rorate caeli". Diese Gottesdienste werden meist früh am Morgen gefeiert, der Kirchenraum ist oft nur mit Kerzenlicht erhellt.

 

Der Adventkalender - vor allem bei Kindern beliebt - zählt die Tage des Dezembers bis zum Weihnachtsfest und war ursprünglich eine religiöse Hinführung auf Weihnachten. Verschiedene Vorformen des Adventkalenders finden sich bereits im 19. Jahrhundert. 1908 druckte der Münchner Verleger Gerhard Lang den ersten Adventkalender mit Klapptürchen. Heute verbergen sich hinter den Türchen Bilder, Sprüche oder Süßigkeiten.

 

Süßigkeiten und allerlei andere kulinarischen Spezialitäten findet man auch auf den zahlreichen Adventmärkten in Österreich. Zu den Bekanntesten zählen unter anderem der Mariazeller Advent, bei dem es den weltweit größten Adventkranz zu bewundern gibt. Ein kulturelles Highlight ist auch der jährliche Grafenegger Advent im Schloss Grafenegg/Niederösterreich. Unter dem Motto "Klang trifft Kulisse" erwartet die Besucher ein abwechslungsreiches Programm für jung und alt.

Allerheiligen & Allerseelen

Einem Wort des Schriftstellers Elias Canetti zufolge besteht die größte Anstrengung des Menschen darin, "sich nicht an den Tod zu gewöhnen": Er ist unausweichlich, dennoch will niemand wahrhaben, dass er sterben wird. Alles beginnt mit einem ersten Atemzug - aber es endet auch mit einem solchen. An diese bittere Wahrheit erinnert Allerheiligen & Allerseelen.

 

Wo immer der Tod dem Menschen zu nahe kommt, wird sogleich nach Erklärungsmustern, nach Gründen und Anlässen gesucht. Wer indes tiefer gräbt, wer sich der Nacht aussetzt, "die kein menschliches Licht erhellt" (Max Horkheimer), der kommt rasch an denkerische Weggabelungen. Die breiten Wege führen dabei in die Kirchen oder aber in einen achselzuckenden Agnostizismus.

 

 

Auf dem Marktplatz der "Kontingenzbewältigungsangebote" sind Religionen noch immer ein "big player", der mit reicher Tradition und der Kraft des Evangeliums den "Tod des Todes" (Egon Kapellari) verkündet. Aber auch die agnostizistische Gleichgültigkeit, die oftmals in banale Diesseits-Attitüden mündet, erfreut sich großer Beliebtheit.

 

Allerheiligen & Allerseelen führt nicht in erster Linie den eigenen Tod vor Augen, sondern es führt an den äußersten Punkt der Verzweiflung, den Tod des Anderen, vor dessen Grab man sich einfindet.

 

Was hat die biblische Tradition den an Trauer zu ersticken Drohenden tröstendes zu bieten? Billiger Trost kann es nicht sein, zu schmerzhaft verletzt der Stachel des Todes die Seele noch des überzeugtesten Gläubigen. Mehr noch: Wo immer man dem Tod des Anderen zu nahe kommt, wird das eigene Leben zum beschädigten Leben, zum nurmehrigen Über-Leben, das sich seiner ständigen Abschiedlichkeit bewusst wird.

 

 

Allerheiligen & Allerseelen führt somit nicht in erster Linie den eigenen Tod, die eigene Sterblichkeit vor Augen, sondern es führt an den äußersten Punkt der Verzweiflung, den Tod des Anderen, vor dessen Grab man sich einfindet. Der russische Religionsphilosoph Leo Schestow brachte es 1938 auf den Punkt, als er formulierte: "Gott sagen heißt, dem Tod widerstehen." Der Tod - er verleiht dem Denkenden "neue Augen". Das "Memento Mori", das Eingedenken des Todes, ist damit zugleich Einspurch gegen eine kalte Gleichgültigkeit gegenüber den Zeitläuften.

 

Der Gedanke, dass die Nacht, die kein menschliches Licht erhellt, auch von keinem göttlichen durchdrungen wird, ist ungeheuerlich. (Max Horkheimer)

 

Wer heute nicht mehr bereit und fähig sein mag, kirchlichen Trostzuspruch in der Not und Dunkelheit des Todes zu verstehen, dem sei als "Strohhalm der Hoffnung" folgender Satz Horkheimers ans Herz gelegt: "Der Gedanke, dass die Gebete der Verfolgten in höchster Not, dass die der Unschuldigen, die ohne Aufklärung ihrer Sache sterben müssen, und dass die Nacht, die kein menschliches Licht erhellt, auch von keinem göttlichen durchdrungen wird, ist ungeheuerlich". Diese Hoffnung, so notierte er, ist vielleicht das einzige, das ihn angesichts der Verzweiflung davon abhält, "hier alles dem Erdboden gleichzumachen".

 

von Henning Klingen

Kathpress/Katholisch.at

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