Donnerstag 23. März 2017
Glauben | erklärt

Weltreligionen

Wie verhält sich das Christentum zu den anderen Weltreligionen? Gibt es gar Überschneidungen in den Botschaften?

Das Zweite Vatikanische Konzil (1962-1965) würdigt in einer eigenen Erklärung die Weltreligionen. Es zeigt tiefen Respekt und Achtung vor den religiösen Erfahrungen der verschiedenen Völker: Die Erfahrung einer verborgenen Macht, eines höchsten Gottes oder sogar eines Vaters "durchtränkt" das Leben der Menschen mit einem tiefen religiösen Sinn.

 

Die Begegnung mit Andersdenkenden und Andersglaubenden ist für Christen eine Herausforderung und Chance. Es gibt viel zu entdecken: Unbekanntes, Gemeinsames und Unterschiede.

 

Die Beschäftigung mit anderen Religionen soll zu gegenseitigem Respekt führen, zugleich regt sie zum Entdecken des eigenen Profils an. So stehen im Zentrum des Christentums nicht nur besondere Ereignisse, in denen sich Gott offenbart (wie im Judentum), nicht ein Buch, das Gottes Wille enthält (wie beim Islam), nicht eine Einsicht (wie in bestimmten buddhistischen Richtungen), nicht verschiedene Erlösungswege zum Göttlichen (in den hinduistischen Religionen) oder das Sich-Einfügen in eine göttlich-harmonische Natur (Daoismus).

 

 

Sein konkretes Leben, seine Worte und Taten, sein Tod und vor allem seine Auferweckung zeigen, was Gott will, wie Gott ist, wie unser Leben gelingen kann und worauf wir vertrauen dürfen.

  

Die besonderen Erfahrungen mit Jesus führten Christen zu einem außergewöhnlichen Gottesbild. Christen glauben an einen "drei-einen" Gott, den Vater, den Sohn und den Heiligen Geist. Mit diesem einzigartigen Bild wollen sie die Zuwendung und Nähe Gottes betonen, seine Offenheit und Beziehungsfreudigkeit. 

 

Ehre sei dem Vater,

der uns berufen hat,

auf dieser Erde

Mensch zu werden.

Ehre sei dem Sohn,

der das Unvollendete begleitet.

Ehre sei dem Heiligen Geist,

der uns die Ereignisse des Alltags

als Botschaft und als Fügung

deutet.

Ehre sei dem Vater

und dem Sohn

und dem Heiligen Geist,

wie im Anfang

so auch jetzt und allezeit

und in Ewigkeit.

Amen.

(Martin Gutl)

 

Die prägnanteste Zusammenfassung des christlichen Glaubens bietet das Glaubensbekenntnis der Kirche, das - mit kleinen Unterschieden - für alle christlichen Glaubensgemeinschaften grundlegend ist.

 

Das Apostolische Glaubensbekenntnis

 

Ich glaube an Gott,

den Vater, den Allmächtigen,

den Schöpfer des Himmels und der Erde,

und an Jesus Christus,

seinen eingeborenen Sohn, unsern Herrn,

empfangen durch den Heiligen Geist,

geboren von der Jungfrau Maria,

gelitten unter Pontius Pilatus,

gekreuzigt, gestorben und begraben,

hinabgestiegen in das Reich des Todes,

am dritten Tage auferstanden

von den Toten,

aufgefahren in den Himmel;

er sitzt zur Rechten Gottes,

des allmächtigen Vaters;

von dort wird er kommen,

zu richten die Lebenden und die Toten.

Ich glaube an den Heiligen Geist,

die heilige katholische Kirche,

Gemeinschaft der Heiligen,

Vergebung der Sünden,

Auferstehung der Toten

und das ewige Leben.

Amen.

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