Donnerstag 23. März 2017

Hilfe in akuter Not

Die katholische Kirche leistet im sozialen Bereich einen unersetzlichen Dienst für die Gesellschaft. Ihr Engagement für Not leidende Menschen im Inland wie im Ausland ist motiviert durch das christliche Menschenbild: In jedem, gerade in den Schwächsten, Jesus Christus zu sehen.

 

Die Caritas berät, begleitet und unterstützt in ganz Österreich Menschen in schwierigen Lebenssituationen, mit Krankheit, oder Behinderung, in Obdachlosigkeit, nach Unglücksfällen oder Katastrophen. Dass dies besonders effektiv geschehen kann ist auch ein Verdienst der engen Zusammenarbeit mit den 3.000 österreichischen Pfarren und deren "Pfarrcaritas"-Referaten.

 

Aber auch abseits der großen katholischen Hilfsorganisation engagieren sich Pfarren, Ordensgemeinschaften, Gruppen und einzelne Katholiken mit sozialen Hilfsangeboten für Not leidende Menschen; darunter fallen Suppenküchen genauso wie Lebensmittel- und Kleiderausgaben, aber auch Hilfe für Menschen in Asylverfahren oder Betroffene von Menschenhandel.

 

Umfassende kirchliche Hilfe für Menschen in Not kommt auch außerhalb der österreichischen Grenzen an. Rund 100 Millionen Euro können die Hilfsorganisationen der katholischen Kirche dank Spenden und staatlichen Förderungen Jahr für Jahr an internationaler Hilfe etwa für Entwicklungshilfeprojekte in den ärmsten Ländern der Welt leisten.

Sekten & Weltanschauung

Die religiöse Vielfalt in der Gesellschaft kann verwirren. Es gibt heute eine nahezu unüberschaubare Fülle an religiösen Bewegungen und weltanschaulichen Strömungen. Die persönliche Orientierung wird angesichts der Vielzahl von Anbietern, unter denen sich Einzelpersonen genauso befinden wie Gruppen, zunehmend schwieriger.

Der Kontakt und insbesondere der Beitritt zu einer "Sekte" oder neuen religiösen Bewegung kann Angehörige und Freunde irritieren. Manchmal löst er auch Angst um die Zukunft von nahestehenden Menschen aus.

Die katholische Kirche in Österreich bietet mit einem umfassenden Informations- und Beratungsangebot zu religiösen Bewegungen, Sekten und weltanschaulichen Strömungen kritische Orientierung in dieser Vielfalt. Jede Diözese hat ein Referat für Weltanschauungsfragen, an das sich Menschen unabhängig von ihrer Religions- oder Konfessionszugehörigkeit mit ihren Fragen oder auch Sorgen wenden können.

Ehe & Familie

Die kirchlich getragenen Ehe- und Familienberatungsstellen bieten Paaren und Familien in ganz Österreich Unterstützung bei Fragen der Lebensgestaltung, der Bewältigung von schwierigen Lebenssituationen sowie in Konflikten und Krisen. Die Expertinnen und Experten haben offene Ohren und kompetente Beratung für die zahlreichen Herausforderungen und Anliegen von Familien in ihren vielfältigen Lebensformen und Lebenssituationen.

Die breite Palette der Angebote reicht von Informationen und Kursen zur Beziehungspflege oder Rechtsberatung in Familienfragen über Elternservice, Erziehungsberatung, psychosoziale Beratung und Mediation bis hin zu Ehevorbereitungsseminaren und Tipps zum Thema "Glauben leben in der Familie".

Schwangerschaft & Geburt

Eine Schwangerschaft kann die reine Freude bedeuten. Oft gehen mit der nahenden Geburt eines Kindes aber auch Sorgen und Ängste einher. Ambivalente Gefühle, Partnerschaftskonflikte, die Sorge, dass sich bestehende Probleme verschlimmern oder dass alles zu viel werden könnte.

Die Expertinnen in den kirchlichen oder von der Kirche unterstützten Schwangerschaftsberatungen helfen in dieser Situation weiter. Sie wissen um viele Hilfsmöglichkeiten, beraten anonym und kostenfrei; wo nötig und möglich wird die Beratung auch mit konkreter wirtschaftlicher Unterstützung oder Sachspenden verbunden. So entstehen oft neue Perspektiven für Mutter und Kind.

 

Das kirchliche Angebot reicht dabei von klassischen Beratungs- und Informationsangeboten wie etwa durch die Aktion Leben bis hin zu finanziellen Hilfsangeboten für Schwangere in Notsituationen, wie sie in verschiedenen Diözesen angeboten werden.

Ombudsstellen

Die Ombudsstellen sind erste Anlaufstationen für Menschen, die sexuelle oder gewalttätige Übergriffe durch Personen, die haupt- oder ehrenamtlich in der Kirche arbeiten, erlitten haben oder vermuten. Laut der gültigen Rahmenordung der Österreichischen Bischofskonferenz gegen Missbrauch und Gewalt müssen alle kirchlichen Ombudsstellen durch unabhängige Fachleute besetzt sein, die ihre Tätigkeit weisungsfrei ausüben. In der Regel stehen in einer Ombudsstelle neben dem Leiter/der Leiterin weitere professionelle therapeuthische, juristische und auf Wunsch auch seelsorgerische Kräfte zur Verfügung.

Wer Hilfe, einen Ansprechpartner oder rechtlichen Beistand in Fragen von Gewalt und sexuellem Missbrauch in der Kirche sucht, kann sich an eine der in allen österreichischen Diözesen eingerichteten Ombudsstellen wenden. Die Kontaktaufnahme ist telefonisch, per E-Mail oder postalisch möglich. Selbstverständlich ist dieses Angebot für die Betroffenen kostenlos.

 

Zusätzlich zu den Ombudsstellen hat die Bischofskonferenz im Zuge der Missbrauchskrise eine unabhängige Opferschutzanwaltschaft und der Leitung von Waltraud Klasnic eingerichtet. Die Opferschutzanwaltschaft agiert als zivilgesellschaftliche Einrichtung gänzlich autonom und weisungsfrei. Ihre Aufgabe ist es, allen Opfern von Missbrauch und Gewalt in Kirche und Gesellschaft in Österreich seriös, sensibel und wirksam zu helfen - durch Aufklärung, Therapiekosten-Übernahme und Entschädigungszahlungen.

Telefonseelsorge

Trennung vom Partner, Überforderung in Erziehungsfragen, Sucht, Ängste oder schlicht Einsamkeit: Das sind die Hauptmotive, warum Menschen die Nummer der Telefonseelsorge 142 wählen. Gerade der Schutz durch die Anonymität erleichtert es vielen, Trost bei einem Gesprächspartner zu suchen, mit dem man über alles reden kann. Unter der Rufnummer 142 ist die Telefonseelsorge in ganz Österreich rund um die Uhr und kostenlos zu erreichen. Jeder Anruf wird vertraulich behandelt.

Hauptträger der in allen Diözesen vertretenen Telefonseelsorge sind die katholische und evangelische Kirche, in Vorarlberg ein privater Verein. Insgesamt führen die rund 800 ehrenamtlichen und speziell ausgebildeten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mehr als 100.000 Einzelgespräche pro Jahr.

Immer mehr Menschen suchen direkt übers Internet Rat und Hilfe oder den Kontakt zu einem Seelsorger. Über ein verschlüsseltes System auf der Seite www.onlineberatung-telefonseelsorge.at können sich Ratsuchende deshalb auch online an die Telefonseelsorge wenden. Ein weiteres von der katholischen und der evangelischen Kirche getragenes Angebot ist die "Online-Beratung". In der Erzdiözese Salzburg gibt es zudem eine eigene Internetseelsorge.

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