Montag 5. Dezember 2016

Neue Bischöfe

Als "deutliches Zeichen, dass im Vatikan unter Papst Franziskus auf die Ortskirche gehört wird", hat Kardinal Christoph Schönborn die Bestellung der beiden neuen Bischöfe Wilhelm Krautwaschl und Werner Freistetter bezeichnet. Papst Franziskus habe ja selbst immer wieder davon gesprochen, dass auf die Ortskirche bei der Ernennung von Bischöfen stärker gehört werden solle. Auch die heimischen Bischöfe hätten diesen Wunsch in den vergangenen Jahren immer wieder geäußert. "Das ist nun ein Zugewinn, den wir sehr dankbar feststellen können", so Schönborn wörtlich gegenüber "Kathpress".

 

Wilhelm Krautwaschl, Werner Freistetter und der vor Kurzem ernannte Feldkircher Bischof Benno Elbs hätten einen starken Rückhalt in der österreichischen Ortskirche und unter den heimischen Bischöfen, so Schönborn. An diesen Ernennungen werde auch deutlich, dass sich das kirchliche Verfahren der Bischofsernennungen bewährt, wenn die vorgesehenen Vorgaben eingehalten werden, sagte der Vorsitzende der Österreichischen Bischofskonferenz.

 

Zum neuen Grazer Bischof Krautwaschl meinte Schönborn, dass dieser sehr gute Voraussetzungen für seinen neuen Dienst in der Diözese mitbringe. Krautwaschl habe viel seelsorgliche Erfahrung und sei auch sehr kompetent in der Förderung von geistlichen Berufungen. Als Mitglied der Fokolar-Bewegung, wo die Zusammenarbeit von Priestern und Laien großen Stellenwert hat, bringe er auch diesen Aspekt mit ein. Zudem zeichne die Fokolar-Bewegung das Engagement im ökumenischen Dialog und in der Friedensarbeit aus.

 


Kardinal Schönborn zu den neuen Bischöfen


 

 

Mit Werner Freistetter werde ein umsichtiger und ausgezeichnet qualifizierter Priester Bischof der Militärdiözese, betonte Kardinal Schönborn weiter.  Er kenne Freistetter, der Priester der Erzdiözese Wien ist, schon lange und habe ihn als erfahrenen Seelsorger und engagierten Wissenschafter schätzen gelernt. Der Wiener Erzbischof verwies u.a. auf Freistetters Wirken in Rom beim Päpstlichen Rat für die Kultur sowie auf seine Auslandseinsätze mit dem Österreichischen Bundesheer.

 

Gerade in Umbruchszeiten ist es wichtig, das Priester und Bischöfe nahe bei den Menschen sind.

 

Gerade angesichts der großen Umbrüche im Österreichischen Bundesheer sei er dankbar, so Schönborn, dass mit Freistetter jemand Militärbischof wird, der das Bundesheer von innen kennt und der Truppe nahe ist.

 


Quick-Infos

Stichwort: Bischofsweihe

Die Bischofsweihe ist in der katholischen Kirche die höchste Stufe des Weihesakraments und dessen "Fülle". Sie macht einen Priester zum rechtmäßigen Nachfolger der Apostel und zum Teil des Bischofskollegiums, wo er mit dem Papst und den anderen Bischöfen die Sorge für die ganze Kirche teilt. Die Bischofsweihe verleiht dem Geistlichen das Amt des Lehrens, der Heiligung und des Leitens. Gespendet wird sie im Auftrag des Papstes und durch einen anderen gültig geweihten Bischof - den "Konsekrator", dem nach alter Tradition zwei weitere Bischöfe als "Mitkonsekratoren" zur Seite stehen.


Die Weihehandlung beginnt mit dem Versprechen des Erwählten. Nach einer Allerheiligen- und Fürbitten-Litanei, bei der der Kandidat inmitten der anwesenden Priester auf dem Boden liegt, kniet er sich vor dem Hauptzelebranten nieder, der ihm unter Stillschweigen die Hände auflegt, was auch die Mitkonsekratoren und alle anwesenden Bischöfe tun. Während des Weihegebetes wird das geöffnete Evangelienbuch über dem Haupt des Bischofs gehalten, um so den Ursprung des Bischofsdienstes aus dem Wort Gottes zu verdeutlichen.


Es folgen die Salbung mit Chrisam, die Übergabe des Evangelienbuchs sowie auch von Ring, Mitra und Bischofsstab. Die Insignien verweisen auf die Verbundenheit zur Kirche, auf Würde und Bemühen um Heiligkeit, auf das "Hirtenamt" des neuen Bischofs als nunmehriger Leiter einer Diözese und auf die Nachfolge Christi.


Anschließend wird der Bischof zum Bischofsstuhl - der "Kathedra" - begleitet. Der Lehrstuhl des Bischofs, der das älteste Bischofssymbol ist und einer Bischofskirche auch den Namen "Kathedrale" verleiht, ist wie Altar und Ambo Zeichen besonderer Gegenwart Christi. Mit dem Platznehmen auf dem Stuhl übernimmt ein Bischof die Leitung einer Diözese mit allen Rechten und Pflichten und wird namentlich von jedem Priester der Diözese im Hochgebet der Eucharistiefeier genannt. Die Aufnahme ins Bischofskollegium wird in der Umarmung durch die anwesenden Bischöfe beim Friedensgruß bekundet.

Stichwort Bischofsernennung

Die Bestellung von Bischöfen erfolgt allein durch den Papst, entweder durch freie Ernennung oder durch die Bestätigung von rechtmäßig gewählten Kandidaten. In Österreich gilt diese freie Ernennung durch den Papst für alle Erzdiözesen und Diözesen - bis auf die Erzdiözese Salzburg: in der Erzdiözese hat das Metropolitankapitel von Salzburg das Recht, aus einem Dreiervorschlag des Heiligen Stuhles in freier, geheimer Abstimmung den Erzbischof zu wählen. Dieses Recht geht auf das Konkordat von 1933 zurück. (Artikel IV, Paragraf 1).

 

Hat sich der Papst für einen Kandidaten entschieden, ist der Vatikan auf Grund des Konkordats (Artikel IV, Paragraf 2) verpflichtet, den Ministerrat der Österreichischen Bundesregierung über den neuen Bischof zu informieren. Üblicherweise reagiert der Ministerrat darauf positiv, er kann aber auch politische Bedenken anmelden. Verhindern kann die Regierung einen Bischofskandidaten jedoch nicht.

 

Wird ein Einwand seitens der Bundesregierung erhoben, ist zu versuchen, zu einem Einvernehmen zwischen dem Heiligen Stuhl und der Bundesregierung zu kommen. Bei Erfolglosigkeit dieses Versuches ist aber der Papst in seiner Ernennung (trotz Erhebung von Einwänden "allgemein politischer Natur") frei. Für die Ernennung von Weihbischöfen gilt diese "politische Klausel" nicht.

 

Ist der Vorschlag durch den Ministerrat durchgegangen, teilt der Vatikan in einem nächsten Schritt im "Bolletino" - dem Pressedienst des Vatikans - die Bestellung des Bischofs mit. Ist der Ernannte bereits Bischof, hat er mit dem Zeitpunkt der Ernennung die volle Verantwortung für die Diözese, andernfalls kann er erst nach der Bischofsweihe - die innerhalb von drei Monaten zu geschehen hat - vom Amt als Erzbischof, Bischof oder Weihbischof Besitz ergreifen.

 

Für das Verfahren zur Ermittlung von Bischofskandidaten sieht das Kirchenrecht vor, dass (unabhängig von einem konkreten Bestellungsvorgang) die Bischöfe einer Kirchenprovinz bzw. (wie in Österreich) die Bischofskonferenz wenigstens alle drei Jahre nach gemeinsamer Beratung eine Liste von für das Bischofsamt geeigneten Priestern (auch aus dem Ordensklerus) erstellt und an den Heiligen Stuhl übermittelt. Dieser Vorgang ist geheim. Hiervon unabhängig ist aber jeder einzelne Bischof berechtigt, dem Heiligen Stuhl Namen von Priestern mitzuteilen, die er für das Bischofsamt für würdig und geeignet hält.

 

Steht die Ernennung eines Bischofs bevor, so kommt für die Ermittlung von Kandidaten dem jeweiligen Apostolischen Nuntius eine zentrale Rolle zu: Der Nuntius hat dem Heiligen Stuhl einen Dreiervorschlag vorzulegen. Zusammen mit seinem eigenem Votum hat er dem Heiligen Stuhl mitzuteilen, was der Metropolit und die einzelnen Diözesanbischöfe der Kirchenprovinz (zu der die zu besetzende Diözese gehört) vorschlagen, ebenso hat er das Votum des Vorsitzenden der Bischofskonferenz einzuholen. Darüber hinaus werden auch die Meinungen der Mitglieder des jeweiligen Domkapitels und - nach Auswahl durch den Apostolischen Nuntius - auch die von Welt- und Ordenspriestern sowie von Laien einzeln und geheim eingeholt. Bei der Ernennung eines Weihbischofs ist der Diözesanbischof berechtigt, dem Heiligen Stuhl eine Liste von mindestens drei für dieses Amt besonders geeigneten Priestern vorzulegen.

 

Die Ernennung eines für geeignet befundenen Kandidaten erfolgt für die Diözesen in Österreich völlig frei durch den Papst; nur im Fall der Erzdiözese Salzburg geschieht dies durch die Erstellung des Dreiervorschlags für die Wahl eines neuen Erzbischofs durch das Metropolitankapitel.

Infos Diözese Graz-Seckau

Die steirische Diözese Graz-Seckau ist die flächenmäßig größte österreichische Diözese. In den Diözesangrenzen, die mit jenen des Bundeslandes Steiermark weitestgehend identisch sind, leben aktuell mehr als 850.000 Katholiken. Zuletzt leitete Egon Kapellari als Bischof von 2001 bis 2015 die Diözese.

 

Die historische Geburtsstunde der Diözese liegt im 13. Jahrhundert. 1218 gründete das Erzbistum Salzburg das Bistum Seckau in der Obersteiermark, seit 1786 ist der Bischofsitz in der Landeshauptstadt Graz. Die unter Friedrich III. als Hofkirche der Grazer Burg errichtete Ägidiuskirche ist seither die Kathedralkirche der Diözese.


Heute umfasst die Diözese 25 Dekanate mit 388 Pfarren. 315 davon sind in insgesamt 116 Pfarrverbänden zusammengeschlossen. Insgesamt wirken in Graz-Seckau 455 Welt- und Ordenspriester, 78 ständige Diakone sowie 158 Pastoralassistenten. Das kirchliche Leben wird zudem wesentlich von rund 40.000 ehrenamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, davon 4.860 in Pfarrgemeinderäten, getragen.


Seit 2008 gilt das beim letzten Papstbesuch in Österreich verwendet Motto "Auf Christus schauen" als Leitwort für zahlreiche Aktionen und Initiativen der Diözese. Ziel der katholischen Kirche in der Steiermark ist es, mit verschiedensten Angeboten Menschen die Möglichkeit zur Auseinandersetzung mit dem Glauben zu geben. Bis zum 800-Jahr-Jubiläum der Diözese im Jahr 2018 wird im Projekt "Diözesaner Weg" zudem ein "Pfad in die Zukunft" entwickelt, der die aktuellen Herausforderungen für die Kirche wahrnimmt.


» www.katholische-kirche-steiermark.at

Infos Militärdiözese

Der Militärbischof steht an der Spitze der katholischen Militärdiözese, die für rund 90.000 Katholiken im Umfeld des Bundesheer zuständig ist. Eingerichtet wurde die einzige kategoriale Diözese Österreichs (neben neun territorialen) im Jahr 1986. Schon zuvor wirkten ab 1956 erste Militärgeistliche im Rahmen des sogenannten "Militärvikariats" im neuen Österreichischen Bundesheer. Die Militärseelsorge als eine der ältesten Seelsorgeformen gibt es schon viel länger: Mit Beginn des 16. Jahrhunderts wurde die Sorge der Kirche um den Berufsstand der Soldaten bereits institutionalisiert.

 

Aktuell gehören der Militärdiözese 22 Priester und 3 Ständige Diakone an, die in 20 Militärpfarren im In- und Ausland im Einsatz sind. Sie werden bei ihren Aufgaben in der seelsorglichen Betreuung der Soldatinnen und Soldaten, zivilen Bediensteten des Bundesheeres und Heeresangehörige im Ruhestand sowie deren Angehörigen, von Militärpfarrern im Milizstand unterstützt. Die offizielle Statistik der Militärdiözese verzeichnete für 2013 66 Taufen, 242 Firmungen und 22 Trauungen.


Eine institutionalisierte Militärseelsorge, ähnlich jener in Österreich, gibt es weltweit nur in etwas mehr als 30 Ländern. Oft werden die Militärdiözesen aber vom Bischof einer territorialen Diözese mitbetreut.


Der Militärbischof ist einem Diözesanbischof gleichgestellt und gehört der Österreichischen Bischofskonferenz an. Seine Bischofskirche ist die St. Georgs-Kathedrale in der Wiener Neustädter Burg, wo auch die Theresianische Militärakademie untergebracht ist. Der Militärbischof ist gleichzeitig Titularbischof von Wiener Neustadt.


» www.mildioz.at


 

Kapellari: "Viele Gaben des Herzens und Geistes"

 

Auch der emeritierte steirische Bischof Egon Kapellari hat am Donnerstag seinen Nachfolger Wilhelm Krautwaschl mit "großer Freude" begrüßt. Krautwaschl bringe "viele Gaben des Herzens und des Geistes und viel Erfahrung" mit, so Kapellari. Er sähe seine "Hoffnung, dass sich durch die göttliche Vorsehung alles gut fügen wird" mit der Wahl und den Qualitäten Krautwaschls bestätigt.

 

Werner: Engagierter Seelsorger

 

Der bisherige Militärbischof Christian Werner hat sich in einer ersten Stellungnahme sehr erfreut über seinen Nachfolger Werner Freistetter gezeigt. Freistetter sei in den letzten Jahren einer seiner engsten Mitarbeiter gewesen, er sei ein "ausgewiesener Militärethiker und engagierter Seelsorger", so der ab sofort emeritierte Militärbischof über seinen Nachfolger.

 

Quelle: Kathpress

22. November
2016

Lackner weiht sechs verheiratete Männer zu Ständigen Diakonen

Pensionierter Polizist, Elektromonteur, Offizier und Bankangestellter unter den Neugeweihten - Auch Kärntner Bischof Schwarz weiht in Villach Diakon

Kardinal Christoph Sch
27. Oktober
2016

Priester- und Diakonenweihe in heimischen Ordensgemeinschaften

Kardinal Schönborn weiht am 6. November Salesianer Simplice Tchoungang zum Priester - Erste Diakonenweihe seit Jahrzehnten in Wiener Piaristenkirche

18. Oktober
2016
Salzburg

Internationale Tagung über "Benediktiner als Päpste"

Fachtagung vom 19. bis 21. Oktober in Erzabtei St. Peter beleuchtet, wie sich die monastische Prägung einzelner Päpste auf die Kirchenleitung, Theologie und Kirchenpolitik ausgewirkt hat

11. Oktober
2016
Wien

Kardinal Schönborn weihte 15 Männer zu Diakonen

Mit der Weihe am 15. Oktober im Stephansdom erhöhte sich Zahl der Diakone in Erzdiözese Wien auf 202

Alois Schwarz
10. Oktober
2016

Bischof Schwarz hebt "heilende Gesten" der Diakone hervor

Bischof Schwarz: Diakone haben die Aufgabe, "Menschen zu Gott und zueinander zu führen" - 61 Ständige Diakone in der Diözese Gurk-Klagenfurt

28. September
2016
Burgenland

Schauer wird Bischofsvikar für Wallfahrt und Berufung

Langjähriger Superior von Mariazell tritt neues Amt in der Diözese Eisenstadt am 1. Oktober an - Eisenstädter Bischof Zsifkovics freut sich auf einen "herausragenden Vermittler des Glaubens"

zurück #weiter#
image
Wie wird man Bischof?
image
Neuer Militärbischof
Pressekonferenz in Wien
image
Neuer Bischof für Graz?
Kardinal Schönborn informiert
image
Bischofskonferenz
Kardinal Schönborn berichtet
image
Den Tunnelblick weiten
Kardinal Schönborn zur Synode
image
Die Lehre vertiefen
Kardinal Schönborn zur Synode
image
Mehr als Statistik
Gespräch mit Kardinal Ezzati
image
Bischöfe zur Synode
Stimmen deutscher Bischöfe
image
"Es bewegt sich etwas"
Erwartungen an die Synode
image
"Richtige Entscheidung"
Schönborn zu Tebartz-van Elst
Medienreferat der
Österreichischen
Bischofskonferenz

Stephansplatz 4/6/1
A-1010 Wien
©2016 Medienreferat der Österreichischen Bischofskonferenz. Alle Rechte vorbehalten.
http://www.katholisch.at/
Darstellung: