Freitag 28. April 2017
500 Jahre Luther

Am 31. Oktober 2017 jährt sich zum 500. Mal die Veröffentlichung der 95 Thesen, die Martin Luther (1483-1546) der Überlieferung nach an die Tür der Schlosskirche in Wittenberg schlug und damit die Ablasspraxis der katholischen Kirche kritisierte. Es war dies zugleich die Geburtsstunde der Reformation, derer evangelische und katholische Kirche heuer gemeinsam Gedenken. Das allein ist ein Akt ökumenischer Annäherung, galt Luther doch katholischerseits über Jahrhunderte als "der" Erzketzer schlechthin, der die folgenschwere konfessionelle Spaltung gebracht hat.

 

Luthers Anliegen war die Wiederherstellung einer dem Evangelium gemäßeren Kirche. Zentrale Voraussetzung dafür war seine Übersetzung der Heiligen Schrift ins Deutsche. Ursprünglich wurde der Reformationstag an unterschiedlichen Terminen gefeiert, etwa an Luthers Geburts- oder Todestag. Zur 150. Wiederkehr des "Thesenanschlags" 1667 setzte Kurfürst Georg II. von Sachsen den 31. Oktober als Gedenktag fest.

1999 unterzeichneten Katholiken und Lutheraner am Reformationstag die "Gemeinsame Erklärung zur Rechtfertigungslehre", die einen Konsens der Kirchen in Grundwahrheiten der Rechtfertigungslehre, dem Herzstück der Theologie Luthers, besiegelt.

Mit Blick auf den 500. Jahrestag der Reformation 2017 begeht die evangelische Kirche seit 2008 eine "Reformationsdekade". In den einzelnen Themenjahren soll verdeutlicht werden, was Reformation bedeutet. 2015 stand unter dem Leitwort "Reformation - Bild und Bibel". Das nächste Themenjahr, das Reformationstag eröffnet wird, steht unter dem Motto "Reformation und die Eine Welt".

 

Auf weltkirchlichem Parkett findet der zentrale Festakt im schwedischen Lund statt. Im Rahmen der Jubiläumsfeierlichkeiten wird Papst Franziskus auf Einladung des Päpstlichen Rates zur Förderung der Einheit der Christen und des Lutherischen Weltbundes am 31. Oktober gemeinsam mit Vertretern der lutherischen und katholischen Kirche an einem ökumenischen Gottesdienst zum Gedenken an die Reformation teilnehmen.

 

 

Quick-Infos

Was bedeutet "Ablass"?

Der Ablass (lateinisch "indulgentia") ist in der katholischen Theologie die Läuterung des Sünders durch Verrichtung einer Buße. Durch den Gnadenakt werden ihm die zeitlichen, also nicht ewigen Sündenstrafen erlassen, nicht jedoch die Sünden selbst vergeben. Während in der frühen Kirche die Gläubigen vor der Vergebung ihrer Sünden handfeste öffentliche Kirchenstrafen wie das Gehen in Sack und Asche verbüßen mussten, rückten Vergebung und Strafe im Laufe der Kirchengeschichte auseinander.

Die Sündenvergebung geschieht nun in der Beichte. Die Strafverbüßung wurde zu einer eher abstrakten Angelegenheit. Mit der Entwicklung der Lehre vom Fegefeuer entstand die Vorstellung von zeitlichen Sündenstrafen im Jenseits, die durch Buße und gute Werke im Diesseits vermieden oder verkürzt werden können.

Aus diesem für die katholische Lehre bis heute gültigen Grundgedanken entwickelte sich im Mittelalter eine fragwürdige Praxis. So konnte durch die Ableistung einer bestimmten Zahl von Bußakten und durch die Zahlung einer Geldsumme eine festgelegte Zahl von Tagen im Fegefeuer aufgehoben werden. Martin Luther sah darin eine krasse Verfälschung der christlichen Lehre von der Gnade Gottes, die nicht manipulierbar sein konnte. Damit wurden die extremen Formen der Ablasspraxis im 16. Jahrhundert zu einem Auslöser von Reformation und Kirchenspaltung.

Die heutige katholische Ablasslehre wurde von Papst Paul VI. 1968 neu festgelegt und von Papst Johannes Paul II. zuletzt 1998 in der Bulle für das Heilige Jahr 2000 bestätigt. Demnach unterscheidet die Kirche zwischen einem teilweisen und einem vollkommenen Ablass. Letzteren kann zu bestimmten Anlässen - etwa zu einem Heiligen Jahr - jeder Katholik erwerben, der nach Beichte, Eucharistie und Gebeten bestimmte Werke der Buße tut.

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