Sonntag 19. Februar 2017

Geweihtes Leben

Am 2. Februar begeht die katholische Kirche traditionell ihren "Tag des geweihten Lebens". Papst Johannes Paul II. hatte den Tag am Kirchenfest "Mariä Lichtmess" im Jahr 1997 eingeführt, um die Wertschätzung von Orden und anderen Gemeinschaften geistlichen Lebens zu fördern. Erinnert wird dabei daran, dass Maria und Josef ihren Erstgeborenen im Tempel Gott geweiht hatten.

 

In ganz Österreich laden die regionalen Diözesankonferenzen der Männer- und Frauenorden gemeinsam mit den Bischöfen zu Gottesdiensten, Gebetszeiten und weiteren Veranstaltungen rund um den "Tag des geweihten Lebens" ein. Die Feiern sollen es ermöglichen, mit Ordensleuten in einen Dialog zu kommen und ihre Arbeit und Anliegen kennenzulernen, heißt es in einer Mitteilung des Medienbüros der Orden.

 

Der Tag des geweihten Lebens" soll bewusst machen, "was das Ordensleben in Hingabe an Gott und die Menschen in der Kirche bedeutet - in seiner Vielfältigkeit, in seiner Ausrichtung auf Gott, im Leben im Dienst und im Gebet", sagte Sr. Beatrix Mayrhofer, die Präsidentin der österreichischen Frauenorden. Ordensleute seien vor allem in unzähligen "Einzeldiensten" und in vielen Einrichtungen tätig.

 

Schönborn: Alle Christen zur Heiligkeit berufen

 

Alle Christen sind zur Nachfolge Jesu und zur Heiligkeit berufen, nicht nur Priester oder Ordensangehörige: Das hat Kardinal Christoph Schönborn in seiner Predigt in der Vesper zum "Tag des Geweihten Lebens" im Wiener Stephansdom betont. Vor jeder speziellen Berufung gebe es die gemeinsame Berufung im Christsein, so Schönborn: "Wenn eine Ordensschwester oder ein Ordensgründer, ein Mönch oder eine Nonne heiliggesprochen werden, dann werden sie nicht wegen ihrem Stand heiliggesprochen, sondern wegen ihrer Nachfolge." Im Heiligenkalender gebe es keine Stände mehr, sondern nur mehr die Heiligen, "ob Hausfrau oder Universitätsprofessor, ob Papst oder einfache Küchenmagd". Heilig werde man nur durch die Heiligkeit und nicht durch den Stand.

 

Der Kardinal ermutigte die Ordensangehörigen, auf "Spuren der Heiligkeit" in ihrer Umgebung zu achten. Schönborn: "Bei uns im Kloster war es oft der Blick auf die Laienbrüder. Hier die Studierten, da die einfachen Laienbrüder. Das waren oft ganz besondere Schätze. Sie hatten ein ganz feines Gespür, ob wir, die Studierten, auch ein bescheidenes und demütiges Herz haben oder nicht."

 

Sr. Mayrhofer: Deutlicher Schwund bei Mitgliederzahl

 

Deutlich spürbar sei aber auch die schwindende Mitgliederzahl. "Wir müssen viele Dienste und Häuser verlassen und wissen nicht, ob wir in unserem Land eine Zukunft haben und wenn ja, welche", so Mayrhofer. Im Hintergrund stünden "verschiedene Zeitumstände, Strömungen in Gesellschaft und Kirche". Untergangstimmung wolle sie aber keine verbreiten, betonte die Ordensschweseter und verwies auf ein Schreiben der Religiosenkongregation, das die "Geweihten dazu anregt, sich mit den dringlichen Problemen dieser Zeit auseinanderzusetzen".

 

Der "Prozess des Loslassens" sei aber nicht nur auf die Ordensgemeinschaften beschränkt. "Auch unsere katholische Kirche muss lieb gewordene Pfarrgrenzen ändern und Kirchengebäude verlassen. Da ist es geradezu ein Gebot der Stunde, an die Menschen zu denken, die ihre Heimat verlassen müssen, die vertrieben werden und wissen, dass sie ein ganzes Land verlassen, in dem Christen nicht nur seit Jahrzehnten sondern seit zwei Jahrtausenden gelebt haben".

 

In Österreich gibt es derzeit 110 weibliche und 80 männliche Ordensgemeinschaften. Rund 3.900 Ordensfrauen, 1.450 Ordenspriester und 420 Ordensbrüder wirken im Land. Die 234 Ordensschulen werden von rund 50.000 Schülerinnen und Schülern besucht, in den 30 Ordensspitälern werden jährlich rund 515.000 Patienten betreut. Darüber hinaus gibt es derzeit zehn Säkularinstitute in Österreich, denen 236 Frauen und ein Mann angehören.

 

zuletzt bearbeitet von

Marlies Mostögl am 2. Februar 2017

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