Hubert Feichtlbauer 80
Katholischer Publizist arbeitete u.a. bei "Salzburger Nachrichten", "Furche" und "Kurier" - Optimistisch hinsichtlich weniger Zentralismus und mehr Kollegialität in Kirche
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Wien, 02.02.2012 (KAP) Der katholische Publizist Hubert Feichtlbauer wird am 7. Februar 80 Jahre alt. Die Wochenzeitung "Die Furche", die der gebürtige Oberösterreicher von 1978 bis 1984 als Chefredakteur führte, würdigt Feichtlbauer in ihrer aktuellen Ausgabe als "katholisches wie journalistisches Urgestein".
Der Jubilar wurde am 7. Februar 1932 in Obernberg am Inn als Sohn eines Postbeamten geboren. Er studierte als einer der ersten "Fulbright"-Studenten Österreichs Staatswissenschaften und Diplomdolmetsch in Wien und an einer Jesuitenuniversität in St. Louis/Missouri. Als Journalist war Feichtlbauer u. a. bei den "Salzburger Nachrichten", bei "Wochenpresse" und "Kurier" tätig, er war Pressechef der Bundeswirtschaftskammer und Generalsekretär der Österreichischen Liga für die Vereinten Nationen. In dem 2010 wiederbelebten Österreichischen Presserat vermittelt Feichtlbauer als Ombudsmann zwischen Beschwerdeführer und betroffenem Medium.
Seine christliche Gesinnung und kritische Loyalität zur katholischen Kirche kommt in vielen Veröffentlichungen Feichtlbauers zum Ausdruck. Von 1979 bis 1991 war er Vorsitzender des Verbands der katholischen Publizisten Österreichs. Von 1998 bis 2000 stand er der Plattform "Wir sind Kirche" vor und ist seither Ehrenvorsitzender. Der renommierte Publizist ist auch Mitglied der von Waltraud Klasnic zusammengestellten achtköpfigen Unabhängigen Opferschutzkommission. Feichtlbauer ist Mitglied der katholischen Studentenverbindung Kürnberg im ÖCV und der Rugia Ried im MKV.
Für sein publizistisches Wirken wurde Feichtlbauer u.a. mit dem Dr.-Karl-Renner-Publizistikpreis (1972) und mit dem René-Marcic-Preis des Landes Salzburg (2002) ausgezeichnet.
"Die Furche" würdigt ihren früheren Chefredakteur, der seit fast 28 Jahren die Kolumne "klipp & klar" verfasst, mit einem von Otto Friedrich geführten ausführlichen Interview. Feichtlbauer habe die Wochenzeitung im Geist ihres Gründers Friedrich Funder "zu einem weltoffenen, nicht konfessionalistischen Organ intellektueller, politischer und auch theologischer Auseinandersetzung" gemacht.
"Kirche ist mir Dach über der Seele"
Zu seinen kirchenreformerischen Anliegen sagte Feichtlbauer, er werde manchmal mit der Frage konfrontiert, warum er nicht zu den Evangelischen überwechsle, wo seine Forderungen ja erfüllt seien. "Ich lasse mich aber nicht aus einer Institution hinausdrängen, die mich ein ganzes Leben lang geprägt hat und zum Dach über der Seele wurde", betonte der Publizist. Heutige Verantwortungsträger in der katholischen Kirche würden durchaus ahnen, "dass nicht alles so bleiben kann, wie es ist. Aber sie trauen sich nicht." Nach Einschätzung Feichtlbauers fehle "der Mut und die Vision: Ja, wir nehmen wieder einige Risiken auf uns und drehen die Dinge weiter."
Den Theologen fielen immer wieder Hindernisse ein, "warum das und jenes nicht geht", so Feichtlbauer weiter. Dennoch zeigte er sich optimistisch, dass "Dezentralisierung, Kollegialisierung und Synodalisierung" in der Kirche kommen werden. "Es kann nicht so weitergehen wie jetzt, wo manche Themen sogar der Diskussion entzogen werden." Feichtlbauer zitierte Charles Péguy: "Die Hoffnung, die kleine Schwester von Glaube und Liebe, sollte man nicht gering schätzen." Und schon Paulus habe geschrieben: "Wir sind nicht wie die anderen, die keine Hoffnung haben." Feichtlbauer: "Das ist unauslöschlich und unzerstörbar."