
Allerziehende: Plattform fordert Rechtsanspruch auf Kinderbetreuungshilfe
Mit scharfer Kritik hat die Österreichische Plattform für Alleinerziehende (ÖPA) auf aktuelle Kürzungen bei der Kinderbetreuungs-Beihilfe des Arbeitsmarktservice (AMS) in der Steiermark reagiert. Wie die Organisation am Montag mitteilte, haben die Regionalstellen AMS Graz Ost und Graz West den Förderzeitraum von bisher drei Jahren auf lediglich drei Monate pro Kind verkürzt. Dies sei ein "fatales Zeichen der Politik an junge Mütter", denn für Alleinerziehende sei der Wiedereinstieg ins Berufsleben mit Kleinkind untrennbar mit einer verlässlichen, leistbaren Kinderbetreuung verbunden. Die ÖPA forderte daher am Internationalen Tag für Alleinerziehende die sofortige Rücknahme dieser Maßnahme sowie eine österreichweit einheitliche Regelung mit Rechtsanspruch.
"Die Sicherheit einer verlässlichen Kinderbetreuung ist entscheidend für den erfolgreichen Wiedereinstieg junger Mütter", mahnte Evelyne Martin, Vorsitzende der ÖPA. Nach nur drei Monaten ließen sich weder Lohnerhöhungen erzielen noch Arbeitszeiten ausweiten; eine längerfristige Förderung bleibe daher unverzichtbar. Auf Nachfrage beim AMS Steiermark habe sich bestätigt, dass es in den beiden Grazer Regionalstellen bereits zu erheblichen Einschränkungen gekommen sei.
Das AMS stehe in der Pflicht, Eltern den Zugang zum Arbeitsmarkt zu ermöglichen. Doch ohne Kinderbetreuung sei kein Job möglich. Die Einsparungen würden gerade jene Frauen treffen, die diese Leistungen am dringendsten benötigten. Alleinerziehende trügen nicht nur die alleinige Verantwortung für das Familieneinkommen, sondern könnten die Betreuungsarbeit auch mit keinem Partner teilen, so die ÖPA.
Rechtsanspruch und Planungssicherheit
Die ÖPA verwies auf das Wiedereinstiegsmonitoring der Arbeiterkammer laut dem Alleinerziehende zwei Jahre nach der Geburt eines Kindes seltener in die Erwerbstätigkeit zurückkehrten als Mütter in einer Partnerschaft. Aufgrund eines fehlenden zweiten Elternteils entstünden Alleinerziehenden die meisten Nachteile im Zugang zum Arbeitsmarkt.
"Alleinerziehende brauchen Planungssicherheit. Wer einen Arbeitsplatz annimmt oder seine Arbeitszeit ausweitet, muss sich in ganz Österreich darauf verlassen können, dass die notwendige Kinderbetreuung auch finanziell abgesichert werden kann", so Martin. Nötig sei ein österreichweiter Rechtsanspruch auf die Kinderbetreuungshilfe. Die Unterstützung für betroffene Eltern dürfe nicht davon abhängen, wie die Förderung in ihrer Region gehandhabt werde, kritisierte die Plattform.
Quelle: kathpress