
Trumau: Symposium zur Rolle der Kirche im demografischen Wandel
Die Rolle der Kirche angesichts des demografischen Wandels steht am 16. und 17. Oktober im Mittelpunkt eines internationalen Symposiums an der Katholischen Hochschule ITI auf Schloss Trumau 25 Kilometer südlich von Wien. Vertreter aus Politik, Wissenschaft, Kirche und Familienpastoral wollen dabei über sinkende Geburtenraten, deren gesellschaftliche Folgen und die pastoralen Konsequenzen für die Kirche beraten. Anlass der Tagung sind das zehnjährige Bestehen des päpstlichen Schreibens "Amoris laetitia" und das 30-jährige Bestehen des ITI.
Den Auftakt bildet ein Vortrag der Nationalratsabgeordneten Gudrun Kugler, Sonderbeauftragte für demografischen Wandel und Sicherheit sowie Vizepräsidentin der Parlamentarischen Versammlung der OSZE. Sie spricht über die Auswirkungen des demografischen Wandels auf Gesellschaft, Sicherheit und Glauben. Anschließend diskutiert Kardinal Christoph Schönborn mit Kugler in einem Podiumsgespräch über seine persönlichen Erfahrungen mit dem demografischen Wandel.
Am Abend des Eröffnungstages steht die Frage im Mittelpunkt, welche Impulse Politik und Gesellschaft von der Kirche im Umgang mit der Bevölkerungsentwicklung erwarten können. Dazu sprechen der kroatische Staatssekretär Mladen Barac, der nationale Koordinator Nordmazedoniens, Vlatko Gjorchev, sowie der Leiter des slowenischen Instituts für Demografie, Ales Primc (angefragt). Zum Abschluss des ersten Tages wird der Dokumentarfilm "Birthgap" des britischen Filmemachers Stephen Shaw gezeigt. Der Film beschäftigt sich mit dem weltweiten Rückgang der Geburtenraten, gefolgt von einer Diskussion.
Der zweite Tag beginnt mit einem Vortrag des Evolutionsbiologen Martin Fieder von der Universität Wien über die wichtigsten Einflussfaktoren auf Geburtenraten. Der niederländische Politiker Pieter Omtzigt widmet sich der Rolle der Kirche angesichts des demografischen Wandels. Der Londoner Theologe Anthony McCarthy spricht über Fragen der Demografieethik.
Am Nachmittag stehen die Auswirkungen des demografischen Wandels auf die kirchliche Praxis im Mittelpunkt. Bei einem Podium diskutieren Vertreter von Nichtregierungsorganisationen und katholischen Familienbüros sowie weitere Experten aus Österreich, der Slowakei, Ungarn, Slowenien und Kroatien über pastorale Antworten. Moderiert wird das Gespräch von Sabrina Montanari vom Institut für Ehe und Familie (IEF).
Zum Abschluss werden ITI-Professor Gintautas Vaitoska und Martin Kugler die Ergebnisse der Tagung zusammenfassen und ein gemeinsames Schlussstatement vorstellen. Das Symposium, zu dem auch der Präsident der Föderation der Europäischen Familienverbände (FAFCE), Vincenzo Bassi, sein Kommen zugesagt hat, endet mit einer Heiligen Messe. Die Veranstaltung findet auf Englisch statt, Anmeldungen sind noch bis 10. Oktober möglich. (Infos: https://iti.ac.at)