
Rosenkranzmonat Oktober steht im Zeichen des Friedens
Mit einem besonderen Schwerpunkt auf Frieden und Versöhnung beginnt am Donnerstag der katholische Rosenkranzmonat Oktober. Papst Leo XIV. hat am 27. September bei seinem Besuch im französischen Wallfahrtsort Lourdes dazu aufgerufen, während des gesamten Monats den Rosenkranz für Frieden zu beten. "Ich lade alle Gläubigen und alle christlichen Gemeinschaften ein, im kommenden Oktober den Rosenkranz zu beten, mit dem besonderen Anliegen, dass die Kriege ein Ende finden und sich Friede zwischen den verfeindeten Völkern einstellt", sagte der Papst. Das Gebet möge von "konkreten Taten der Buße und der Barmherzigkeit" sowie vom Einsatz für Dialog und Versöhnung begleitet werden.
Der Papst hatte dabei auf die Erscheinungen von Lourdes im Jahr 1858 verwiesen, bei denen die Jungfrau Maria einen Rosenkranz getragen und die Seherin Bernadette Soubirous (1844-1879) in ihrem Gebet angeleitet haben soll. Zwischen Marienerscheinungen der Neuzeit und dem Rosenkranzgebet besteht eine enge Verbindung: Lourdes wurde zu einem Zentrum des Rosenkranzes, sowie ab 1917 noch stärker auch Fatima, wo die Jungfrau Maria gleich mehrfach zum täglichen Rosenkranzgebet aufgerufen haben soll. Auch in Medjugorje zählt der Rosenkranz seit Beginn der dort berichteten Erscheinungen zu den zentralen Gebetselementen.
Zum Auftakt des Rosenkranzmonats will Leo XIV. am 1. Oktober in den Vatikanischen Gärten gemeinsam mit mehreren hundert Kindern beten. Zwischen 700 und 1.000 Kinder aus römischen Schulen und Pfarren werden nach Angaben der Organisatoren an der Lourdesgrotte erwartet. Die Gebetsaktion "Eine Million Kinder beten den Rosenkranz", die von der päpstlichen Stiftung "Kirche in Not" getragen wird, läuft heuer vom 1. bis 7. Oktober. Familien, Schulen und kirchliche Gruppen weltweit sind eingeladen, sich anzuschließen. Auch in Österreich werden sich laut "Kirche in Not" mehr als 1.000 Kinder in Dutzenden Pfarren beteiligen. Das Gebet muss dabei nicht in voller Länge gesprochen werden; auch ein einzelnes Gesätz kann Teil der Aktion sein.
Das Leitwort der diesjährigen Kinderaktion stammt aus der Botschaft der Marienerscheinungen von Fatima: "Am Ende wird mein Unbeflecktes Herz triumphieren." Kardinal Kurt Koch, Präsident von "Kirche in Not" International, bezeichnete Maria in seiner Einladung als Vorbild für Glauben, Liebe und Gebet. Das gemeinsame Beten solle angesichts von Krieg, Gewalt, Verfolgung und Armut ein Zeichen der Hoffnung und des Vertrauens setzen. Die Initiative wurde 2005 in Venezuela gegründet und wird seit mehr als 20 Jahren international durchgeführt. Im Vorjahr wurden laut den Veranstaltern weltweit mehr als 1,2 Millionen Teilnehmer registriert.
Auch in Österreich steht der Oktober im Zeichen gemeinsamer Rosenkranzgebete. Viele Pfarren nehmen den Oktober zum Anlass, zu zusätzlichen regelmäßigen Gebetsangeboten einzuladen. Bei Radio Maria beten täglich um 18.20 Uhr Bischöfe gemeinsam mit den Hörern. Den Auftakt macht am 1. Oktober der St. Pöltner Generalvikar Christoph Schwarz, am 3. Oktober folgt Kardinal Christoph Schönborn. Im Laufe des Monats beteiligen sich weitere Diözesan-, Weih- und Militärbischöfe sowie Äbte und auch der Apostolische Nuntius in Österreich. Auch der Südtiroler Bischof Ivo Muser ist angekündigt.
Ein Höhepunkt des "Rosenkranzmonats" ist das Kirchenfest "Unserer Lieben Frau vom Rosenkranz" am 7. Oktober, das in seinen Ursprüngen auf den Sieg der christlichen Flotte in der Seeschlacht von Lepanto 1571 verwies. Papst Pius V. führte den Gedenktag als "Unserer Lieben Frau vom Siege" ein; 1716 weitete Papst Clemens XI. das Fest auf die gesamte Kirche aus; Anlass war der Sieg über das Osmanische Heer bei Peterwardein. Auch der 13. Oktober als letzter Tag der Marienerscheinungen von Fatima 1917 wird vielerorts mit Rosenkranzandachten begangen.
Der Rosenkranz zählt zu den bekanntesten Formen katholischer Marienfrömmigkeit. Beim Beten werden wiederholt das "Ave Maria", das "Vaterunser" und weitere Gebete gesprochen und dabei zentrale Stationen aus dem Leben Jesu betrachtet. Die Jungfrau Maria wird heute in der katholischen Kirche auch als "Königin des Friedens" verehrt. Ihr Hochfest wird am 1. Jänner begangen, der auch katholischer Weltfriedenstag ist.
Quelle: Kathpress