
Salzburg: Palliativdienst unterstützt in letzter Lebensphase
Mehr als 180 Patientinnen und Patienten mit weit fortgeschrittenen, unheilbaren Erkrankungen hat der Palliativkonsiliardienst (PKD) des Krankenhauses der Barmherzigen Brüder Salzburg im ersten Jahr seines Bestehens betreut. Ziel des im vergangenen Jahr gegründeten Dienstes sei es, Menschen in der letzten Lebensphase möglichst selbstbestimmt und entsprechend ihren individuellen Bedürfnissen zu begleiten. "Unser Palliativkonsiliardienst hilft betroffenen Patientinnen und Patienten, ihren letzten Lebensabschnitt (...) in Würde und möglichst selbstbestimmt zu gehen", erklärte die Leiterin des Dienstes, Ursula-Maria Fürst, in einer Aussendung am Donnerstag. Auch wenn eine Heilung medizinisch nicht mehr möglich sei, gebe es eine Vielzahl an Möglichkeiten der Palliative Care, so Fürst.
Das Angebot richtet sich auch an Zu- und Angehörige sowie an die Behandlungsteams und umfasst medizinische, pflegerische, psychologische und spirituelle Begleitung. Zudem führten die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter nach Angaben des Ordensspitals rund 620 fachliche Beratungen durch.
Der PKD unterstützt etwa bei belastenden Symptomen wie Schmerzen, Übelkeit und Atemnot sowie bei medizinischen, pflegerischen und psychologischen Fragen. Auch bei der vorausschauenden Planung der weiteren Versorgung - Advance Care Planning - etwa bei Patientenverfügungen und Vorsorgevollmachten, werden Betroffene unterstützt.
Nach den Wünschen der Betroffenen wird zudem die weitere Betreuung organisiert. Möglich sind unter anderem die Versorgung zu Hause durch einen mobilen Palliativdienst, die Aufnahme auf einer Palliativstation oder die Betreuung in einem Tageshospiz. Auch das Raphael Hospiz Salzburg, das von den Barmherzigen Brüdern getragen wird, kann in die weitere Versorgung eingebunden werden.
Palliativpsychologische Betreuung
Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der palliativpsychologischen Betreuung. Dabei unterstützt das Team Menschen bei psychischen Belastungen wie Angst, Trauer, Schuldgefühlen oder depressiven Symptomen. Auch Zu- und Angehörige werden in Trauersituationen begleitet und bei der Verarbeitung von Krisen oder ungelösten familiären Themen unterstützt.
Der PKD sieht sich laut Angaben des Krankenhauses auch der Wahrnehmung spiritueller Bedürfnisse verpflichtet und arbeite "auf der Basis des christlichen Menschenbildes und eng mit den Glaubensgemeinschaften vor Ort zusammen".
"Dass der Palliativkonsiliardienst sowohl von Patientinnen und Patienten und Zu- und Angehörigen, wie auch den internen Teams so gut angenommen wird, zeigt, wie wichtig und richtig die Einführung dieses Angebots an unserem Haus war", so Direktor Arno Buchacher, Gesamtleiter der Barmherzigen Brüder Salzburg.
Das Krankenhaus der Barmherzigen Brüder Salzburg ist das einzige allgemein öffentliche Ordensspital der Stadt Salzburg. Das 1923 gegründete Haus verfügt über mehr als 200 Betten und behandelt jährlich rund 12.000 Patientinnen und Patienten stationär sowie etwa 44.200 ambulant. Seit 2014 führen die Barmherzigen Brüder zudem das Raphael Hospiz Salzburg mit zehn stationären Betten, das einzige stationäre Hospiz im Bundesland. (Info: https://www.barmherzige-brueder.at/portal/salzburg/home)
Quelle: kathpress