
Erzdiözese Salzburg legt ersten Nachhaltigkeitsbericht vor
Die Erzdiözese Salzburg hat dieser Tage erstmals einen Nachhaltigkeitsbericht veröffentlicht. In einer Aussendung am Montag wurden einige Kennzahlen des Berichts mit Daten aus dem Jahr 2024 bekannt gegeben. Die Erzdiözese erzeugt demnach selbst 541.000 Kilowattstunden Strom. Damit könnte sie, rein rechnerisch, rund 150 Haushalte ein Jahr lang versorgen. 28 Solaranlagen und ein kleines Wasserkraftwerk am Almkanal lieferten 2024 diese erneuerbare Energie.
Den größten Fortschritt beim Klimaschutz verzeichnet die Erzdiözese laut eigenen Angaben bei ihren rund 900 Kirchen, Kapellen und weiteren Gebäuden. Sie zu heizen und zu betreiben verursache rund 70 Prozent ihres CO2-Ausstoßes. Hier liege ein besonders großer Hebel, um diesen dauerhaft zu senken. Seit 2016 habe man die Emissionen in diesem Bereich um 41 Prozent reduziert - und damit bereits mehr als zwei Drittel ihres Klimaziels erreicht. Dazu würden neue Heizsysteme, klimafreundlichere Energieträger, Sanierungen und ein effizienterer Heizbetrieb beitragen, hieß es.
Die Erzdiözese will ihre Emissionen bis 2030 um 60 Prozent senken. Sie liegt damit zwei Jahre vor ihrem Zeitplan. "Es ist ein sehr positives Zeichen, dass so viel Einsatz für den Schutz des 'gemeinsamen Hauses', wie Papst Franziskus es ausdrückte, gelingen kann", würdigte Erzbischof Franz Lackner den Erfolg. Michael Hofstätter, Nachhaltigkeitsbeauftragter der Erzdiözese, ergänzte, dass hinter allem Bemühen ein zutiefst christlicher Auftrag stehe: "Die Schöpfung ist kein Besitz, den wir nach Belieben benutzen können. Sie ist ein uns anvertrautes Geschenk. Und ein Geschenk soll man sorgsam behandeln."
Beim Verkehr will die Salzburger Erzdiözese den Klimaschutz künftig noch stärker in Fahrt bringen. Ihre Fahrzeuge legten 2024 mehr als 4,5 Millionen Kilometer zurück. Der CO2-Ausstoß lag dabei um fünf Prozent höher als im Jahr davor. Das große Gebiet der Erzdiözese mache viele Wege unvermeidlich, hieß es. Zudem betreuten Priester, Diakone und Mitarbeitende oft mehrere Pfarren und Standorte. Mit zusätzlichen E-Autos, Unterstützung für Klimatickets und einer bewussteren Reiseplanung wolle man gegensteuern.
Der Nachhaltigkeitsbericht geht aber nicht nur Energie und Klimaschutz, sondern insgesamt acht Bereiche: Gebäude, Strom, Mobilität, soziale Hilfe, Arbeitsbedingungen, Denkmalschutz, Bildung und Seelsorge.
So bedeute Nachhaltigkeit etwa auch, "Menschen zu unterstützen, gute Arbeitsbedingungen zu schaffen und gesellschaftliche Verantwortung zu übernehmen". Die Sozialberatungsstellen der Erzdiözese betreuten 2024 knapp 8.000 Menschen. Tausende Ehrenamtliche engagierten sich zudem in der Caritas und in den Pfarren. Nachhaltigkeit zeige sich eben auch im sozialen Miteinander. Und auch der Denkmalschutz gehöre zum nachhaltigen Umgang mit Gebäuden: Die Erzdiözese erhalte historische Bausubstanz und bewahre damit wertvolle Kulturgüter für kommende Generationen.
Fazit des Nachhaltigkeitsbeauftragten der Erzdiözese: "Wir sind auf diesem Weg nicht perfekt. Umso wichtiger ist es, uns kontinuierlich weiterzuentwickeln, unsere Entscheidungen immer wieder kritisch zu hinterfragen und unserer Verantwortung bestmöglich gerecht zu werden."
(Nachhaltigkeitsbericht auf der Website der Erzdiözese Salzburg: www.edsbg.at/finanzen-wirtschaft/bauen-immobilien/klima-nachhaltigkeit/nachhaltigkeitsbericht-2026)
Quelle: kathpress