
KU Linz startet mit zwei neuen Professoren ins Wintersemester
Mit einer wissenschaftlichen Blutauffrischung startet die Katholische Privat-Universität (KU) Linz ins neue Studienjahr: So übernahm Isabella Bruckner mit Oktober die Professur für Dogmatik und Ökumenische Theologie; Michael Pfister übernahm die Professur für Kirchengeschichte und Patrologie. Das teilte die KU am Dienstag in einer Aussendung mit. Beide übernehmen zudem mit der Professur auch jeweils die Leitung ihrer Institute. Bruckner folgt Franz Gruber nach, der die Professur von 2001 bis zu seiner Emeritierung 2025 innehatte. Pfister ist Nachfolger von Ines Weber, die die Professur von 2016 bis 2024 bekleidete.
Isabella Bruckner, geboren in Niederösterreich, studierte Katholische Fachtheologie an der Universität Wien und war dort als Assistentin für die interdisziplinäre Forschungsplattform "Religion and Transformation in Contemporary European Society" (RaT) tätig. Ihr an der Karl-Franzens-Universität Graz begonnenes Doktoratsstudium schloss sie an der KU Linz mit der Dissertation "Gesten des Begehrens. Mystik und Gebet im Ausgang von Michel de Certeau" ab. 2022 wurde sie dafür mit dem Karl-Rahner-Preis ausgezeichnet.
Im Oktober 2022 erfolgte die Berufung als Professorin für Christliches Denken und spirituelle Praxis an die internationale Benediktiner-Hochschule Sant'Anselmo in Rom, wo Bruckner vielfältige Aktivitäten im Bereich der Forschung und Third Mission entfaltete und u. a. eine internationale und interkonfessionelle Gruppe von Exzellenzstipendiatinnen und -stipendiaten leitete; daneben war sie Gastdozentin am Päpstlichen Institut Johannes Paul II. sowie Lehrende beim Theologischen Studienjahr in Jerusalem. Zuletzt war sie von April bis September 2026 Akademische Rätin für Dogmatik an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg.
Ihre Arbeits- und Forschungsschwerpunkte umfassen die Verbindung christlicher Mystik, Kunst und Dogmatik angesichts gegenwärtiger säkularer und interreligiöser Herausforderungen, die theologische und philosophisch-anthropologische Deutung des Phänomens der Geburt und des Lebens sowie die Erschließung des sakramentalen Charakters des Seins.
Michael Pfister, geboren in München, studierte Katholische Theologie, Germanistik und Erziehungswissenschaften an der Ludwig-Maximilians-Universität München und promovierte 2020 an der Universität Münster mit einer Arbeit über Augustin Bea (1881-1968) als Exeget und Rektor des Päpstlichen Bibelinstituts in den 1930er und 1940er Jahren.
Nach Stationen als wissenschaftlicher Mitarbeiter im DFG-Projekt "Kritische Online-Edition der Nuntiaturberichte von Eugenio Pacelli (1917-1929)" sowie - als Teil des Exzellenzclusters "Religion und Politik" - bei der Online-Edition zur Entstehung von heiligen Texten durch lehramtliche Entscheidungen der Kirche an der Universität Münster, war Pfister von 2020 bis 2023 Koordinator im Projekt "Aufbruch oder Zusammenbruch? Die katholische Theologie und die Studentenbewegung von 1968" im Rahmen der DFG-Forschungsgruppe "Katholischsein in der Bundesrepublik Deutschland. Semantiken, Praktiken, Emotionen in der westdeutschen Gesellschaft 1965-1989/90". Von 2021 bis 2026 hatte er das Amt eines Akademischen Rats am Seminar für Mittlere und Neuere Kirchengeschichte an der Universität Münster inne.
Pfisters Arbeitsschwerpunkt bildet die Kirchengeschichte der Neuzeit, wobei u. a. Themen der Spiritualitäts- und Frömmigkeitsgeschichte der Frühen Neuzeit wie der Moderne einen besonderen Stellenwert einnehmen. Im Rahmen seines Habilitationsprojekts erforscht er aktuell die Rolle Geistlicher Räte im Bistum Freising und im Herzogtum Bayern im Zusammenspiel mit der Römischen Konzilskongregation als Institutionen der Kirchenreform an der Wende vom 16. zum 17. Jahrhundert. Ein weiterer Fokus liegt auf der Theologiegeschichte des 20. Jahrhunderts, der Geschichte der Kirche in der Zwischenkriegszeit und im Dritten Reich, auf Politik und Diplomatie der Päpste und der Römischen Kurie im 20. Jahrhundert sowie auf der Ökumene und dem jüdisch-christlichen Dialog vor dem Zweiten Vatikanischen Konzil.
Quelle: kathpress