
Österreichs Orden beraten über Zukunft von Kirche und Gesellschaft
Die Zukunft des Ordenslebens, die Rolle von Christinnen und Christen in Gesellschaft und Kirche sowie konkrete Fragen zu Mission, Bildung, Kulturgut und Gesundheit stehen im Mittelpunkt der Ordenstagungen 2026 der Österreichischen Ordenskonferenz. Die Veranstaltungen finden von 23. bis 26. November im Kardinal-König-Haus in Wien-Hietzing statt, das nach einem mehrmonatigen Umbau kürzlich wiedereröffnet worden ist. Höhepunkt ist am Dienstag, 24. November, der Österreichische Ordenstag unter dem Leitwort "Worauf es ankommt...".
Ausdrücklich richtet sich der Ordenstag nicht nur an Ordensleute, sondern an alle Interessierten. Eröffnet wird die Tagung von Generalpriorin Sr. Franziska Madl und Propst Anton Höslinger, den Vorsitzenden der Österreichischen Ordenskonferenz, gemeinsam mit Maria Lukas, der Vorsitzenden der Konferenz der Säkularinstitute in Österreich. In das Thema führt Sr. Christine Rod ein, sie ist Generalsekretärin der Ordenskonferenz.
Den ersten Impuls "Worauf es Christ:innen in der Gesellschaft heute ankommt" gestaltet die Wiener Pastoraltheologin Regina Polak. Anschließend spricht der Innsbrucker Bischof Hermann Glettler in seiner Funktion als "Ordensbischof" innerhalb der Österreichischen Bischofskonferenz über die Frage "Worauf es in der Kirche heute ankommt". Nach der Verleihung des "Preises der Orden 2026" folgt am Nachmittag ein Impuls von Br. Stefan Walser. Der Juniorprofessor für Fundamentaltheologie und christliche Identitäten an der Universität Bonn widmet sich dem Thema "Worauf es Orden heute ankommt". Eine Zusammenschau, Informationen der Ordenskonferenz sowie eine Eucharistiefeier schließen den Tag ab.
"Ordenstag Young"
Bereits am Montag, 23. November, richtet sich der "Ordenstag Young" an Ordensleute in Ausbildung und in den ersten zehn Professjahren. Br. Stefan Walser spricht dabei unter dem Titel "Freiwillig unfrei?" über das traditionelle Gehorsamsgelübde. Im Mittelpunkt stehen Fragen nach geistlicher Autonomie, Verantwortung und den unterschiedlichen Formen, in denen Gehorsam in Ordensgemeinschaften verstanden und gelebt wird. Nach einer gemeinsamen Vesper mit der Generalversammlung der Österreichischen Ordenskonferenz ist ein gemeinsamer Abend vorgesehen.
Fachtagungen am Mittwoch
Am Mittwoch, 25. November, finden parallel drei Fachtagungen statt. Der Missionstag steht unter dem Titel "Nöte, die fragen - Räume, die tragen" und beschäftigt sich mit sozialem Zusammenhalt und Zukunftsräumen. Den zentralen Impuls gibt Martin Schenk, stellvertretender Direktor der Diakonie Österreich. Weitere Beiträge kommen unter anderem von Anja Appel von der Koordinierungsstelle der Österreichischen Bischofskonferenz für internationale Zusammenarbeit und Weltkirche, Sr. Christa Petra Ahrer vom Kuratorium der MIVA, P. Franz Helm sowie Sr. Anneliese Herzig. Am Nachmittag geht es um das Wiener "Kirchenschiff", ein Projekt für eine offene Kirche und einen offenen Raum. Dazu sprechen unter anderem Rainald Tippow und Theresia Weiss von der PfarrCaritas der Erzdiözese Wien.
Der Kulturtag widmet sich dem Schutz und der Zukunft kirchlichen Kulturguts. Eva-Maria Gärtner, ehemalige Leiterin einer Abteilung des Bundesdenkmalamts für bewegliche Denkmale und internationalen Kulturgütertransfer, und der brasilianische Jurist José Angelo Estrella Faria, ehemaliger Generalsekretär von UNIDROIT, behandeln nationale und internationale Rechtsgrundlagen zum Schutz sakraler Kulturgüter. P. Damian Bieger gibt Einblicke in die Sicherung und Vermittlung franziskanischen Kulturerbes in Deutschland. Otto S. Lankhorst stellt anschließend das niederländische Erfgoedcentrum Nederlands Kloosterleven vor, das Archive, Bibliotheken und Sammlungen von mehr als 100 Ordensgemeinschaften bündelt. Ein Podiumsgespräch, an dem unter anderem P. Josef Költringer teilnimmt, bildet den Abschluss.
Beim Bildungstag geht es um "Kinder- und Jugendwelten" und die Frage, worauf es heute in katholischen Schulen und Kindergärten ankommt. Jugendkulturforscherin Beate Grossegger spricht über die Herausforderungen vor denen junge Menschen in einer "Generation Zeitenwende" stehen. Der Kinder- und Jugendpsychiater Patrick Frottier bringt anschließend Perspektiven aus der Kinder- und Jugendpsychiatrie für Schule und Elementarpädagogik ein. Ein Podium mit Schülerinnen und Schülern, Eltern und Pädagoginnen und Pädagogen ergänzt das Programm. Zudem werden der Sankt Georgs Preis 2026 verliehen und die Vollversammlungen von ADOS und IVOB abgehalten.
Auch Ordensspitäler tagen
Den Abschluss der Ordenstagungen bildet am Donnerstag, 26. November, der Gesundheitstag der ARGE der Ordensspitäler Österreichs. Nach der Generalversammlung und dem Jahresbericht von Generalsekretär Bernhard Hain geht es um den Stand der österreichischen Gesundheitsreform. Dazu referiert Sophie Noll von BDO Global Health Care and Life Sciences Advisory. Vorgestellt werden außerdem Projekte der Ordensspitäler, darunter das Sankt Barbara Hospiz und das Ambulatorium für chronische Schmerzen im Herz-Jesu Krankenhaus. Fr. Rudolf Knopp, Provinzial der Ordensprovinz Europa Mitte der Barmherzigen Brüder, spricht abschließend über Synodalität und die Frage, wie gemeinsames Handeln im Krankenhaus gelingen kann. (Infos: www.ordensgemeinschaften.at)
Quelle: kathpress