
Ordensschulen starten "mental health"-Programm
Um die psychosoziale Handlungsfähigkeit und Alltagsbewältigung von Kindern und Jugendlichen zu unterstützen, startet die Vereinigung von Ordensschulen Österreich (VOSÖ) mit dem Schuljahr 2026/2027 das "VOSÖ-Care-Programm". Das Unterstützungsprogramm hilft Kindern von 3 bis 14 Jahren, sowie Eltern wie Pädagoginnen und Pädagogen durch ausgebildetes Personal wie Mediatoren, Schulpsychologen, Sozialarbeiter und Seelsorger. Einsamkeit, Druck und Zukunftsängste nähmen zu, speziell Mädchen seien mehr belastet als Jungen, so VOSÖ-Geschäftsführerin Martha Mikulka. Und weiter: "Wir wollen nicht erst reagieren, wenn etwas auftritt, sondern hinschauen, was die Kinder und Jugendlichen brauchen."
Schon jetzt seien 95 Pädagoginnen und Pädagogen sowie Schulleitungen geschult worden. Rund 700 Kindern der ersten Klassen an elf Volksschulen in Niederösterreich und Wien hätten bereits an einem "Emotionsregulierungs-Training" teilgenommen, so die VOSÖ-Geschäftsführerin, die das Care-Programm als ein interdisziplinäres Netzwerk beschreibt, das die insgesamt 85 Standorte der Ordensbildungseinrichtungen begleiten und unterstützen soll.
Das VOSÖ-Care-Programm besteht aus Bausteinen und kann je nach Standort angepasst werden. Mittels der VOSÖ-Akademie werden die Pädagoginnen und Pädagogen geschult und begleitet. Neu ist, dass nun auch Eltern an der Akademie Schulungen in Anspruch nehmen können; rund 9.700 Erziehungsberechtigte wurden zur VOSÖ-Akademie eingeladen. "Es geht um eine Haltung: Kein Kind und kein junger Mensch soll mit seinen Sorgen allein bleiben", so Mikulka.
Vertrauen, Sicherheit und Wertschätzung
Das Care-Programm wolle jedes Kind in seiner Gesamtheit sehen. "Kinder und Jugendliche mit gesundem Körper und Geist" könnten auch in der Schule Leistung erbringen, meinte dazu Andrea Murtinger, AHS-Direktorin und Standortkoordinatorin am Wiener Campus Maria Regina, wo die Initiative am Donnerstag Medienvertretern vorgestellt wurde. Mittels gezielter Hilfe und Prävention wolle man neben geistiger Bildung und Herzensbildung auch die psychosoziale Gesundheit stärken und die Kinder und Jugendlichen in ihrer Entwicklung unterstützen.
8.800 Schülerinnen und Schüler an 31 Schulen nahmen bereits an den "Mental Health Days" teil. Ferner werden Workshops sowie Peer-Mediation angeboten. "Letztlich geht es um eine Umgebung, in der Kinder und Jugendliche Vertrauen, Sicherheit und Wertschätzung erfahren", erklärte Murtinger. Die Finanzierung des VOSÖ-Care-Programms erfolgt großteils durch de VOSÖ als Schulerhalter und wird durch einen fünf Euro Beitrag vonseiten der Eltern unterstützt.
Laut Karin Alt, klinische Psychologin und Teil des VOSÖ-Care-Teams, nehmen Druck, psychische Erkrankungen bei Kindern und Jugendlichen zu, was auch in der Schule erkennbar sei. "Das Programm steht für die Gesamtheit des Menschen. In einem stabilen Umfeld, in einem gesunden Körper kann Lernen funktionieren", sagte Alt, die die interdisziplinäre Zusammenarbeit von unterschiedlichsten Berufsgruppen innerhalb des Care-Programms herausstrich.
VOSÖ in Zahlen und Fakten
Die Vereinigung von Ordensschulen Österreichs wurde im Jahr 1993 auf Initiative der Österreichischen Ordensgemeinschaften gegründet und ist heute der größte private Schulträger Österreichs. Gründungsgedanke der VOSÖ war es, ein Angebot für die Orden zu sein, die ihre Bildungswerke nicht mehr in die Zukunft führen können.
Zur VOSÖ gehören heute 24 Bildungsstandorte mit 85 Einrichtungen von 16 Orden in acht Bundesländern (Vorarlberg, Tirol, Salzburg, Oberösterreich, Niederösterreich, Wien, Burgenland, Steiermark). Rund 14.000 Kinder und Jugendliche besuchen Bildungseinrichtungen der VOSÖ.
(Details unter: www.ordensschulen.at)
Quelle: kathpress