
Jugend Eine Welt: Spendenaufruf für Bildung für Mädchen in Afghanistan
Rund 2,6 Millionen Mädchen haben in Afghanistan laut UNICEF keinen Zugang zu weiterführender Schulbildung. Seit mehr als fünf Jahren verbieten die herrschenden Taliban Mädchen den Schulbesuch ab der siebten Klasse. Die österreichische Entwicklungsorganisation "Jugend Eine Welt" unterstützt deshalb gemeinsam mit dem Wiener Kulturverein AKIS alternative Bildungsangebote, um Mädchen schulischen Zugang und ehemaligen Lehrerinnen weiterhin die Lehre zu ermöglichen. Anlässlich des Internationalen Mädchentages am 11. Oktober bittet die Organisation um Spenden.
Afghanistan ist weltweit das einzige Land, in dem Mädchen und Frauen keinen Zugang zu weiterführender und höherer Bildung haben. Bildungsvermittlung geschieht unter großer Gefahr. Der Projektpartner von Jugend Eine Welt vor Ort muss aus Sicherheitsgründen anonym bleiben. Um die Kurse nicht zu gefährden, werden auch politische Inhalte vermieden. Doch die Mädchen erhalten schulische Bildung, Struktur und einen geregelten Alltag, der für sie besonders wichtig sei, erläuterte "Jugend Eine Welt"-Geschäftsführer Reinhard Heiserer in einer Aussendung am Mittwoch.
"Im gegenwärtigen Umfeld ist es essenziell, der jetzigen Generation Grundlagen zu vermitteln, die für ihr zukünftiges Leben wichtig sind. Ansonsten bleibt sie als 'lost generation' zurück", betonte Heiserer. Trotz meist schwieriger Lebensumstände seien die Schülerinnen hochmotiviert, zu lernen und ihre Zukunft selbst in die Hand zu nehmen. "Sie wissen, dass Bildung der einzige Schlüssel für ein selbstbestimmtes Leben ist. Auch wenn das unter der Herrschaft der Taliban aktuell nicht möglich ist, geben sie den Traum nicht auf", sagte Heiserer. Das Bildungsprojekt habe im Laufe der Jahre immer größeren Zulauf erfahren.
Hilfe für ehemalige Lehrerinnen
Das Projekt von Jugend Eine Welt und dem Kulturverein AKIS unterstützt aber nicht nur Schülerinnen, sondern auch ehemalige Lehrerinnen, die vor der Machtübernahme der Taliban im Jahr 2021 im öffentlichen Schulwesen tätig waren und über langjährige pädagogische Erfahrung verfügen. Die Lehrerinnen erhalten für ihre private Lehrtätigkeit monatliche Vergütungen sowie Lebensmittelpakete für ihre Familien, die unter anderem Mehl, Reis, Kartoffeln und Zwiebeln enthalten. "Somit wird ihr Lebensunterhalt gesichert, ihre pädagogischen Kompetenzen erhalten und die unterrichteten Mädchen erfahren weiterhin wichtige Schulbildung", hieß es seitens der Entwicklungsorganisation.
"Wo Mädchen nicht lernen und Frauen nicht arbeiten dürfen, wachsen Abhängigkeit und Perspektivlosigkeit. Gerade in einer Situation, in der Mädchen und Frauen aus dem öffentlichen Leben gedrängt werden, ist es entscheidend, nicht wegzusehen", rief Heiserer zu Spenden auf.
(Jugend Eine Welt-Spendenkonto: AT66 3600 0000 0002 4000; Onlinespenden unter www.jugendeinewelt.at/spenden)
Quelle: kathpress