
Kirchen: Solidarische Beziehungen zu Juden in Österreich stärken
Der Ökumenische Rat der Kirchen in Österreich (ÖRKÖ) hat in einer am Dienstag veröffentlichten Erklärung zum entschiedenen Einsatz gegen Antisemitismus und zur Stärkung solidarischer Beziehungen zu Jüdinnen und Juden in Österreich aufgerufen. In einer vom ÖRKÖ-Vorstand gezeichneten Erklärung heißt es wörtlich: "Jüdinnen und Juden in Österreich sind wieder verstärkt von Antisemitismus bedroht. Wir bekennen uns unmissverständlich zu einem entschlossenen Eintreten gegen Antisemitismus sowie zum Einsatz für ein respektvolles und solidarisches Miteinander."
Auch in den Kirchen fänden sich nach wie vor antijüdische Stereotype und Ressentiments , derer sich viele oft nicht bewusst seien. Dies verpflichte die Kirchen, den Weg der Buße und Neubesinnung entschlossen weiterzugehen. Mehr denn je gelte es, das spirituelle und theologische jüdische Erbe des eigenen Glaubens neu zu entdecken.
Der ÖRKÖ hat die Erklärung bereits im Vorfeld des "Tag des Judentums 2027" (17. Jänner) veröffentlicht. Der vom Ökumenischen Rat im Jahr 2000 eingeführte Gedenktag habe sich mittlerweile in ganz Österreich etabliert und finde auch auf jüdischer Seite Anerkennung, wie es in der Erklärung heißt. Der "Tag des Judentums" eröffne zugleich die Gebetswoche für die Einheit der Christen, mit der er in einem unmittelbaren Zusammenhang steht: Er erinnere daran und fordere dazu auf, dass sich die Kirchen gemeinsam der bleibenden Verbundenheit mit dem Judentum vergewissern.
Der ÖRKÖ macht sich auch den Aufruf des Koordinierungsausschusses für christlich-jüdische Zusammenarbeit zu eigen, der an die christlichen Pfarren, Gemeinden und Gemeinschaften appelliert hat, die Anliegen des "Tages des Judentums" in Gottesdiensten und Veranstaltungen aufzugreifen und damit einen wichtigen Schritt zur Vertiefung des christlichen Glaubens sowie zur Stärkung solidarischer Beziehungen zu Juden und Jüdinnen in Österreich zu setzen. Da der "Tag des Judentums" im Jahr 2027 auf einen Sonntag fällt, sollte dieses Anliegen u. a. auch in den Gottesdiensten an diesem Tag aufgegriffen werden.
Um die Pfarren und Gemeinden dabei inhaltlich zu unterstützen, hat der Koordinierungsausschuss Materialien für Gottesdienste und darüber hinaus erarbeitet, die auf der Website des Ausschusses (www.christenundjuden.org), aber auch auf der Website des ÖRKÖ (www.oekumene.at) zum Download bereitstehen und laufend ergänzt werden.
18 ÖRKÖ-Mitgliedskirchen
Dem Ökumenischen Rat der Kirchen in Österreich (ÖRKÖ) gehören 18 Kirchen an: die Altkatholische Kirche, Anglikanische Kirche, Armenisch-apostolische Kirche, Bulgarisch-Orthodoxe Kirche, Evangelische Kirche A.B., Evangelische Kirche H.B., Evangelisch-methodistische Kirche, Griechisch-Orthodoxe Kirche, Koptisch-Orthodoxe Kirche, Römisch-Katholische Kirche, Rumänisch-Orthodoxe Kirche, Russisch-Orthodoxe Kirche, Serbisch-Orthodoxe Kirche und Syrisch-Orthodoxe Kirche. Die Äthiopisch-Orthodoxe Kirche, der Bund der Baptistengemeinden, die Indisch-orthodoxe Kirche und die Neuapostolische Kirche sind "Mitglieder mit beratender Stimme". Weitere Institutionen bzw. Organisationen besitzen Beobachterstatus. Dazu zählt auch der Koordinierungsausschuss für christlich-jüdische Zusammenarbeit.
(Website Ökumenischer Rat der Kirchen in Österreich: www.oekumene.at)
Quelle: kathpress