
Wohnungslosigkeit: Salzburger Caritas rückt Prävention in Mittelpunkt
Hohe Mieten, steigende Energie- und Lebenshaltungskosten sowie unsichere Einkommenssituationen setzen immer mehr Haushalte unter Druck. In solchen Situationen einstehe Wohnungslosigkeit "meist nicht plötzlich", erklärte die Salzburger Caritas-Direktorin Andrea Schmid am Donnerstag. Unerwartete Rechnung, Krankheit oder ein Arbeitsplatzverlust könnten schnell in solchen Situationen existenzielle Schwierigkeiten bedeuten. "Erste Zahlungsrückstände und Mietschulden bauen sich auf, bis schließlich der Verlust der Wohnung droht", so Schmid in einer Aussendung. Allein in den ersten drei Quartalen 2026 hätten sich bereits rund 3.400 Menschen an die Sozialberatungsstellen der Caritas Salzburg gewandt. Zu den häufigsten Problemen zählten neben den Lebenshaltungskosten die Themen Wohnen und Energie.
Laut der Hilfsorganisation galten 2025 in Salzburg rund 71.000 Menschen als armuts- oder ausgrenzungsgefährdet. Viele Betroffene lebten bereits in prekären Wohnverhältnissen, etwa in überbelegten Wohnungen, in schlecht beheizbaren Räumen oder in Wohnungen mit erheblichen Mängeln. Die Wohnbedarfserhebung Salzburg 2025 verzeichnete mehr als 500 Menschen in Obdachlosigkeit.
"Wo sich finanzielle Schwierigkeiten abzeichnen, kann frühzeitige Unterstützung entscheidend sein", so Torsten Bichler, Bereichsleiter Soziale Arbeit in der Caritas der Erzdiözese Salzburg. Ziel sei es dort anzusetzen, wo noch verhindern kann, dass Menschen ihr Zuhause verlieren.
"Wird Unterstützung früh genug angeboten, können Mietrückstände abgebaut, drohende Delogierungen verhindert und neue Perspektiven geschaffen werden. Ist die Wohnung erst verloren oder der Strom bereits abgedreht, wird der Weg zurück deutlich schwieriger und oft auch kostspieliger", erläuterte Bichler. Weiters sei Prävention "menschlicher, wirksamer und letztlich auch günstiger, als die Folgen von Wohnungsverlust zu bewältigen".
Eine sichere, leistbare und angemessene Wohnung biete Schutz, Stabilität und Zugehörigkeit und damit die Grundlage für Gesundheit, Bildung, Arbeit und soziale Teilhabe, hieß es.
Wohnungsverlust verhindern
In den Caritas-Zentren in Neumarkt, Bischofshofen, Zell am See und Tamsweg sowie in St. Johann in Tirol, Wörgl und in der Sozialberatung Stadt Salzburg erhalten Menschen persönliche, telefonische und digitale Unterstützung. Caritas-Mitarbeiter würden zudem über die Themen Energiesparen und staatliche Leistungen informieren sowie bei Anträgen helfen. Je nach Situation gäbe es auch finanzielle Soforthilfe oder Unterstützung mittels Lebensmittelgutscheinen und anderen Hilfsangeboten.
Obdachlose Menschen finden in den Notschlafstellen einen sicheren Ort für die Nacht. Als wichtiger Baustein nannte die Caritas zudem das Projekt "meinzuhaus", das die Caritas gemeinsam mit dem Studentenwerk betreibt. Seit 2018 stehen dort 55 Übergangswohnungen für Menschen in akuter Wohnungsnot zur Verfügung. Weiters wird ein Housing-First-Ansatz angeboten, bei dem Menschen rasch Wohnraum erhalten und somit weitere Unterstützungsangebote in Anspruch nehmen können.
(Spenden: Caritasverband der ED Salzburg, IBAN: AT11 3500 0000 0004 1533, Verwendungszweck : Caritas Inlandshilfe 2026)
Quelle: kathpress