Demokratiewoche: Kirche setzt auf Dialog über Glauben und Demokratie
Mit Veranstaltungen zu Religion und Demokratie, Migration sowie Frauenrechten beteiligt sich die Katholische Aktion Österreich (KAÖ) an der Demokratiewoche, die österreichweit von 19. bis 26. Oktober stattfindet. Schon am Montag (19. Oktober) lädt die KAÖ zu einem Demokratie-Dialogstand am Stock-im-Eisen-Platz in der Wiener Innenstadt ein; von 14 bis 17 Uhr können Passantinnen und Passanten mit dem Präsidententeam - Ferdinand Kaineder, Katharina Renner und Thomas Immervoll - ins Gespräch kommen.
Die Initiative des Bündnisses 2025 findet heuer zum zweiten Mal statt und umfasst mehr als 200 Veranstaltungen und Aktionen. Den Start macht eine österreichweite "Klangwoge" am Montag um 18 Uhr, bei der über 1.000 Frauen und Männer, darunter 50 Chöre für die Demokratie singen werden. Ziel der Aktion aus 25 Initiativen und Vereinen sei es, demokratische Beteiligung zu stärken, Aktionen zur Sicherung der liberalen Demokratie zu setzen und sich miteinander zu vernetzen, hieß es vonseiten der Initiatoren.
Eine Videobotschaft zur Demokratiewoche kommt zudem von Bundespräsident Alexander van der Bellen, der darin allen Engagierten für ihren Einsatz für eine liberale Demokratie dankte: "Sie tauschen Wissen aus, sie reden miteinander, sie hören zu, debattieren, sind neugierig auf andere Sichtweisen. Und damit tragen sie aktiv zu einer lebendigen und starken Demokratie bei."
Am Dienstag folgt ab 16 Uhr eine Online-Informationsveranstaltung zum KAÖ-Projekt "Mitunter Gegenüber - So klappt's auch mit der Demokratie". Ebenfalls am Dienstag (19 Uhr) spricht KAÖ-Präsident Ferdinand Kaineder bei einem Vortrag mit Gespräch in der niederösterreichischen Pfarre Haunoldstein über Möglichkeiten, Demokratie aktiv zu gestalten.
Weitere Veranstaltungen widmen sich dem Verhältnis von Religion und Demokratie sowie aktuellen gesellschaftspolitischen Fragen. Die Theologin Regina Polak spricht am Mittwoch (21. Oktober, 16.30 Uhr) im Wiener MuseumsQuartier über das Spannungsverhältnis von Religion und Demokratie. Die Theologischen Kurse laden am selben Tag um 18 Uhr zu einer Veranstaltung über Demokratie und Migration mit dem Sozialforscher Günter Ogris ein. Ebenfalls am Mittwoch steht im Haus der Frau in Linz ab 19 Uhr ein Demokratiesalon zum Thema Demokratie und Frauenrechte auf dem Programm.
Am Freitag findet ab 16 Uhr in der Salzburger Kollegienkirche ein politisches Nachtgebet unter dem Titel "No Kings - Sich dem Autoritären entgegenstellen" mit KAÖ-Präsident Kaineder statt.
Auch die Katholische Sozialakademie Österreichs ist Projektpartner der Demokratiewoche und widmet einen eigenen Blogbeitrag "Rechtspopulismus auf der (Freud'schen) Couch" dem Umgang mit der "rechtsextremen Verführung" in Zeiten multipler Krisen und Problemfelder. "In dem Zustand der Identifizierung und Liebesbindung der Follower gegenüber den populistischen Führern gelingt es diesen, die Realangst, die Gründe hat und eigentlich komplexe Erklärungen und Lösungen verlangen würde, in eine neurotische Angst zu transformieren, die immer personalistisch und konkretistisch ist", schreibt Klaus Ottomeyer, Psychologe, Psychoanalytiker und Ethnopsychoanalytiker, im ksoe-Blog.
Musk und Trump hätten Empathie und Wokeness "zu einer Gefahr für die Gesellschaft" erklärt, während die AfD den Begriff "Inklusion" aus dem Bildungs- und Sozialwesen verbannen wolle. Angesichts dieser Entwicklungen könne "die Antwort von allen, die eine sozialarbeiterische und psychosoziale Arbeit ausüben, eigentlich nur sein: Wir machen weiter." Das sei "unter den gegebenen und drohenden Umständen bereits eine Widerstandshandlung", heißt es im Beitrag.
(Link: https://buendnis2025.at/)
Quelle: kathpress