
Scheuer am "Sonntag der Völker": Kirche lebt von Vielfalt
Als Erinnerung daran, "dass die Kirche von Anfang an international war", hat Bischof Manfred Scheuer den "Sonntag der Völker" bezeichnet. Die Kirche lebe von der Vielfalt ihrer Mitglieder und sei gefordert, diese Vielfalt auch als "Schatz wahrzunehmen und anzuerkennen", sagte der Diözesanbischof bei einem Festgottesdienst zu diesem Anlass im Linzer Dom, gemeinsam mit den in Oberösterreich vertretenen fremdsprachigen katholischen Gemeinden.
Menschen mit unterschiedlichen Geschichten, Traditionen und Sprachen seien eine "Bereicherung für das kirchliche Leben" und brächten neue Perspektiven ein. "Deshalb geht es heute nicht nur darum, Migrantinnen und Migranten wahrzunehmen, sondern auch darum, dankbar anzuerkennen, was sie in unsere Pfarrgemeinden und in unsere Gesellschaft einbringen", so Scheuer. Das treffe auch für die muttersprachlichen Gemeinden zu, die "ein Stück kultureller und religiöser Heimat und Räume, in denen Menschen Unterstützung und Zusammenhalt erfahren", schüfen.
16 fremdsprachige Gemeinden
Wie die Diözese Linz am Montag mitteilte, gibt es in Oberösterreich Seelsorge für 16 fremdsprachige Gemeinden: afrikanisch-englischsprachige, albanisch-katholische, arabische und chaldäische, ukrainisch-griechisch-katholische, kroatische, rumänisch-griechisch-katholische, philippinisch-katholische, polnische, lateinamerikanische (spanischsprachige), tschechisch -slowakische, türkische und persische, ungarische sowie vietnamesische, sowie auch eine persisch-afghanische Gemeinschaft.
Auch auf das Motto "Auch nur eines dieser Kinder", das Papst Leo XIV. zum zeitgleich gefeierten kirchlichen Welttag der Migranten und Flüchtlinge vorgegeben hat, ging Bischof Scheuer in seiner Predigt ein. Kinder mit Fluchterfahrung brächten Hoffnungen, Begabungen und Zukunftspotenzial mit und bräuchten "verlässliche Rahmenbedingungen, Zugang zu Bildung und echte Möglichkeiten zur Teilhabe", um diese Chancen entfalten zu können, sagte er. Politik, Gesellschaft, Kirchen und alle Menschen guten Willens sollten ihren Beitrag leisten, "dass jedes Kind mit Würde, Sicherheit und Zuversicht seinen Platz in unserer Gesellschaft und finden kann", so der Bischof.
Viele der beim Gottesdienst anwesenden Mitglieder trugen bei der Feier die typischen Trachten ihres Heimatlandes, ebenso wie auch viele der Gebetstexte, Lesungen und Lieder des Festgottesdienstes in Landessprachen vorgetragen und landestypische Geschenke bei der Gabenbereitung zum Altar gebracht wurden. Bei einem anschließenden Begegnungsfest auf dem Domplatz gab es ein geselliges Miteinander mit kulinarischen wie auch musikalisch-tänzerischen Beiträgen, insbesondere von den ungarischen, ukrainischen, kroatischen, philippinischen, afrikanischen, tschechisch/slowakisch, polnischen, lateinamerikanisch-spanischsprachigen sowie der vietnamesischen Gemeinde.
Quelle: kathpress