
Katholische Aktion: Synodalität braucht unterschiedliche Wege
Die weltweiten katholischen Laienorganisationen wollen Synodalität stärker in ihren Strukturen und ihrer Arbeit verankern. Dafür brauche es unterschiedliche Wege, die den jeweiligen kirchlichen und gesellschaftlichen Bedingungen entsprechen, berichtete Katharina Renner, Vizepräsidentin der Katholischen Aktion Österreich (KAÖ), nach einer internationalen Konferenz des Forums der Katholischen Aktion (FIAC/IFCA) in Rom. "Wir erleben hier, wie divers die Katholische Kirche ist", so die Theologin im Rückblick auf das Treffen von 15. bis 18. Oktober, bei dem Vertreterinnen und Vertreter aus mehr als 20 Ländern zum Thema "Katholische Aktion: Synodalität und Mission" beraten haben. Für die KAÖ nahm auch Rafael Haigermoser, Vorsitzender der Katholischen Jugend Österreich, an der Tagung teil.
Zwar sei Synodalität für alle weltweiten KA-Organisationen ein wichtiges Anliegen, die Wege dorthin seien aber noch offen, so Renner gegenüber der Nachrichtenagentur Kathpress. Sie erklärte dies u. a. mit den unterschiedlichen kirchlichen Strukturen: In manchen Ländern hätten Kleriker leitende Funktionen in den Organisationen der Katholischen Aktion, während Laien andernorts stärker eigenständig agierten. Auch die Ausdrucksformen kirchlichen Lebens seien verschieden und teilweise stärker kleruszentriert als in Österreich. Deshalb könne nicht jeder Kontinent denselben Weg zur Synodalität einschlagen, so Renner.
Frieden und gesellschaftliche Verantwortung
Trotz der unterschiedlichen kirchlichen und gesellschaftlichen Bedingungen seien bei dem internationalen Austausch viele Gemeinsamkeiten sichtbar geworden, so Renner. "Da ist ganz vorne der Wunsch nach Frieden." Viele Teilnehmende kämen aus Ländern, in denen Kriege und Konflikte den Alltag prägten. Einigkeit bestehe auch darin, christliche Überzeugungen für gesellschaftliche Veränderungen und gesellschaftspolitisches Engagement einzusetzen.
Das Forum biete die Möglichkeit, gesellschaftliche Entwicklungen gemeinsam einzuordnen und darüber nachzudenken, wie die Kirche darauf reagieren könne. Im Mittelpunkt der Tagung stand das Zusammenspiel von Synodalität und Mission. Die internationale Vernetzung solle dazu beitragen, voneinander zu lernen und unterschiedliche Wege zu einer synodaleren Kirche zu entwickeln. "Die KA hat als Forum die Möglichkeit, die Zeichen der Zeit, die wir alle sehen, in einen Kontext zu setzen und gemeinsam zu überlegen, wie die Kirche darauf reagieren kann", so das Fazit von Renner.
Die KAÖ will die Ergebnisse nun in die eigene Arbeit einbringen. Auf österreichischer Ebene seien weitere Gespräche geplant; zudem arbeite die Organisation an Lehrunterlagen, die in unterschiedlichen kirchlichen Zusammenhängen eingesetzt werden könnten.
Das FIAC/IFCA vernetzt katholische Laienorganisationen aus verschiedenen Ländern. Beiträge zur Tagung kamen u. a. auch von Schwester Raffaella Petrini, Regierungschefin der Vatikanstadt, Kardinal Kevin Farrell, Präfekt des Dikasteriums für Laien, Familie und Leben sowie Kardinal Luis Antonio Tagle, Pro-Präfekt des Dikasteriums für die Evangelisierung und Nathalie Becquart, Untersekretärin der Bischofssynode.
Quelle: kathpress