
Katholischer Familienverband mit Vorbehalt gegenüber Zukunftsdepot
Mit Vorbehalt hat der Katholische Familienverband das von der Bundesregierung vorgestellte Zukunftsdepot für Kinder begrüßt. Der Startbonus von 500 Euro für Kinder, die ab 1. Jänner 2027 geboren werden, sei positiv zu werten, dürfe aber nicht zulasten anderer Familienleistungen gehen. Viel dringlicher sieht der Familienverband die Valorisierung der Familienleistungen, "von der alle Kinder profitieren", betonte Verbandspräsident Peter Mender in einer Aussendung am Dienstag. Zudem sei das vorerst auf zwei Jahre (2027/2028) beschränkte Zukunftsdepot ohne langfristige Finanzierung über die Dauer der aktuellen Bundesregierung hinaus mehr "Symbolpolitik" als "nachhaltige Unterstützung".
"Familien brauchen Verlässlichkeit und Planbarkeit", so Mender. Und weiter: "Das Zukunftsdepot darf kein Bonusprogramm bleiben, das lediglich zwei Geburtsjahrgänge umfasst. Die dafür vorgesehenen Mittel müssen langfristig und über die Dauer der aktuellen Bundesregierung hinaus abgesichert sein", warnte der Familienverbandspräsident vor einer "Wiederholung der Geschichte". So sei die 13. Familienbeihilfe im Nationalratswahlkampf 2008 versprochen und eingeführt, aber nach drei Jahren wieder abgeschafft und durch eine Schulstartbeihilfe ersetzt worden.
Eine Investition in die Zukunft der Kinder sei grundsätzlich positiv zu werten. Das Zukunftsdepot dürfe aber keinesfalls als Ersatz für andere ausgesetzte Familienförderungen dienen, "insbesondere nicht für die bis 2028 ausgesetzte Valorisierung der Familienleistungen", betonte Mender.
Besonders armutsgefährdete und Mehrkindfamilien seien auf eine Anpassung der Leistungen angewiesen, so der Familienverbandspräsident. Wären Familienbeihilfe und Kinderabsetzbetrag 2026 erhöht worden, hätte das für jedes Neugeborene knapp 100 Euro mehr pro Jahr bedeutet. Dieses Geld fehle armutsgefährdeten und Mehrkindfamilien und verschärfe deren ohnehin angespannte finanzielle Situation weiter, erklärte Mender. Von einer Valorisierung würden zudem alle Kinder profitieren, nicht nur jene, die ab 1. Jänner 2027 geboren werden.
Quelle: kathpress