
Sozialexperte Schenk erhält Menschenrechtspreis der Kreisky-Stiftung
Der Sozialpsychologe und Armutsforscher Martin Schenk erhält den "Preis für die Verdienste um die Menschenrechte" der Bruno Kreisky Stiftung für Verdienste um soziale Menschenrechte und humanitäre Hilfe. Schenk habe sich durch sein langjähriges Engagement für armutsbetroffene und gesellschaftlich benachteiligte Menschen sowie durch Initiativen zur Weiterentwicklung der Menschenrechte ausgezeichnet, heißt es in einer Mitteilung der Armutskonferenz vom Freitag. Unter den bisherigen Menschenrechts-Preisträgerinnen und -trägern waren u. a. Nelson Mandela, Kardinal Franz König, Bischof Erwin Kräutler, Cecily Corti, Leopold Ungar und Christine Hubka.
Schenk war 1995 Mitbegründer der Armutskonferenz, eines Netzwerks von mehr als 40 sozialen Organisationen, Selbsthilfegruppen, wissenschaftlichen Einrichtungen und Initiativen von Armutsbetroffenen. Weiters ist er im Menschenrechtsbeirat der Volksanwaltschaft vertreten und entwickelte den "Kulturpass" mit, der Menschen mit geringem Einkommen den Zugang zu Theater, Konzerten, Museen und Kino ermöglicht. Die 2003 gestartete Initiative "Hunger auf Kunst und Kultur" erreicht mittlerweile ganz Österreich; mehr als 60.000 Menschen in finanziellen Notlagen nutzen den Kulturpass.
Zu Schenks weiteren Initiativen zählen etwa das Projekt "Sichtbar Werden", in dem sich Menschen mit Armutserfahrungen selbst organisieren, das Sozialrechtsnetz zur Stärkung sozialer Menschenrechte sowie das Projekt "Mitgehn". Dabei begleiten Freiwillige Menschen mit geringem Einkommen zu Ämtern, Behörden oder Gesundheitseinrichtungen, um Zugangsbarrieren abzubauen und Betroffenen mehr Gehör zu verschaffen.
Als Sozialpsychologe beschäftigt sich Schenk zudem mit gesundheitlicher Chancengerechtigkeit, Kinder- und Jugendhilfe sowie den sozialen Folgen von Armut. Er arbeitet ferner an den österreichischen Gesundheitszielen mit und ist Co-Leiter der Arbeitsgruppe "Gesundheitliche Chancengerechtigkeit" im Rahmen der Ressourcenzuteilung für benachteiligte Schulstandorte ("Sozial/Chancenbonus"). Bei der Diakonie leitet er die Grundlagenarbeit zu sozialer Sicherheit, Gesundheit und Kinder- und Jugendhilfe. Außerdem lehrt er seit Jahren an der Hochschule Campus Wien.
(Link: www.armutskonferenz.at)
Quelle: kathpress