
Langer Tag der Flucht: Vielfältiges Programm mit kirchlichen Impulsen
Am "Langen Tag der Flucht" widmen sich rund um den 2. Oktober österreichweit Veranstaltungen den Themen Flucht, Menschenrechte und Zusammenleben. Der vom UNO-Flüchtlingshochkommissariat (UNHCR) initiierte Tag findet heuer jedoch in reduzierter Form statt. Hintergrund seien internationale Budgetkürzungen, die auch die Arbeit von UNHCR und anderen Organisationen in Österreich betreffen, wie die UNHCR Website informiert. Zahlreiche Organisationen und kirchliche Initiativen führen dennoch eigene Veranstaltungen durch.
Zu einem ersten Höhepunkt des Tages lädt die katholische Caritas in Wien. Am Stephansplatz findet ab 10 Uhr die Aktion "Wir werden zur roten Linie für Menschlichkeit!" statt. Dabei wird eine 200 Meter lange rote Stoffbahn entlang der Kärntnerstraße entrollt und von einer Menschenkette getragen. Im Zentrum steht die Botschaft, dass "die rote Linie nicht trennt, sondern verbindet". Die rote Linie soll somit zu einem "Hoffnungsband" stilisiert werden.
Mit einem Workshopangebot für Schulen möchte zudem die "YoungCaritas Wien" Einblicke in die persönlichen Fluchbeweggründe und die rechtlichen Grundlagen des Asylsystems geben. Das Ziel ist hierbei "Schüler zu sensibilisieren, Empathie zu fördern und Solidarität mit Geflüchteten zu stärken". Einen zusätzlichen Einblick in die aktive Integrationsarbeit gewährt der "AMOS Lernraum" des Sozialwerks Don Bosco. Normalerweise werden im Lernraum Geflüchtete auf das Leben in Österreich und Bildungsabschlüsse vorbereitet, mit Schwerpunkt auf Deutschförderung. Im Rahmen des Workshops "Lies mit mir" sind Kinder und Jugendliche eingeladen gemeinsam mit den Lernraum-Teilnehmern das "Kleine ICH BIN ICH" in mehreren Sprachen zu lesen.
Die Veranstaltungen beschränken sich aber keineswegs nur auf Wien. In Baden und St. Pölten wird für Schulklassen der Film "Das geheime Stockwerk" gezeigt. Die Grazer Stadtbibliothek beschäftigt sich unterdessen in einem Workshop mit der Situation von Asylwerbern in Österreich und einen achtsamen Umgang mit "Fremden" in unserer Gesellschaft. Führungen in einfacher Sprache zu Migrationsgeschichten und zum Thema Flucht bietet das Innsbrucker "Museum im Zeughaus" und in Linz lädt unter dem Motto "Nimm Platz - wir haben Platz!" eine Veranstaltung am Hauptplatz zu Lesungen, Musik, gemeinsamem Essen und Begegnung ein.
Ferner stehen österreichweite Angebote für Schulen zur Verfügung. Die "One World Filmclubs" etwa bieten auf ihrer Website kostenlose Filme zu Flucht, Migration, Integration sowie Frauen- und Mädchenrechten an. Amnesty International veranstaltet Workshops zu Menschen- und Kinderrechten sowie Fortbildungen für Pädagoginnen und Pädagogen. Die Anmeldung erfolgt jeweils direkt bei den anbietenden Organisationen. Zudem bietet das Österreichische Rote Kreuz in vier Bundesländern (Wien, Tirol sowie Nieder- und Oberösterreich) kostenfreie Workshops unter dem Namen "ProjektXchange - Austausch macht Freu(n)de" an. Im Rahmen der Veranstaltung kommen Personen mit Fluchterfahrungen in Schulen und berichten über ihren Lebensweg und ihr Ankommen in Österreich.
Quelle: kathpress