
Wien: Ökumene-Schöpfungsgottesdienst für Menschen mit Behinderungen
Ein ökumenischer Gottesdienst für Menschen mit und ohne Behinderungen zum Ende der kirchlichen "Schöpfungszeit" findet am Samstag - am 800. Todestag des Heiligen Franz von Assisi - in Wien-Meidling statt. Die Feier um 15 Uhr in der Pfarrkirche Namen Jesu am Schedifkaplatz (Eingang Darnautgasse 3) steht unter dem Motto "Gott der Schöpfer ist für alle da!" und soll Menschen mit und ohne Behinderungen zusammenbringen. Vorgesehen sind Texte in Brailleschrift und deutschsprachige Begleitung.
Die Kirche und die Veranstaltungsräume sind rollstuhlgerecht laut Angaben der Seelsorge für Menschen mit Behinderungen der Erzdiözese Wien, die gemeinsam mit der Caritas seit 21 Jahren die Gottesdienste organisiert, die einst von Oberin Christine Gleixner (1926-2015) ins Leben gerufen wurden. Die Musikgestaltung übernehmen die Glaubens- und Musikgruppen Faith4U&Me, Saitensalat sowie das Veeh-Harfen-Ensemble.
Franziskus als Beispiel für Teilhabe
Wie Anamarija Sobocanec-Sostaric von der Seelsorge für Menschen mit Behinderungen der Erzdiözese Wien erklärte, werde die Verbindung des früher in der Osterzeit stattfindenden Gottesdienstes mit der kirchlichen Schöpfungszeit und Franz von Assisi als sehr "stimmig" wahrgenommen: "Franziskus ist ein tolles Beispiel für die Ökumene wie auch für Teilhabe aller", so die Seelsorgerin gegenüber Kathpress. Der mittelalterliche Heilige verbinde die Christen in der gemeinsamen Sorge um die Umwelt und stehe aufgrund seiner Lebensgeschichte zugleich für eine Gemeinschaft, in der Menschen mit und ohne Behinderungen ihren Platz haben.
Gerade Menschen mit kognitiven Beeinträchtigungen und Down-Syndrom reagierten auf die Geschichten über Franz von Assisi besonders gut, sagt Sobocanec-Sostaric. Seine Verbundenheit mit Sonne, Mond und Tieren lasse sich in einfacher Sprache vermitteln. Auch die Vorbereitung auf den Gottesdienst mit Lesungen und Musik geschehe gemeinsam. "Es herrscht immer eine besondere und sehr authentische Atmosphäre, die alle Mitfeiernden berührt", so die Seelsorgerin.
Die Seelsorge für Menschen mit Behinderungen der Erzdiözese Wien begleitet Menschen mit intellektuellen und mehrfachen Behinderungen sowie deren Angehörige in religiösen und persönlichen Anliegen. Sie unterstützt unter anderem bei Sakramenten und besonderen Lebensereignissen und vermittelt Kontakte zu Pfarren und kirchlichen Gruppen. Ein Schwerpunkt liegt auf der Inklusion im kirchlichen Leben: Menschen mit Behinderungen sollen Gottesdienste nicht nur besuchen, sondern diese auch aktiv mitgestalten. Dazu gehören regelmäßig inklusive liturgische Feiern und Begegnungsmöglichkeiten für Menschen mit und ohne Behinderungen.
Die jährliche Schöpfungszeit ist eine von den christlichen Kirchen gemeinsam begangene Zeit des Gebets und des Engagements für die Bewahrung der Schöpfung. Sie beginnt am 1. September, dem Weltgebetstag für die Schöpfung, und endet am 4. Oktober, dem Gedenktag des heiligen Franz von Assisi. Kirchen und christliche Gemeinschaften sind in dieser Zeit aufgerufen, die Beziehung des Menschen zur Schöpfung zu reflektieren und sich für das gemeinsame Haus einzusetzen.
Mitveranstalter des Gottesdienstes sind kirchliche Einrichtungen und Organisationen aus dem ökumenischen und inklusiven Bereich. Dazu zählen neben der Erzdiözese Wien und Caritas auch die Evangelische Kirche in Österreich, die Altkatholische Kirche, das Blindenapostolat und die Gehörlosenseelsorge sowie der Ökumenische Rat der Kirchen in Österreich. Auch Vertreter der christlichen Kirchen der östlichen Traditionen wirken mit.
Quelle: kathpress