
Caritas-Familienhilfe begleitet seit 75 Jahren Familien in Krisen
Seit 1951 unterstützt die Familienhilfe der Caritas Familien in Wien und im östlichen Niederösterreich in herausfordernden Lebenssituationen. Die Familienhilfe ist das älteste noch bestehende Angebot der Caritas der Erzdiözese Wien. Während die Unterstützung in den Anfangsjahren vor allem auf die Bewältigung des Haushaltsalltags ausgerichtet war, begleiten Familienhelferinnen und Familienhelfer heute Familien bei vielfältigen sozialen, gesundheitlichen und existenziellen Herausforderungen. Angesichts steigender Belastungen wie Teuerung, zunehmendem psychischen Druck, Bildungsungleichheiten und gesellschaftlichen Veränderungen sieht die Caritas den Ausbau früher Hilfsangebote als zentrale Zukunftsaufgabe und fordert insbesondere die Stärkung ambulanter Unterstützungsangebote.
"Die Herausforderungen für Familien nehmen heute zu, nicht ab. Gerade deshalb müssen wir in Prävention investieren und niederschwellige Unterstützungsangebote sichern", betonte der Wiener Caritasdirektor Klaus Schwertner bei einer Jubiläumsfeier vergangenen Freitag. Zudem brauche es eine langfristige Investition in Prävention und Kinderschutz.
Schicksalsschläge, Krankheit, Überforderung, finanzielle Sorgen, Armut oder andere belastende Lebenssituationen könnten Familien an ihre Grenzen bringen. Familien bräuchten Hilfe, wenn Belastungen entstünden, nicht erst, wenn daraus Krisen geworden seien. So könnte schwerwiegenderen Problemen vorgebeugt werden, so Schwertner.
Heute sind laut Caritas rund 110 Mitarbeitende in zehn Teams in Wien und Niederösterreich im Einsatz für die Ambulante Familienarbeit. Sie leisten jährlich rund 78.000 Betreuungsstunden und erreichen damit rund 3.900 Menschen, darunter mehr als 2.000 Kinder. "Familienhilfe bedeutet heute weit mehr als praktische Unterstützung im Alltag. Wir helfen Familien, Krisen zu bewältigen, Existenz zu sichern und Zugang zu wichtigen Unterstützungsangeboten zu finden", erklärte Schwertner.
Zugleich warnte der Caritasdirektor vor den Auswirkungen des zunehmenden Spardrucks auf soziale Leistungen. Familien in schwierigen Lebenssituationen dürften nicht jene Unterstützung verlieren, die ihnen Stabilität und Perspektiven gebe. Die Caritas fordert deshalb eine Stärkung ambulanter Angebote. Diese könnten dazu beitragen, Fremdunterbringungen von Kindern zu vermeiden und langfristig auch die öffentliche Hand zu entlasten. Ziel sei es, Familien frühzeitig zu begleiten und Kindern das Aufwachsen in ihrem vertrauten Umfeld zu ermöglichen.
Quelle: kathpress