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Opus Dei rät zu umsichtigem Umgang mit dem umstrittenen Film
Rom, 12.5.06 (KAP) Der dem Opus Dei angehörende Kurienkardinal Julian Herranz gibt sich überzeugt, dass der umstrittene Film "The Da Vinci Code - Sakrileg" zum "Bumerang für die Feinde der Kirche" wird. In der jüngsten Ausgabe des italienischen Magazins "Panorama" riet er zur Umsicht: "Wir dürfen nicht in die Marketing-Falle tappen, die die Polemik aus kommerziellen Gründen anheizt". Überdies könne auch aus einem "Übel" wie dem Brown-Bestseller etwas Gutes entstehen. So verzeichneten die Internetseiten des Opus Dei sowie Informationsseiten der US-amerikanischen Bischofskonferenz Millionen von Zugriffen. Zur Frage eines Boykotts sagte Herranz, jeder solle nach seinem Gewissen handeln, sich dafür aber gut informieren.
Opus-Dei-Prälat Bischof Javier Echevarria meinte im "Corriere della Sera" (Freitag), dass der Grund für die Kritik in "Sakrileg" am Opus Dei in dessen "Verbundenheit mit dem Papst, der Treue zur Kirche und dem entschiedenen Eintreten für die Rechtgläubigkeit" liege. Die Angriffe auf das Opus Dei seien nicht neu, allerdings schmerzten ihn die "grotesken Wahnvorstellungen" über Christus und die Kirche. "Soll man über das Opus Dei sagen, was man will, aber man soll nicht den Glauben verfluchen", so Echevarria.
Gegen Faschismus-Vorwurf
Der Sprecher des Opus Dei in Rom, Manuel Sanchez, wies in "La Repubblica" nachdrücklich Vorwürfe des "Sakrileg"-Regisseurs Ron Howard zurück. Dieser hatte im selben Blatt am Mittwoch erklärt, niemand sei gezwungen, den Film anzusehen, es sei aber "ein faschistischer Akt, wenn man verbietet, ihn anzuschauen". Sanchez betonte, der Film sei objektiv beleidigend für Christen. Man könne den Angegriffenen nicht das Recht verwehren, sich zu verteidigen.
Die fiktive Handlung des Films, der am 19. Mai in die Kinos kommt, kreist um den Kampf der Kirche gegen einen Geheimbund. Dieser ist Hüter des Mysteriums, wonach es bis heute leibliche Nachfahren Jesu geben soll. Das Opus Dei bekämpft die Bruderschaft mit allen Mitteln bis hin zum Mord. Kritiker werfen Dan Brown vor, er zeichne ein Zerrbild der christlichen Theologie und verwische die Grenze von Fiktion und historischen Fakten.
"Chance für christlichen Glauben"=
Auch die Schweizerische Evangelische Allianz (SEA) ruft dazu auf, sich vom Inhalt der fiktiven Geschichte von "Sakrileg" nicht verunsichern zu lassen, sondern "die Gelegenheit zu nutzen, nach der wahren Geschichte von Jesus zu fragen". Der Buch-Bestseller und dessen Verfilmung seien als das zu betrachten, was sie sind, nämlich Fiktion, heißt es in einer Pressemitteilung.
Eigentlich müssten sich Kirchen und christliche Stellen nicht mit einem Roman befassen. Auch dann nicht, wenn es darin um "abstruse Geschichten" über Jesus und Maria Magdalena oder "wilde Phantasien über die Anfänge des Christentums und die Entstehung der Bibel gehe. Doch weil der Autor Dan Brown so tue, als basiere seine Geschichte auf Tatsachen, sei die Kirche herausgefordert, die Falschaussagen in der Öffentlichkeit zu korrigieren.
Die Evangelische Allianz hat daher eine 14-seitige Stellungnahme unter dem Titel "Der Jesus-Code" veröffentlicht. Das Papier greift die Aussagen von "Sakrileg" über das Christentum auf und widerlegt sie. Zudem sind weitere Erkenntnisse der Geschichtswissenschaft zur Person Jesu aufgeführt, Belege für seine Historizität sowie für die wissenschaftliche Zuverlässigkeit der biblischen Schriften. Geklärt wird auch die Frage, wer Maria Magdalena tatsächlich war, beziehungsweise was man von ihr weiß.
Die SEA plädiert dafür, das Interesse an "Sakrileg" als Chance für den christlichen Glauben zu sehen. Es gelte, das Thema in Gottesdiensten und Veranstaltungen aufzugreifen und mit interessierten Menschen das Gespräch zu suchen. Die SEA ist eine Bewegung von Christen aus reformierten Landeskirchen, evangelischen Freikirchen und weiteren christlichen Organisationen.
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