
Erfüllte Zeit
1. Das Menschenrecht auf Wasser – Ein Dokument des Vatikans
„Jeder Mensch hat das Recht auf sauberes Wasser.“ Eine Selbstverständlichkeit, der jedoch die Zahlen der UNO widersprechen: Fast 1.000 Kinder pro Tag sterben an Krankheiten, die mit verschmutztem Wasser zu tun haben. 1,8 Milliarden Menschen konsumieren verschmutztes Wasser. Das Ziel, das sich die internationale Gemeinschaft gesetzt hat ist, diesen Trend zu bremsen und umzukehren. 2010 billigte die UNO-Generalversammlung eine Resolution, die das Recht auf Trinkwasser und auf Hygiene als Menschenrecht bezeichnet, das grundlegend ist für den Genuss aller anderen Menschenrechte, allen voran das Menschenrecht auf Leben.
Allerdings: 70 Mitgliedsstaaten haben der Resolution nicht zugestimmt. Seither gibt es keine nennenswerten Fortschritte in der Anerkennung und der Festschreibung des Menschenrechts auf Wasser in den internationalen Texten. Um die Sache zu beschleunigen, hat der Vatikan ein Dokument erarbeitet, das die Frage nach dem Zugang zu Wasser breit ausleuchtet. Am 14. September ist es in Genf den Vereinten Nationen vorgestellt worden. In der „Erfüllten Zeit“ werden zentrale Passagen daraus vorgestellt. – Gestaltung: Martin Gross
2. Von Quellen und Brunnen – Wasser in der Bibel
Wasser ist lebensnotwendig, der Quell des Lebens, wie es auch genannt wird. Aber: Wasser kann auch zerstörerisch sein, in Form von Naturgewalten, sei es die Flut oder gar ein Tsunami. Zentrales Element vieler Bibelstellen ist das Wasser ebenso: In der Schöpfungsgeschichte etwa heißt es : Gottes Geist schwebte auf dem Wasser, in den Psalmen lechzt der Hirsch nach frischem Wasser, die Sintflut tötet alles Leben, außer den Menschen und Tieren auf der Arche Noah und im sogenannten Neuen oder Zweiten Testament verwandelt Jesus Wasser in Wein. Welche symbolische Bedeutung das Wasser in der Bibel haben kann, darüber hat Judith Fürst mit dem katholischen Theologen und wissenschaftlichen Assistenten der Erwachsenenbildungseinrichtung "Theologische Kurse", getragen von der Erzdiözese Wien und der österreichischen Bischofskonferenz, Oliver Achilles gesprochen.
3. Auf den Spuren des „goldenen Zeitalters“ – Jüdisches Leben im mittelalterlichen Cordoba
In der andalusischen Stadt Cordoba waren Jüdinnen und Juden jahrhundertelang ein wesentlicher Teil der Gesellschaft. Insbesondere in der Zeit von "Al-Andalus", der 800 Jahre dauernden Herrschaft der muslimischen Araber auf der Iberischen Halbinsel. Für viele ist diese Zeit von 711 bis zum Jahr 1492 ein "Goldenes Zeitalter", und der Mythos von Al-Andalus besagt, dass damals Musliminnen, Juden und Christinnen unter muslimischer Herrschaft friedlich zusammenlebten.
Maria Harmer begibt sich auf die Spuren der Jüdinnen und Juden in Andalusien und überprüft den Mythos auf seinen Wahrheitsgehalt.
4. Vergeben mit Gottes Hilfe – Bibelessay zu Matthäus 18, 21 - 35
Was in den katholischen Messfeiern für den 24. Sonntag im Jahreskreis als Evangelium gelesen wird, ist ein Text, der wichtige Trenn- und Verbindungslinien zwischenmenschlicher Beziehungen zum Thema hat: Schuld und Vergebung. Besonders über Letztere hat die katholische Theologin und Philosophin Regina Polak grundsätzliche Überlegungen angestellt.
4. Im Zentrum die „Schwarze Madonna“ – Ausstellung über das Kloster Einsiedeln
Pilgern ist richtig „hip“ geworden in den vergangenen Jahren, Karawanen ziehen durch die Lande – von Frankreich über Spanien, Italien und Österreich: Menschen auf der Suche nach sich selbst. Im Schweizer Benediktinerkloster Einsiedeln kann das Pilgern bereits auf eine 1000-jährige Geschichte zurückblicken. Generationen von Gläubigen suchten die dortige Gnadenkapelle mit der „Schwarzen Madonna“ auf. Solche Madonnen mit schwarzer Gesichtsfarbe gibt es ja unzählige auf der Welt, und oft wurden und werden sie von den Gläubigen als besonders wundertätig verehrt. Seit 16. September sind viele sakrale Gegenstände aus Einsiedeln erstmals außerhalb der Klostermauern zu sehen, nämlich in einer großen Schau im Schweizerischen Nationalmuseum neben dem Bahnhof in Zürich. ORF-Schweiz-Korrespondentin Raphaela Stefandl war für Erfülle Zeit dort.