
Lebenskunst
06.01. | 07:05 | Ö1
1. Die Pianistin von Wien – Erinnerungen an eine 1938 vertriebene Musikerin
Musik hat das Leben des Wiener Mädchens Lisa Jura geprägt - aber als Jüdin hatte sie hier keine Zukunft. Ihre Eltern haben die Zeichen der Zeit erkannt und ihre Tochter 1938 mit einem Kindertransport nach England geschickt. Etwa 10.000 Kinder und Jugendliche sind auf diese Weise - getrennt von ihren Familien - gerettet worden.
Lisa hat weit weg von Wien eine Ausbildung zur Konzertpianistin gemacht und später eine Familie gegründet. Ihre Tochter, Mona Golabek, hat die berührende Geschichte ihrer Mutter in Buchform („Die Pianistin von Wien“, erschienen bei Amalthea) und in Form einer musikalischen Bühnenperfomance festgehalten. Vor kurzem war sie damit im Wiener Musikverein zu Gast. Im Publikum waren etwa 300 Schülerinnen und Schüler. Judith Fürst hat einen Bericht über ein bewegendes Schicksal - und die Kraft der Musik – gestaltet.
2. Hoher Besuch an der Krippe – Der Publizist und Volkskundler Reinhard Kriechbaum zum Dreikönigstag
Waren es wirklich drei Könige, die die heilige Familie besucht haben? Oder Wissenschaftler? Oder gar Zauberer? Hohe Herren auf jeden Fall, die von einem Stern geführt die Krippe mit dem neugeborenen Erlöser finden - so der biblische Bericht. Was es damit in Überlieferung und Brauchtum auf sich hat, das hat Martin Gross im Gespräch mit Reinhard Kriechbaum in Erfahrung gebracht.
3. Ein Rabbiner in der Hölle – Walter Homolka im Gespräch mit Roland Adrowitzer
Mit der aktuellen Situation des Judentums in religiöser, gesellschaftlicher und politischer Hinsicht setzt sich Rabbiner Walter Homolka auseinander - eine der prominentesten Stimmen des progressiven Judentums in Deutschland. Ausgerechnet in der Hölle - so heißt der Bereich im Souterrain des Theaters an der Wien - hat er mit ORF-Chefreporter Roland Adrowitzer über sein neuestes Buch gesprochen.
4. Dem Stern folgen… - Bibelessay zu Matthäus 2, 1 - 12
Nach den Hirten, den einfachen, ungebildeten, durchaus auch gesellschaftlich marginalisierten Zeitgenossen Jesu, begegnen nun hochstehende Persönlichkeiten dem neugeborenen Jesukind. Sie haben die religiösen Schriften und die Zeichen am Sternenhimmel richtig gedeutet – und sind so Zeugen einer anbrechenden neuen Welt geworden. Davon handelt der Bibelessay von Anna Hennersperger. Sie ist Direktorin des Bischöflichen Seelsorgeamtes der katholischen Diözese Gurk-Klagenfurt.
07.01. | 07:05 | Ö1
1. “Ein Stück Russland in Wien“ - Die russisch-orthodoxe St. Nikolaus-Kathedrale
Während viele die Christbäume und den Weihnachtsschmuck wegräumen oder weggeräumt haben, weil schon zwei Wochen seit dem Fest vergangen sind, feiern andere erst am 6./7. Jänner Weihnachten: zum Beispiel serbisch oder russisch-orthodoxe Christinnen und Christen. Für sie gilt auch für die feststehenden kirchlichen Feste noch der alte "Julianische Kalender". Und demzufolge ist am 6. Jänner Heiliger Abend und am 7. Jänner der erste Weihnachtsfeiertag. Markus Veinfurter hat das zum Anlass genommen, sich durch die russisch-orthodoxe Kathedrale von Wien führen zu lassen: die St. Nikolaus-Kathedrale in Wien-Landstraße.
2. “In Fleisch und Blut übergegangen“ - Biblische Worte, die bleiben
Ob „Tohu wa bohu“ („wüst und leer“), „in Fleisch und Blut übergegangen“, „der Mensch denkt und Gott lenkt“ oder „sein Licht nicht unter einen Scheffel stellen“: Viele gebräuchliche Redensarten stammen aus der Bibel und haben – oft unbewusst - die Jahrhunderte überdauert, sind also Worte, die bleiben. Judith Fürst hat sich einige näher angesehen - und dazu die Leiterin der österreichischen Bibelgesellschaft befragt.
3. “In 14 Sälen um die Welt“ - Ein Rundgang durch das neueröffnete Weltmuseum Wien
Begegnungen mit fernen Ländern, verschiedenen Kulturen, unterschiedlichen Gottesvorstellungen: Der Eine oder die Andere wird schon manchen Reiseplan für 2018 geschmiedet haben. Auch das neu eröffnete Weltmuseum Wien ermöglicht seinen Besucherinnen und Besuchern Reisen nach Asien, Südamerika, Afrika, ins Himalaya-Gebiet und überhaupt um die Erdkugel - zumindest in Gedanken. In 14 Sälen zeigt die neue Schausammlung Welten, in denen die Grenzen zwischen profan und sakral oft durchlässig sind, kommt doch kaum eine Kultur der Erde ohne religiöse Aspekte, ohne irgendeine Art der Transzendenz aus. Vielfältige Schöpfungsmythen und Göttergestalten zeugen davon. Kerstin Tretina hat sich auf Weltreise begeben.
4. „Die Weisheit der Welt folgt dem Licht Gottes“ - Bibelessay zum 1. Korintherbrief 1, 26 - 31
Das altgriechische „Epipháneia“ bedeutet Erscheinen einer Gottheit. Und dem ist auch der Feiertag Epiphanie oder Dreikönig am 6. Jänner gewidmet. Der unmittelbar darauf folgende Sonntag gilt in der katholischen Kirche thematisch der Taufe des erwachsenen Jesus durch Johannes im Jordan. In der evangelischen Kirche ist für den ersten Sonntag nach Epiphanias ein Absatz aus dem Ersten Korintherbrief im Neuen Testament vorgesehen. Paulus aus Tarsus hat ihn verfasst, wahrscheinlich um das Jahr 55. Pfarrer Marco Uschmann vom Presseamt der Evangelischen Kirche in Österreich hat dazu einen Bibelessay verfasst.