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ORF/Günther Pichlkostner

Orientierung

So., 11.02. | 12:30 | ORF 2

 

 

 

08.02.2018

So., 11.02. | 12:30 | ORF 2

 

Opfer der NS-Zeit: Erinnerung als „Erziehung zur Wachsamkeit“

1938: Das Jahr des Einmarsches von NS-Truppen in Österreich, des „Anschlusses“ an Hitler-Deutschland. Vielerorts wird in diesen Wochen und Monaten an dieses dunkle Kapitel der Geschichte erinnert – auch an Leid und Tod von Opfern der NS-Schreckensherrschaft, von Millionen Juden in Europa „Der allgegenwärtige Hunger und das Ungeziefer in Theresienstadt waren unerträglich. Als die SS-Leute uns sagten, Auschwitz sei ein Arbeitslager, wo man gut essen und besser leben könnte, meldeten sich viele. Als meine beste Freundin mit ihren Eltern nach Auschwitz ging, meldete ich mich auch. Zum Glück habe ich die Abfahrt des Transports verschlafen“, erinnert sich die 89-jährige Wienerin Helga Feldner an ihre Gefangenschaft im Konzentrationslager Theresienstadt. Trotz ihres hohen Alters besucht Helga Feldner noch immer regelmäßig Wiener Schulen und erzählt Schülerinnen und Schülern über die Ausgrenzung, Verfolgung und Ermordung von Juden in Österreich in den Jahren der NS-Herrschaft zwischen 1938 und 1945. Auch der Holocaust-Überlebende Rudolf Gelbard hält die Erinnerungskultur für enorm wichtig: „Ich glaube zwar nicht, dass so ein System, wie es die Nazis in Deutschland und Österreich hatten, in Europa wieder passieren könnte, aber wir sollen wachsam bleiben.“

Bericht: Zoran Dobrić, Länge: 9 Minuten

 

Jesuiten hielten Sklaven: US-Universität entschuldigt sich

Mit Vergangenheitsbewältigung ist zurzeit auch die älteste katholische Universität Amerikas beschäftigt. Die 1789 von Jesuiten gegründete Georgetown University in Washington, eine der angesehensten Universitäten der USA, blickt auf ein besonders düsteres Kapitel ihrer Historie zurück. Die Jesuiten haben in den ersten Jahrzehnten des Bestehens der Universität nicht nur selbst Sklaven „gehalten“ – sie haben sich durch den Verkauf von Sklaven im Jahr 1838 vor dem finanziellen Ruin gerettet. Nach 180 Jahren entschuldigen sich die Jesuiten nun offiziell und die Universität setzt erste Schritte in Richtung tätige Reue: Nachkommen der Sklaven werden bevorzugt an der extrem selektiven Universität aufgenommen. Die ersten dieser Nachkommen haben jetzt ihr Studium in Georgetown begonnen.

Bericht: Hannelore Veit, Länge: 5 Minuten

 

Langer Marsch: Mexikanische Frauen suchen verschwundene Kinder

Mexikanische Mütter haben sich auf den Weg gemacht: Von der Südgrenze Mexikos – von Chiapas aus – marschieren sie quer durch Mexiko, um ihre verschwundenen Söhne und Töchter zu suchen. Mit Fotos ihrer insgesamt mehr als 100 Kinder demonstrieren sie auf großen Plätzen, besuchen Gefängnisse und Rotlichtviertel – und fordern die mexikanische Regierung auf, „endlich zu handeln.“ Zu lange habe sie zugesehen: bei der Verwicklung von Angehörigen der Polizei und des Militärs, die nicht selten mit Drogenbanden gemeinsame Sache gemacht hätten. Auf das Konto dieser Kriminellen gehe wohl ein Großteil des „Verschwindenlassens“ von mittlerweile rund 30.000 Menschen, wird gemutmaßt. Viele von ihnen werden nicht mehr am Leben sein, andere: gefangengehalten, gefoltert, manche im Ausland – in den USA – „untergetaucht“. Unterstützung finden die marschierenden Frauen auch bei katholischen Ordensgemeinschaften, u.a. von Pater Gonzalo Ituarte, der dem weithin bekannten – mittlerweile verstorbenen – Indigena-Bischof Samuel Ruiz eng verbunden war.

Bericht: Leo Gabriel, Länge: 8 Minuten

 

Spiritualität der Mapuche: Chiles Ureinwohner ringen um Identität

Am 12. Februar 1818, vor 200 Jahren also, hat das südamerikanische Land Chile seine Unabhängigkeit proklamiert. Das Gedenken an diese historische Wegmarke rückt nun auch das Schicksal der Mapuche, der Ureinwohner von Chile und Argentinien, ins Blickfeld. Sie sind bis heute stolz darauf, als einziges indigenes Volk Lateinamerikas der Eroberung durch die Spanier standgehalten zu haben. Doch die Unabhängigkeit Chiles sollte ihre Lebensbedingungen drastisch verändern. Vom chilenischen Heer besiegt, wurden sie in Reservate gedrängt. Unter der Pinochet-Diktatur - zwischen 1973 und 1990 – wurde gar die ethnische Vielfalt des Landes geleugnet. Heute leben nur mehr rund 600.000 Mapuche in ihren Ursprungsgebieten im Süden. Nachdem ihnen durch die industrielle Forstwirtschaft ihre Lebensgrundlagen entzogen worden waren, zogen Hunderttausende in Großstädte wie Santiago de Chile. Dort versuchen sie, ihre Traditionen – kultureller wie spiritueller Art - am Leben zu erhalten. Ein „Orientierung“-Team hat eine Ruka – ein traditionelles Mapuche-Zentrum – besucht.

Bericht: Mathilde Schwabeneder, Länge: 5 Minuten


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