
Lebenskunst
5. & 6.1. | 07:05 | Ö1
5. Jänner
1. Eigenwilliger Künstler in bewegten Zeiten – Zum 150. Geburtstag von Ernst Barlach
Ich will Gott die Ehre geben, auch in meiner Arbeit. Das heißt: Ich will wahr sein, echt und ungefärbt. So hat es die deutsche Künstlerin Käthe Kollwitz (1867 – 1945) vor mehr als 100 Jahren in ihrem Tagebuch zum Jahreswechsel formuliert. Ein Künstlerkollege, der ihr auf seine Art ein Denkmal gesetzt hat, wurde vor 150 Jahren geboren: Ernst Barlach. Am 2. Jänner 1870 ist er als ältester von vier Söhnen im norddeutschen Wedel geboren worden. Seiner berühmten schwebenden Skulptur, dem Güstrower Engel, hat er die Gesichtszüge von Käthe Kollwitz verliehen. Den Arbeiten der beiden wird nicht selten ein Nahverhältnis attestiert. Beide stellen in ihrem Werk leidende Menschen in den Mittelpunkt. Und beide sind geprägt von einer sehr persönlichen Spiritualität. Gedanken zu Leben und Wirken von Ernst Barlach (1870 – 1938) vom Priester, Jesuiten und Kunsthistoriker Gustav Schörghofer, den Brigitte Krautgartner interviewt hat.
2. „Große Gestalten der Bibel – menschlich gesehen“, Teil 9: Herodes – von politischer Gewalt und der Kraft des Lebens
Als veritabler Bösewicht, als Lügner und Kindermörder ist er in die christliche Tradition eingegangen: Herodes - gewissermaßen der erste Gegenspieler des neugeborenen Jesus von Nazareth. Wollte er doch vermeiden, in dem laut Überlieferung neu geborenen König der Juden einen Konkurrenten zu bekommen. Alle Buben bis zum Alter von zwei Jahre ermorden zu lassen - diese extreme Maßnahme soll er zum Schutz vor eben diesem Konkurrenten angeordnet haben. Aber: Stimmt das wirklich? Und: Wer war dieser Herodes? Mehr darüber in der Radioreihe zu biblischen Gestalten der Weihnachtszeit, die der Salzburger Theologe und Wissenschaftsjournalist Josef Bruckmoser gestaltet hat.
3. Zur Ruhe kommen, Gott begegnen – Die Moschee als spirituelle Heimat
Mein Tempel, meine Kirche, mein Gotteshaus: Lebenskunst beginnt am 5. Jänner eine weitere Reihe. Junge Menschen aus Judentum, Christentum, Islam, Hinduismus und Buddhismus zeigen, wo sie spirituell beheimatet sind. Sie sprechen über ihren Glauben und wie es ist, diesen in Österreich zu leben. Das Gotteshaus ist für sie oft mehr als nur ein Ort zum Beten. Den Beginn macht ein junger Salzburger Muslim. In Österreich gibt es mehr als 350 Moscheen und muslimische Gebetsräume, eine davon ist die Selimiye Moschee in Saalfelden, für Adis Serifovic ein Ort, der für ihn Ruhe und Heimat bedeutet. Bekennender junger Muslim zu sein bringt, wie er erfahren hat, aber auch Schwierigkeiten mit sich.
Lena Göbl hat den 29-Jährigen in der Selimiye Moschee des türkischen Kulturvereins ATIP in Saalfelden getroffen.
4. Die frohe Botschaft des Jesaja – Bibelessay zu Jesaja 61,1-3
Kaum jemand hätte sie rund um den Jahreswechsel nicht bekommen - gute Wünsche für 2020: persönlich, ganz traditionell per Glückwunschkarte, per Telefon, SMS oder in den sozialen Medien. Was braucht es, damit ein Jahr gut wird, die Zukunft lebenswert? Ein passender Text aus der Bibel, er geht auf den Propheten Jesaja zurück, wird am 5. Jänner in den evangelisch-lutherischen Kirchen gelesen. Er spricht von froher Botschaft, Heilung und Befreiung. Einen Essay zum Bibeltext hat der evangelisch-lutherische Bischof Michael Chalupka gestaltet.
6. Jänner
1. Христос се роди - Hristos se rodi, Christus ist geboren - Frohe Weihnachten auf Serbisch
Weihnachten, so richtig Weihnachten, feiern demnächst unter anderem serbisch-orthodoxe Christinnen und Christen. Für sie, die in Bezug auf ihre Kirchenfeste dem julianischen und nicht dem gregorianischen Kalender folgen, ist der 6. Jänner der Heilige Abend. Kerstin Tretina hat das zum Anlass genommen, sich in der serbisch-orthodoxen Gemeinde in Österreich umzusehen und umzuhören.
2. Große Gestalten der Bibel – menschlich gesehen, Teil 10:
Weise Seher. Was es bringt, die Zeichen der Zeit zu erkennen
In der sogenannten Westkirche gilt der 6. Jänner als Epiphaniefest, volkstümlich: Dreikönig. Diese Könige, die eigentlich Weise waren, hat Josef Bruckmoser näher betrachtet. Der Theologe und Wissenschaftsjournalist hat sich seit 1. Dezember in seiner Radioreihe für die LEBENSKUNST verschiedene Advent- und Weihnachtsgestalten vorgenommen. Am 6. Jänner also sind sie dran: Menschen, die mehr sehen und die Zeichen der Zeit erkennen. Das unbeirrte Dranbleiben an ihrem Vorhaben hat den Weisen aus dem Orient schließlich den Eintrag in das Neue Testament der Bibel gebracht.
3. Der einzige Araber in der jüdischen Straße - Monsieur Ibrahim und die Blumen des Koran
Es war eine ganz große Rolle für den schon sehr betagten Omar Sharif: Er hat den Titelhelden in dem Film „Monsieur Ibrahim und die Blumen des Koran“ gespielt - und wurde mehrfach dafür ausgezeichnet. Im Zentrum der Handlung, die auf den Roman von Éric-Emmanuel Schmitt zurückgeht, stehen der muslimische Ladenbesitzer Ibrahim und der junge Momo, der den alten Herrn regelmäßig bestiehlt. Zwischen den beiden entwickelt sich eine Beziehung, in der auch religiöse Fragen von entscheidender Bedeutung sind. Genau diesen Stoff hat jetzt das Wiener Volkstheater aufgegriffen und führt das Stück an unterschiedlichen Spielstätten in verschiedenen Bezirken Wiens auf. Die Kritiken sind positiv. „Einfach bezaubernd“ urteilt beispielsweise die Presse. Brigitte Krautgartner hat das Stück gesehen - und auch mit einem beeindruckenden Theater-Newcomer gesprochen.
4. Viel Symbolik – immer wieder aufs Neue adaptiert - Bibelessay zu Matthäus 2,1-12
Dreikönigstag, Epiphanie, "Erscheinung des Herrn": Die zum Feiertag am 6. Jänner passende Bibelstelle steht im Neuen Testament bei Matthäus und nimmt nicht von ungefähr auf alttestamentliche Texte Bezug. Auf die als Könige verehrten Weisen aus dem Orient, die dem Stern gefolgt sind, um den neugeborenen Messias, übersetzt Christus, zu finden, beziehen sich wiederum die Sternsinger. Als Gerhard Langer jung war, ist er selbst als Sternsinger im Salzburger Land von Haus zu Haus gezogen, um für Menschen, die es brauchen konnten, zu sammeln. Der katholische Theologe und Judaist an der Universität Wien mit Gedanken zu einem vielschichtigen Fest.