Lebenskunst
1.11. | 07:05 | Ö1
Von Leidenschaft und Vertrauen – Gedanken einer evangelischen Christin zu Allerheiligen
Selig, die Sanftmütigen, selig, die Barmherzigen, selig, die Frieden stiften: Während in katholischen Kirchen zu Allerheiligen die berühmten Seligpreisungen des Jesus von Nazareth, wie sie im Matthäusevangelium aufgeschrieben sind, zu hören sind, steht am Sonntag, 1. November 2020, in evangelischen Kirchen ein Vers aus dem neutestamentlichen Hebräerbrief auf dem Leseplan: Der Glaube ist ein zuversichtliches Vertrauen auf das, was man hofft, ein festes Überzeugtsein von Dingen, die man mit Augen nicht sieht.
Die evangelische Theologin und Religionspsychologin Susanne Heine hat für Sonntag, 1. November – zugleich Allerheiligen –, einen Radioessay verfasst, der nicht zuletzt Anleihe bei Robert Musils „Der Mann ohne Eigenschaften“ nimmt: Ein gewisser Paul Arnheim, erfolgreicher Geschäftsmann und nüchterner Rechner, sammelt – Heiligenfiguren. In einem Raum seines Wohnhauses stehen sie mit ihren verzückten Gebärden. Sie sterben in allen Lagen, und die Seele wringt ihre Körper wie ein Stück Wäsche, aus der man das Wasser presst. Oft setzt sich Arnheim allein in diesen Raum und dann wird ihm ganz anders zumute. Denn er beginnt das lei¬denschaftliche Feuer zu fühlen, das einstmals in diesen Menschen geglüht hat, beginnt, die Heiligen zu beneiden – um ihre Leidenschaft für eine unsichtbare Welt, um ihr Vertrauen, von guten Mächten getragen zu sein.
Der Heilige Martin und sein Dom – Der Landes- und Diözesanpatron des Burgenlandes
„Kismarton“ – „Klein Martinsdorf“: So wird Eisenstadt bis heute auf Ungarisch genannt. Bekannt wurde der Heilige Martin zwar als Bischof von Tours im fernen Reich der Franken – besonders weil er seinen Mantel mit einem Armen geteilt haben soll. Die Wurzeln des römischen Soldatensohns und späteren Offiziers, der sich zum Christentum bekehrte, liegen aber irgendwo in der Region des heutigen Burgenlandes, in der römischen Provinz Pannonia. In Pannonien wird er auch seit Jahrhunderten besonders verehrt. Die Wahl eines Patrons für das jüngste Bundesland Österreichs und für die heuer 60-jährige römisch-katholische Diözese konnte daher eigentlich nur auf ihn fallen. Auch die Kathedrale des Bischofs von Eisenstadt ist dem Heiligen Martin geweiht. Sein Andenken wird bis heute weit über kirchliche Kreise hinaus nicht zuletzt kulinarisch hochgehalten – in Gestalt der „Martinigänse“. Was es mit ihnen auf sich hat, das verrät Markus Veinfurter neben vielem anderen am Tag „aller Heiligen“ und wenige Tage vor dem Namensfest des Heiligen Martin am 11. November in einem Beitrag zum Jubiläum „60 Jahre Diözese Eisenstadt“.
Ist die Omi jetzt ein Engel? – Kinder-Vorstellungen vom Tod und einem Leben nach dem Leben
Wenn Menschen auf einmal nicht mehr da sind: Der Tod eines nahen Angehörigen bewegt gerade auch die Kleinen. „Wo ist die Omi jetzt? Und was macht sie dort den ganzen Tag?“, das sind nur einige der Fragen, die dann auftauchen und Eltern und Erziehende zum Teil ziemlich herausfordern können. Zugleich werden diese damit konfrontiert, sich selbst den Fragen zu stellen, die „die letzten Dinge“ aufwerfen – und mitunter von den Aussagen und Gedankenbildern der Kinder zu lernen. Andreas Mittendorfer hat sich bei Kindern und Erwachsenen umgehört und den überkonfessionellen Verein Rainbows besucht, dessen Mitarbeiterinnen Kinder und Jugendliche begleiten, wenn sie um einen nahen Angehörigen trauern. Ein Beitrag zur Ö1-Themenwoche „Kindheit“.
Wenn Kinder das Sagen hätten – Ideen für ein gelingendes Leben
„Gebt den Kindern das Kommando“, fordert der erfolgreiche Texter und Sänger Herbert Grönemeyer in seinem Lied „Kinder an die Macht“. Was würden sich Kinder tatsächlich wünschen, wäre „die Welt in Kinderhänden“? Ein friedliches Zusammenleben steht ganz oben auf der Liste – ziemlich unabhängig vom Alter der Kinder, von ihrer Religion oder Konfession und auch, wenn religiöse Wertvorstellungen vordergründig keine Rolle in ihrem Leben spielen. Abgesehen von sehr persönlichen Wünschen sind es die Forderungen nach mehr Umweltschutz, nach einem nachhaltigen Umgang mit dem Planeten, die die unterschiedlichen Kinderstimmen einen. Maria Harmer hat sie für einen weiteren Beitrag zur Ö1-Themenwoche „Kindheit“ eingesammelt.
