
Lebenskunst
2.5. | 07:05 | Ö1
Die "Hagia Sophia“ – Kirche, Museum, Gotteshaus
Sie ist keiner Heiligen namens "Sophia" geweiht (wie der eine oder die andere glauben könnte), sondern der "Heiligen Weisheit": Die "Hagia Sophia" war 1000 Jahre lang als Hauptkirche von Konstantinopel eine der bedeutendsten Kathedralen der Christenheit. Nach der osmanischen Eroberung der Stadt im Jahr 1453 wurde sie als Moschee genutzt. In der modernen Türkei erhielt sie dann – eine Art "Kompromiss“ – den Status eines Museums. Dass sie seit einem Jahr wieder als Moschee dient, schmerzt viele Menschen – weit über die orthodoxe Kirche hinaus. Am orthodoxen Ostersonntag, der gemäß dem Julianischen Kalender heuer am 2. Mai gefeiert wird, lädt Markus Veinfurter zu einem kleinen Rundgang durch Geschichte und Gegenwart dieses Gotteshauses ein, das bei seiner Errichtung vor 1500 Jahren als "achtes Weltwunder" gegolten hat. Dazu hat er mit dem Theologen Thomas Mark Németh, einem Experten für Historische Theologie und Ostkirchen, mit Metropolit Arsenios von Austria, dem Vorsitzenden der orthodoxen Bischofskonferenz in Österreich, und mit der in Istanbul geborenen Zeynep Elibol, der Direktorin der Islamischen Fachschule für Soziale Bildung in Wien, gesprochen.
Gott liebt die Vielfalt – Luitgard Derschmidt zum 80. Geburtstag
Für dieses Gremium brauche man eine Frau – aber keine, die pflegeleicht ist, sondern eine, die so lästig ist, wie die Luitgard. Das habe es damals geheißen, erzählt Luitgard Derschmidt, als sie gefragt wurde, ob sie Präsidentin der Katholischen Aktion der Erzdiözese Salzburg werden wolle. Übrigens als erste Frau in dieser Funktion. 18 Jahre lange war sie das und von 2003 bis 2012 Präsidentin der Katholischen Aktion Österreichs, des offiziellen Dachverbands der Laienorganisationen der katholischen Kirche. Am 3. Mai nun feiert die Germanistin und Historikerin ihren 80. Geburtstag. Mariella Kogler hat sie dazu eingeladen, auf ihre kirchen-politischen Jahre zurückzublicken. Ein Stück gelebte Zeitgeschichte – von der Neulandbewegung bis zu gegenwärtigen gesellschaftlichen Fragen.
Zwischen Kindergarten und Altar – Michael Hofleitner und sein Lebensweg als Mensch mit Behinderung
Er wohnt mit seiner Mutter in einer Großfamilie am Stadtrand von Wien: Michael Hofleitner. Ein junger Mann, der nicht locker gelassen hat und es so geschafft hat, seinen Traumjob zu bekommen, trotz einer Lernbehinderung aufgrund einer Stoffwechselerkrankung. Michael Hofleitner ist Kindergarten-Assistent. Aber auch an den Wochenenden ist er im Einsatz, als Ministrant in katholischen Gottesdiensten. Was ihm das bedeutet, wie er seinen Glauben lebt und seinen Alltag gestaltet, darüber hat er mit Brigitte Krautgartner gesprochen. Ein Beitrag zum ORF-Inklusionsschwerpunkt.
Niemand hat Gott jemals gesehen – Bibelessay zu 1 Johannes 4,7-21
Niemand hat Gott jemals gesehen, doch wer in der Liebe lebt, ist mit ihm verbunden, heißt es im 1. Johannesbrief. An der Liebe ist Gott zu erkennen, auch an jener Liebe, die Menschen einander schenken: Davon erzählt jene Bibelstelle, die am 5. Sonntag der Osterzeit in evangelischen Kirchen auf dem Leseplan steht. Der Superintendent der evangelisch-methodistischen Kirche in Österreich, Stefan Schröckenfuchs, hat sich für LEBENSKUNST dazu Gedanken gemacht.