
Lebenskunst
11.7. | 07:05 | Ö1
Idealist und spiritueller Künstler – Zum zehnten Todestag von Ernst Degasperi
Vor zehn Jahren, am 17. Juli 2011, ist Ernst Degasperi in Wien gestorben. Geboren wurde der facettenreiche Künstler und Katholik 1927 in Meran. In jungen Jahren kam er nach Österreich, absolvierte zunächst eine Feinmechanikerlehre und danach eine Ausbildung zum Diplomgrafiker. Im Jahr 1963 dann ereignete sich die große Wende in seiner Biographie: die – von ihm so erlebte – Berufung zum „Künstler mit religiösem Anliegen“. Wobei diese Religiosität wesentlich von einer Sehnsucht nach und einem Engagement für Frieden geprägt war, wohl nicht zuletzt ein Erbe dessen, was er im Zweiten Weltkrieg miterleben musste. In über 200 Einzelausstellungen in Europa, Amerika, Afrika und Asien ist sein umfangreiches und vielfältiges Werk bisher gezeigt worden. Was es damit auf sich hat, das hat Brigitte Krautgartner beim Kunstvermittler und Publizisten Hubert Gaisbauer erfragt, der mit Ernst Degasperi eng befreundet war.
Die Suche nach Wahrheit – Erinnerung, Kunst und Identität bei Marcel Proust
Wie lässt sich die Vergangenheit fixieren? Was bleibt zurück von vergangenen Erlebnissen? Wie kann dieser Bereich künstlerisch verarbeitet werden? Auf Fragen wie diese findet Klaus Pfatschbacher, der an einem Gymnasium und an einer Fachhochschule Sprachen lehrt, vor allem bei einem französischen Autor und Sozialkritiker, der vor 150 Jahren geboren wurde, Antworten: bei Marcel Proust, geboren am 10. Juli 1871 in Paris, gestorben am 18. November 1922 ebenda. Besonders dessen berühmter Roman „Auf der Suche nach der verlorenen Zeit“ motivierte Klaus Pfatschbacher, das Werk in Hinblick auf Quellen der Inspiration zu untersuchen und seine Gedanken in einem Radioessay zusammenzufassen.
Von der Sinnquelle trinken – David Steindl-Rast wird 95
Religiosität sei mit einem riesigen, unterirdischen Wasserreservoir zu vergleichen und die Religionen mit einer Vielzahl von Brunnen, die daraus ihr Wasser holen, schreibt David Steindl-Rast. Die Menschen dürften sich an der Schönheit der Brunnen in ihrer Verschiedenheit freuen und sich daran erinnern, dass aus jedem ein- und dasselbe Wasser fließt, so Steindl-Rast weiter. Der am 12. Juli 1926 in Wien geborene Benediktinermönch, spirituelle Lehrer und Autor hat diese und andere „Schlüsselworte für ein erfülltes Leben“ für sein Vermächtnis „Orientierung finden“ zusammengefasst. Es ist anlässlich seines 95. Geburtstages bei Tyrolia erschienen. Johannes Kaup hat den jahrzehntelang weltweit Tätigen, der heute in der benediktinischen Gemeinschaft des Europaklosters Gut Aich in St. Gilgen am Wolfgangsee lebt, seit mehr als 25 Jahren immer wieder getroffen und interviewt. Dabei hat ihm „Bruder David“ unter anderem erzählt, was für ihn Beten ist: von der Sinnquelle trinken.
Das Leben, ein Geschenk – Bibelessay zu Markus 6, 7-13
Nicht einmal eine Tasche, kein Proviant, kein Geld im Gürtel; nur die Kleider am Leib, Sandalen, ein Wanderstab – und eine vage Zielangabe. So hat Jesus von Nazareth seine zwölf Jünger – je zwei – ausgesandt und so ist es in katholischen Kirchen am „15. Sonntag im Jahreskreis“ zu hören, in einem Ausschnitt aus dem Markus-Evangelium. Für den Theologen, Priester, Wirtschaftsethiker und Direktor der Katholischen Sozialakademie Österreichs, Markus Schlagnitweit, wirft er die Frage auf, „Was brauche ich wirklich zum Leben?“. Doch nicht nur das. Der Textabschnitt erzähle auch von einer Haltung des Vertrauens und der Dankbarkeit, wie sie vielleicht besonders im Urlaub geübt werden kann: zumindest für ein paar Wochen nicht arbeiten, nichts leisten, sondern das Leben als Geschenk annehmen.
Redaktion & Moderation: Doris Appel