
Lebenskunst
8.8. | 07:05 | Ö1
Von göttlichen Erfahrungen und Schauungen der Seele - Einblicke in die christliche Mystik
Im Christentum mit all seinen Denominationen gibt es verschiedene Interpretationen von Mystik, die gemeinsame Merkmale aufweisen: Immer geht es um die Erfahrung des Göttlichen und seines Wirkens in Seele und Leben, um die Vereinigung, das Einswerden mit dem großen Ganzen, mit Gott, schon auf Erden - und immer geht es um Gnade, um ein Geschenk, das man nur empfangen kann. Dabei ist die Erfahrung Gottes, die Ergriffenheit von diesem großen Geheimnis, in der christlichen Tradition nicht selten "erschütternd". Mystiker/innen haben oftmals kritisch hinterfragt, ob ihre Erfahrungen und "Schauungen", diese Momente der Entrücktheit und Ekstase, Einbildung oder wahrhaftig sind. Maria Harmer mit einem Streifzug von Meister Eckhart über Teresa von Ávila bis Karl Rahner im Rahmen der Reihe "Das Beste zum Wiederhören - Mystik in den Religionen". "Im Innersten. Mystik in den Religionen" ist als CD, im Streaming und als Download in der Edition Ö1 erschienen.
Was im Leben taugt - Von der Lebenskunst "Tapferkeit"
Nicht Tolldreistigkeit, aber eine Tugend, die der Gemeinschaft zugutekommt, das sei die Tapferkeit. Ein tapferer Mensch riskiere eigene Nachteile, zeige Risiko- oder Opferbereitschaft - und das könne sich heute etwa in Zivilcourage äußern. Das Gute erkennen, benennen, pflegen, auch wenn die Gesellschaft oft andere Wege einschlägt: Darum geht es bei den vier Grundtugenden, wie sie seit der Antike zitiert werden. Und darum geht es bei Gesprächen im Benediktinerstift Admont in der Steiermark. In der weltweit größten Klosterbibliothek erörtern Theolog/innen und Philosoph/innen die Bedeutung der klassischen Tugenden "Klugheit, Mäßigung, Gerechtigkeit und Tapferkeit" für die Gegenwart. Sie werden noch bis 10. August jeweils am Dienstagabend in "kreuz und quer gedacht" (ORF 2, 22.35 Uhr) gesendet. Einen Vorgeschmack liefert immer am Sonntag davor Brigitte Krautgartner für "Lebenskunst", diesmal mit der "Tapferkeit".
Eine "Hochkultur" und ihre Gottheiten - Erinnerung an Tenochtitlán
Vor genau 500 Jahren, am 13. August 1521, hat eine spanische Truppe unter der Führung von Hernán Cortés die Hauptstadt des Aztekenreiches Tenochtitlán endgültig eingenommen. Die Stadt, inmitten eines Sees auf Inseln gelegen, durch Dämme verbunden; eine Großstadt mit Tempeln, Palästen, Wohnvierteln und Nutzgärten, wurde zerstört, ebenso die Kultur und Religion der Aztekinnen und Azteken. An sie hat zuletzt das Wiener Weltmuseum mit seiner Azteken-Ausstellung erinnert und "Lebenskunst" darüber berichtet. In der Sommerreihe "Das Beste zum Wiederhören" sowie aus Anlass des Jahrestages nimmt Maria Harmer das Publikum noch einmal mit auf eine imaginäre Reise ins Reich der Azteken im Gebiet des heutigen Mexiko, erzählt von gefiederten Schlangen, hohen Tempeln und Lebensmitteln von Avocado (Ahuácatl) bis Schokolade (Xocolatl).
Weg der Wandlung - Bibelessay zu 1 Könige 19,4-8
Er gehört zu den populärsten Gestalten in Judentum, Christentum und Islam, der Prophet Elija, von dem die Bibel und der Koran erzählen. Doch der Prophet ist "auch nur ein Mensch": Als er auf dem Boden liegt und nichts Nährendes mehr in seinem Dasein findet, erfährt er Stärkung und schafft den Weg auf den Berg Horeb oder Sinai, den Berg der Gotteserfahrung. "Viele Wege führen zu Gott. Einer geht über die Berge", zitiert der katholische Theologe und Bibelwissenschaftler Josef Schultes den verstorbenen Bischof der katholischen Diözese Innsbruck, Reinhold Stecher. Josef Schultes hat sich jenen biblischen Text zu Elija ausgesucht, der am 8. August in katholischen Kirchen zu hören ist und sich im alttestamentlichen 1. Buch der Könige befindet, verfasst im 6. Jahrhundert v. Chr.