
Lebenskunst
28.11. | 07:05 | Ö1
Eine Endzeitrede zu Adventbeginn – Bibelessay zu Lukas 21,25-28.34-36
Von Zeichen und Wundern ist in katholischen Kirchen am ersten Adventsonntag, dem Beginn des neuen Kirchenjahres, die Rede: vom „Menschensohn“, also dem Messias, den „man in einer Wolke kommen sehen wird, mit großer Kraft und Herrlichkeit“. So jedenfalls ist gegen Ende des Lukasevangeliums zu lesen. Eine Endzeitrede am Anfang des Kirchenjahres? Die Rede vom Kommen des Messias am ersten Adventsonntag? Theologisch gesprochen ist das stimmig. Denn in den Wochen auf Weihnachten zu, auf das Geburtsfest des als Christus, als Messias, verehrten Jesus von Nazareth hin, soll auch diese Hoffnung wachgehalten werden: Am Ende der Zeiten wird es universellen Frieden und Geschwisterlichkeit geben, ein „messianisches Zeitalter“. Was das bedeuten kann, darüber hat Pater Karl Schauer, Bischofsvikar der katholischen Diözese Eisenstadt, nachgedacht.
Verwandlung zum Frieden – Afrikanische Begegnungen, Teil 3
Der dritte Teil der Road-Story, die Johannes Kaup von seiner Motorradreise quer durch Afrika mitgebracht hat, führt nach Kenia in Ost-Afrika. In den nördlichen Regionen Kenias, die von Wassermangel und der Privatisierung von einstig kommunalem Land geprägt sind, schwelen Nutzungskonflikte zwischen Ackerbauern und Viehhirten, die mitunter gewalttätig ausgetragen werden. Johannes Kaup und seine Frau Silvia Tschugg-Kaup haben einige dieser Konflikte hautnah miterlebt. Aber sie haben auch Menschen getroffen, die für Konfliktumformung und Frieden arbeiten.
Lichte Feste:
*Chanukka – Wunder sind möglich
Während in der Westkirche in diesem Jahr am 28. November die erste Adventkerze angezündet wird, so beginnt heuer für Jüdinnen und Juden am Abend desselben Tages Chanukka, ebenfalls ein Lichterfest. Acht Tage hindurch wird jeden Abend eine Kerze mehr am Chanukka-Leuchter gezündet – und damit erzählt, dass Wunder möglich sind. Die wundersame Geschichte von Chanukka rankt sich um die Wiedereinweihung des Tempels von Jerusalem im Jahr 164 v.d.Z.; eine Botschaft, die gerade auch jetzt dunkle Tage erhellen kann: Gedanken vom Oberrabbiner der Israelitischen Kultusgemeinde Wien, Jaron Engelmayer – und von Claudia Prutscher, Vizepräsidentin und Vorsitzende der Kulturkommission der Wiener Israelitischen Kultusgemeinde.
*Advent – Vorbereitung auf eine Gottesgeburt in der Seele
Von der Gottesgeburt in der Seele haben christliche Mystiker/innen geschrieben und die Frage nach Weihnachten neu gestellt. Daran erinnert am ersten Adventsonntag Sr. Beatrix Mayrhofer. Die Oberin der katholischen Ordensgemeinschaft der Schulschwestern hat Psychologie, Pädagogik sowie Theologie studiert und viele Jahre das Gymnasium am Wiener Bildungscampus Friesgasse geleitet. Ihr Credo: Wer ein Kind aufnimmt, wer einen Armen, einen Kleingemachten aufnimmt, nimmt göttliche Liebe auf. Diese Entscheidung zur Liebe braucht zwar keinen Kalender, aber das Anzünden einer Kerze kann dabei helfen.