Lebenskunst
13.2. | 07:05 | Ö1
Ein möglicher Himmel auf Erden – Bibelessay zu Lukas 6, 17.20-26
Beim Autor des Matthäus-Evangeliums finden sie auf einem Berg statt, beim Autor des Lukas-Evangeliums in der Ebene. Aber ob Bergpredigt oder Feldrede, die Seligpreisungen des Jesus von Nazareth sind sprichwörtlich geworden: Selig, ihr Armen, denn euch gehört das Reich Gottes; selig, die ihr jetzt hungert, denn ihr werdet gesättigt werden; selig, die ihr jetzt weint, denn ihr werdet lachen …. Am 13. Februar sind die Seligpreisungen in der Version des Lukas in katholischen Gottesdiensten zu hören. Für den katholischen Theologen und Publizisten Franz Josef Weißenböck entwerfen sie eine Kontrastgesellschaft, eine gerechte Gesellschaft und damit so etwas wie den Himmel auf Erden, kurz eine Gottesherrschaft.
Leopoldstädter Begegnungen – Unterwegs mit Dechant Ferenc Simon
Die Wiener Leopoldstadt: Koscher-Märkte, Bazars und ganz normale Einkaufsläden zeugen nicht nur von einer kulturellen, sondern auch von einer damit zusammenhängenden religiösen Vielfalt. In wohl keinem anderen Bezirk Wiens treffen Judentum, Christentum und Islam so unmittelbar aufeinander wie im Zweiten; eine Vielfalt, die Dechant Ferenc Simon genießt, wie er sagt. Der in Rumänien als Angehöriger der ungarischen Minderheit geborene römisch-katholische Priester ist Beauftragter für christlich-jüdische Zusammenarbeit in der Erzdiözese Wien. Im Rahmen der Initiative "Du+Ich=Österreich", die Verbindendes vor Trennendes stellen und Menschen in Österreich unter #LasstUnsReden wieder ins Gespräch bringen möchte, hat Maria Harmer den Pfarrer der katholischen Kirche „Am Tabor“ in der Wiener Leopoldstadt besucht und ist mit ihm durch seinen Heimatbezirk spaziert.
Nirgendwo im Besonderen, sondern in Dir – Wie es nach dem Tod weitergehen kann
Ein neuer Pasolini kommt ins Kino. Allerdings zeichnet als Regisseur nicht der schon lange verstorbene Pier Paolo Pasolini verantwortlich, sondern der 64-jährige Uberto Pasolini, ein Neffe von Luchino Visconti übrigens. „Nowhere Special“, so heißt die internationale Koproduktion, erzählt eine Geschichte, die auf wahren Ereignissen beruht: Ein alleinerziehender Fensterputzer, der in Nordirland lebt, sucht für seinen kleinen Sohn eine Familie, denn er selbst hat nicht mehr lang zu leben. Brigitte Krautgartner hat sich den Film angesehen – gemeinsam mit dem Pfarrer der Wiener reformierten Stadtkirche und dreifachen Vater, Harald Kluge. Beide finden: ganz großes Kino, unprätentiös und berührend inszeniert. Nowhere special, nirgendwo im Besonderen, sondern überall können Liebe, Wärme und Sinn erfahren werden.
Happy Valentine! – Liebe in den Religionen
Ein „Heiliger Valentin“, der am 14. Februar 269 als Märtyrer starb, ist als Bischof von der nördlich von Rom gelegenen Stadt Terni überliefert. Nicht nur bei Christ/innen soll er hohes Ansehen genossen haben. Rund um den 14. Februar wurde damals mit Blumengaben die römische Göttin Juno gefeiert, als Schützerin von Ehe und Familie. Das Brauchtum ist in die Verehrung des Heiligen Valentin aufgenommen worden, und volkstümliche Quellen berichten von Rosen, die Bischof Valentin Verliebten gereicht haben und von Trauungen, die er gegen den Willen der staatlichen Obrigkeit vollzogen haben soll. Welcher Wahrheitsgehalt auch immer sich dahinter verbirgt, seit Langem wird am Valentinstag mit Blumen die Liebe gefeiert. Um Liebe und Spiritualität geht es derzeit auch in einem multimedialen Schwerpunkt von ORF Religion und Ethik. In LEBENSKUNST erzählt ein Hindu-Paar aus Wien über Liebe, Hochzeit und Sinnlichkeit in ihrer Tradition. Lena Göbl hat sie getroffen.
Redaktion & Moderation: Doris Appel
