Lebenskunst
25.1. | 07:05 | Ö1
LEBENSKUNST – Begegnungen am Sonntagmorgen, 25. Jänner 2026, 7:05-8:00, Ö1
online:
Auf der Suche nach Zeitstaub
Göttlicher Zufluchtsort – Aspekte der Bibel
(Psalm 27)
Von Zuflucht, Geborgenheit, Licht und Hoffnung erzählt Psalm 27, der – neben anderen Abschnitten aus der Bibel – am 25. Jänner in katholischen Gottesdiensten zu hören ist. Für Elisabeth Birnbaum, die das Österreichische Katholische Bibelwerk leitet, gehört er zu ihren Lieblingstexten. Werden doch Menschen oft bewusst verängstigt, von anderen panisch gemacht – weil es leichter ist, verängstigte Menschen zu manipulieren als furchtlose. Der Psalm zeige indes, dass es auch anders geht. Die Theologin fühlt sich von spirituellen Zufluchtsorten, wie sie die jahrtausendealten Texte der Bibel anbieten, gestärkt und begleitet.
Sich auf die Suche nach Zeitstaub machen – Vom Weg nach innen und nach außen
Sie ist erst ein paar Monate alt – die zweite Kommunität der Salvatorianerinnen in Linz. Vier katholische Ordensfrauen sind in ein Mehrparteienhaus gezogen, um hier ein offenes Haus auch für andere interessierte Frauen zu schaffen. Benannt ist die neue Gemeinschaft nach Madeleine Delbrêl, der französischen Schriftstellerin, Sozialarbeiterin und katholischen Mystikerin, die von 1904 bis 1964 gelebt hat. Ihr widmen die vier Ordensfrauen derzeit geistliche Übungen, sogenannte Exerzitien. „In das beschäftigste, umhergeworfenste Leben“, so hat Madeleine Delbrêl einst festgehalten, „dringen doch, wie feiner Staub, leere Zeitteilchen ein ….“ Dieser „Zeitstaub“ ließe sich spirituell verwerten, meinte sie. Und davon sind auch die vier Ordensfrauen überzeugt; eine davon ist die Palliativärztin Sr. Isabelle Allmendinger. Schon während ihres Medizinstudiums hat sie den Wunsch verspürt, ein spirituelles Leben zu führen. Seit sechs Jahren ist sie Salvatorianerin. Mariella Kogler hat sie in ihrer Gemeinschaft in Linz besucht.
Sitzen, Atmen, Gehen – Kigen Osho und das Zen-Zentrum auf der Hohen Wand
2026 ist noch jung – und manche Neujahrsvorsätze lebendig. Da mag der Veranstaltungskalender des „Hyakujogan Zendo“ auf der Hohen Wand in Niederösterreich den einen oder die andere mit unterschiedlichen Zen-Meditationen und -Seminaren ansprechen. Und die vor Kurzem neu eröffnete Meditationshalle bietet nun noch mehr Platz für die verschiedenen spirituellen Praktiken des Zen-Buddhismus. Gundi Lamprecht hat sich das Zentrum angesehen und dabei seinen Begründer, den Zen-Priester Kigen Osho, getroffen.
Lebendig bleiben – Zu Besuch bei der Schauspielerin Bettina Buchholz
Geboren in der DDR, war und ist sie als Schauspielerin in Deutschland und Österreich erfolgreich. Vor einigen Jahren dann ereilte Bettina Buchholz die Diagnose Krebs, eine Stammzellentherapie wurde notwendig. Alles schien zu Ende. Zu einem neuen Anfang aber bestärkten sie neben anderem die Begegnungen mit dem spirituellen Lehrer und Benediktinermönch Bruder David Steindl-Rast. Die in Karl-Marx-Stadt Geborene und atheistisch Aufgewachsene begann zu beten. In weiterer Folge brachte und bringt sie gemeinsam mit ihrem Mann, dem Regisseur Johannes Neuhauser, Theaterproduktionen auf die Bühne, in denen außergewöhnliche Menschen und deren besondere Lebenswege im Mittelpunkt stehen. Derzeit in der Tribüne Linz zu sehen: „Mala und Edek. Liebe, Mut und Leidenschaft in Auschwitz“. Maria Harmer hat Bettina Buchholz in Wels besucht und mit ihr auch über Dankbarkeit und die „Bewahrung der Schöpfung“ gesprochen.
Redaktion & Moderation: Doris Appel
