
Lebenskunst
24./25.5. | 07:05 | Ö1
LEBENSKUNST – Begegnungen am Sonntagmorgen, Pfingstsonntag, 24. Mai 2026, 7:05-8:00, Ö1
online:
Gemeinsame Basis Weltethos
Ein Geist der Ermutigung – Aspekte der Bibel
(Apostelgeschichte 2, 1-11)
Gleich mehrere Feste werden dieser Tage von mehreren Religionen begangen: Im Islam der Haddsch, die große Pilgerfahrt nach Mekka und das Opferfest, im Christentum Pfingsten – und im Judentum Schawuot, das „Wochenfest“. Es wird sieben Wochen nach Pessach gefeiert und ist ein Erntedankfest – nicht nur für den Weizen, der im Nahen Osten in diesen Tagen geerntet wird, sondern auch für den Empfang der Weisungen Gottes, der Torah. Heuer fällt dieses Fest auf die Tage zwischen 21. und 23. Mai. Kurz nach dem Tod von Jesus haben laut Überlieferung auch seine Anhängerinnen und Anhänger Schawuot gefeiert. Dabei, so heißt es in der „Apostelgeschichte“ im Neuen Testament der Bibel, wurden sie von „Heiligem Geist“ erfüllt; wenn man so möchte, also begeistert und gestärkt. Das alles geschah „am 50. Tag“ nach Pessach beziehungsweise Ostern, griechisch Pentekoste, woraus sich der Begriff Pfingsten entwickelt hat. Gedanken zu diesem Fest der Geisterfüllung und Ermutigung, das am 24. und 25. Mai (Pfingstsonntag und Pfingstmontag) gefeiert wird, vom Bischof der katholischen Diözese Feldkirch, Benno Elbs.
„Die sich vom Geist Gottes leiten lassen, sind Kinder Gottes“ – Gedanken von August Schmölzer
Auch der österreichische Film-, TV- und Theaterschauspieler August Schmölzer fühlt sich, wie er sagt, von einem Geist der Hoffnung bewegt – und diesen möchte er weitergeben, denn: „Ich bin nicht naiv zu glauben, ich könnte die Welt oder die Menschen ändern, aber ich kann mich bemühen einen Anstoß zu geben und Vorbild zu sein.“ August Schmölzer ist Initiator und Vorstandsvorsitzender der gemeinnützigen Privatstiftung „Stieglerhaus“ in seinem Wohnort St. Stefan ob Stainz in der Weststeiermark. Diese Stiftung hat es sich zur Aufgabe gemacht, Kultur und Gemeinnützigkeit in dieser Region zu fördern. Und für LEBENSKUNST zu Pfingsten hat sich August Schmölzer einen Text von Paulus aus dem Römerbrief ausgesucht, der davon erzählt, was es bedeuten kann, sich von göttlichem Geist leiten zu lassen.
Wie kam die Schlange in den Apfelbaum? – Fehlübersetzungen in der Bibel
Kein Buch der Welt wurde öfter übersetzt als die Bibel. Sie wurde in mehr als 700 Sprachen übertragen, einzelne Bücher daraus sogar in mehr als 3000 verschiedene Sprachen. Da ist es kein Wunder, dass beim Übersetzen an der einen oder anderen Stelle auch einmal der eine oder andere Fehler passiert – oder der Inhalt schlicht uminterpretiert wird. So etwa im Fall der berühmten Erzählung von Adam und Eva im Garten Eden, zu finden im ersten Buch der Bibel, der Genesis, im Alten oder Ersten Testament. Je nach grammatikalischem Fall kann das lateinische „malum“ das Böse, Apfel oder Apfelbaum bedeuten. Und das mag ein Grund dafür sein, warum man sich unter dem „Baum der Erkenntnis von Gut und Böse“ einen Apfelbaum vorgestellt hat. Brigitte Krautgartner ist für ihre Reihe „Wie kam die Schlange in den Apfelbaum?“ in die Welt der Bibelübersetzungen eingetaucht.
20 Jahre „Initiative Weltethos Österreich“ – Porträt der Gründerin Edith Riether
Anfang Juni wird sie 90, ihr Interesse an der Welt ist ungebrochen: die akademisch geprüfte Übersetzerin und in Wien lebende Edith Riether. 42 Jahre lang hat sie in der österreichischen Parlamentsdirektion als Dolmetscherin des Präsidenten des Nationalrates gearbeitet. Als Seniorin hat sie ein Studium der Katholischen Theologie absolviert und 2005 die „Initiative Weltethos Österreich“ (IWEO) gegründet. Unterstützt wurde sie dabei vom renommierten Schweizer Theologen und Buchautor Hans Küng (1928-2021), als dessen Lebenswerk das „Projekt Weltethos“ gilt. Edith Riethers Anliegen ist, ethische Bildung in Österreich zu fördern und die Prinzipien des Weltethos in die unterschiedlichen Lebensbereiche zu tragen, allen voran die „Goldene Regel“: Behandle andere so, wie du von ihnen behandelt werden möchtest. Als Präsidentin initiierte Edith Riether zahlreiche Bildungs- und Dialogprojekte, die bis heute Grundlage der Arbeit der IWEO sind. Seit dem 2. Dezember 2025 ist der „Kopf“ der katholischen Pfarrerinitiative, Helmut Schüller, Präsident der IWEO – und Edith Riether Ehrenpräsidentin. Nikolaus Hofer hat mit ihr gesprochen.
Moderation: Stefanie Jeller
Redaktion: Doris Appel
LEBENSKUNST – Begegnungen am Feiertag, Pfingstmontag, 25. Mai 2026, 7:05-8:00, Ö1
online:
Dialog im Zwischenraum
Menschen, die aufeinander verwiesen sind – Aspekte der Bibel
(Epheserbrief 4, 1b-6)
„Seid demütig, friedfertig und geduldig, ertragt einander in Liebe“, so heißt es in einem jener biblischen Texte, die für katholische Gottesdienste am zweiten Tag des „Festes der Geistausgießung“, am Pfingstmontag, vorgesehen sind. Zu diesem Zusammenleben in einer guten Gemeinschaft mag göttlicher Geist stärken – und auch Demut. So jedenfalls versteht die in Kassel lehrende katholische Theologin Mirja Kutzer den Text: „Demut im biblischen Sinn bedeutet, die eigenen Grenzen zu erkennen und zu akzeptieren. Wenn ich mir bewusst bin, dass ich nicht alles aus mir selbst heraus machen kann, dass ich nicht im Zentrum der Welt stehe, dann öffnet dies meine Augen für andere. Ich erkenne, wie sehr wir Menschen einander brauchen und aufeinander verwiesen sind.“
Wie kam die Schlange in den Apfelbaum? – Fehlübersetzungen in der Bibel
Adam, Eva und die Schlange unter dem Apfelbaum; der biblische Held Moses mit Hörnern auf dem Kopf: All diese Bilder gibt es, weil biblische Texte missverstanden wurden. Weil etwa „malum“, das Böse, mit „malus“, Apfel, verwechselt wurde – und so der „Baum der Erkenntnis von Gut und Böse“ zum Apfelbaum wurde. Ebenso verhält es sich mit dem biblischen Helden Moses und den Hörnern auf seinem Kopf, mit denen er oft dargestellt wurde. Das hebräische Wort „karan“ bedeutet leuchten und „keren“ sind die Hörner: Moses strahlt, wenn er mit Gott in Beziehung kommt – und aus den Strahlen sind beim Übersetzen Hörner geworden. Kein Buch der Welt wurde freilich öfter übersetzt als die Bibel. Sie wurde in mehr als 700 Sprachen übertragen, einzelne Bücher daraus sogar in mehr als 3000 verschiedene Sprachen. Da ist es kein Wunder, dass beim Übersetzen an der einen oder anderen Stelle auch einmal der eine oder andere Fehler passiert – oder der Inhalt schlicht uminterpretiert wird. Mit diesen kleineren und größeren Fehlern und Unschärfen beschäftigt sich Brigitte Krautgartner in ihrer Reihe „Wie kam die Schlange in den Apfelbaum?“.
Eine historische Friedenskirche – Die Mennoniten von Steyr
Bekannter sind vielleicht die sogenannten „Amish People“, die Amischen, wie sie in manchen Hollywood-Filmen zu sehen sind. Doch diese christliche Gemeinschaft, die sich auf den Prediger Jakob Ammann (1644-1730) bezieht, ist aus den „Mennoniten“ hervorgegangen. Und diese wiederum berufen sich auf den niederländischen Theologen und Zeitgenossen Luthers, Menno Simons (1496-1561). Der war einst katholischer Priester, der sich der Täufer-Bewegung angeschlossen hatte – und dort gegen militante und gewalttätige Strömungen aufgetreten war. Die Mennoniten mit ihrer Praxis der Erwachsenentaufe, der „Glaubenstaufe“, zählen zu den historischen „Friedenskirchen“, die das Prinzip der Gewaltlosigkeit vertreten. In Österreich haben sie erst nach dem Zweiten Weltkrieg Fuß gefasst: Als einige Mennoniten aus den so genannten „Deutschen Ostgebieten“ und aus Russland nach der Vertreibung hierzulande eine neue Heimat gefunden haben. Markus Veinfurter hat die Mennonitengemeinde von Steyr in Oberösterreich besucht.
„Aufbruch - Dialog im Zwischenraum“ – Künstlerische Installation auf dem Dachboden des Stephansdoms
Den Dachboden des Wiener Stephansdoms zu besuchen, ist ein außergewöhnliches Erlebnis. Jetzt wird dieser ungewöhnliche Raum, der den zeitlichen Bogen von der Romanik in die Gegenwart spannt, erstmals für eine zeitgenössische Installation genutzt. Im Rahmen der „Langen Nacht der Kirchen“ am 29. Mai 2026 präsentieren die Künstlerinnen Sabine Maier und Beate Winkler ihre gemeinsame Ausstellung „Aufbruch – Dialog im Zwischenraum“. Hoch über den Dächern Wiens soll ein Ort des Innehaltens und des Dialogs entstehen. Die Ausstellung bewegt sich bewusst im Zwischenraum von Vergangenheit und Zukunft, Verunsicherung und Hoffnung. Und die künstlerischen Positionen möchten einander in ihrer Gegensätzlichkeit ergänzen: Sabine Maier macht mit leuchtenden Projektionen aus gesammelten Staub- und Mikropartikeln die sonst unsichtbare Welt des Stephansdoms sichtbar. Beate Winkler arbeitet mit handgeschöpftem Papier, Spiralen und skulpturalen Formen als Sinnbilder für Wandel und Möglichkeit. Rudolf Aigmüller hat sich auf den Weg hoch hinauf gemacht und mit den Künstlerinnen gesprochen.
100 Jahre Marilyn Monroe – Gedanken der Schauspielerin und Sängerin Janine Hickl
Eine junge österreichische Schauspielerin, Sängerin und Tänzerin, Janine Hickl, denkt über eine der bekanntesten Schauspielerinnen des 20. Jahrhunderts nach, über Marilyn Monroe. Auch sie hat gesungen und getanzt, hat Weltruhm erlangt – und ist jung, mit 36 Jahren, aus dem Leben geschieden (1. Juni 1926 – 4. August 1962). Anlässlich ihres 100. Geburtstag am 1. Juni nimmt Janine Hickl die Lebensgeschichte von Marilyn Monroe zum Ausgangspunkt einer Reflexion über Identität und Selbstbild. Ihre Überlegungen in LEBENSKUNST sind der Auftakt zur Ö1-Sendereihe „Gedanken für den Tag“ ab 26. Mai.
Redaktion & Moderation: Doris Appel