Lebenskunst
12.7. | 07:05 | Ö1
LEBENSKUNST – Begegnungen am Sonntagmorgen, 12. Juli 2026, 7:05 – 8:00, Ö1
Dem Leben vertrauen macht dankbar und glücklich – David Steindl-Rast zum 100. Geburtstag
Er hätte es selbst wohl kaum für möglich gehalten, dass er diesen Tag einmal erleben würde. Zu oft war sein Leben im Widerstand gegen die Nationalsozialisten und durch den hohen Blutzoll des Zweiten Weltkriegs in Gefahr. Und doch sollte es so kommen. Am 12. Juli feiert der 1926 in Wien geborene Benediktinermönch David Steindl-Rast seinen 100. Geburtstag. Der weltbekannte spirituelle Lehrer kann auf ein bewegtes Leben zurückblicken. Ein spirituelles Schlüsselerlebnis hat er im Krieg, als er miterleben muss, wie Mitschüler an der Front fallen und die Bomben der Alliierten die Stadt zerstören. Jeder Tag, an dem man überlebt, wird als Geschenk erfahren. Nur wer dankbar ganz im Jetzt lebt, ist ganz lebendig. Diese Erfahrungen werden zum Fundament seiner religionsübergreifenden Spiritualität der Dankbarkeit, die er in späteren Jahren in den USA entwickeln wird. David Steindl-Rast lebt heute im Europakloster Gut Aich bei Sankt Gilgen am Wolfgangsee und widmet sein Leben der Praxis der Dankbarkeit, dem Dialog zwischen Religionen und der Förderung der Kontemplation. Dass er auch ein ausgewiesener Rilke-Kenner ist, der dessen Texte auswendig zu rezitieren weiß, hat er ebenfalls in jüngsten Publikationen wie dem Buch „Herzwerk“ unter Beweis gestellt. Die LEBENSKUNST widmet sich in dieser Ausgabe dem umfangreichen Lebenswerk des vielfach geachteten spirituellen Lehrers.
Gestaltung: Johannes Kaup & Maria Harmer
Die Macht des Wortes – Aspekte der Bibel
(Jesaja 55,10-11)
Manchmal haben Worte eine ungeheure Wirkung, etwa die Zusage „Ich vertraue dir“ oder das einfache Wort „Danke“. Worte wie diese können Situationen komplett verändern. Im sogenannten Alten Testament der Bibel verdeutlicht ein schönes Bild die Wirkung von Worten, genauer gesagt von göttlich zugesagtem Wort: Beschrieben wird, wie der Regen auf die Erde fällt, sie durchdringt und „zum Keimen und Sprossen“ bringt. Das Bild ist Teil einer Prophetenrede, die am Sonntag in katholischen Gottesdiensten gelesen wird. Ingrid Fischer, die Theologin, Liturgiewissenschafterin und Leiterin der Akademie am Dom, hat sich dazu Gedanken gemacht.
Moderation: Johannes Kaup
