
Lebenskunst
11.10. | 07:05 | Ö1
LEBENSKUNST – Begegnungen am Sonntagmorgen, 11. Oktober 2026, 7:05 – 8:00, Ö1
Für ein „Leben in Fülle“ – Was Religion zu Mental Health beitragen kann
Schon die alten Römer haben dafür gebetet – um „einen gesunden Geist in einem gesunden Körper“, „mens sana in corpore sano“, nachzulesen bei Juvenal. Keine Selbstverständlichkeit, leben doch weltweit 1,2 Milliarden Menschen mit einer psychischen Krankheit, das ist mehr als ein Achtel der Weltbevölkerung. Dabei bedeutet Mental Health mehr als das Freisein von manifesten, psychischen Krankheiten. Der Begriff meint Wohlbefinden und Lebensqualität und umfasst die Fähigkeit, Beziehungen zu pflegen und mit Problemen, aber auch mit Trauer oder Wut umgehen zu können. Der etwas veraltet anmutende theologische Ausdruck „Leben in Fülle“ kommt dem modernen Wort Mental Health durchaus nahe. In der Tat kann Religion, wenn sie auf konstruktive Weise gelebt wird, für Mental Health förderlich sein. Brigitte Krautgartner hat nachgefragt, wie Kirchen und Religionsgemeinschaften dazu beitragen können, die seelisch-geistige Gesundheit innerhalb einer Gesellschaft zu fördern.
Die „jüngste“ Gemeinde in der „ältesten“ Kirche – 40 Jahre Gemeinde St. Ruprecht
In der ältesten in ihrer Grundsubstanz noch bestehenden Kirche der Stadt Wien ist die Gemeinde St. Ruprecht zu Hause. Die Mitglieder bezeichnen sich gerne als „jüngste Gemeinde in der ältesten Kirche Wiens“. Ihre Gründung geht auf die Ereignisse im Jahr 1986 zurück. Damals scharte sich eine Gruppe Studierender um Hochschulseelsorger Joop Roeland und beschloss, aus Protest gegen die Ernennung des strengkonservativen Priesters Hans Hermann Groër zum Erzbischof von Wien, eine eigene Gemeinde ins Leben zu rufen. Aus dem damaligen Rückzugsort für kirchliche Freigeister in der Ruprechtskirche ist über die Jahre eine lebhafte Gemeinschaft gewachsen. Ihr ist vor allem ein partizipativer liturgischer Stil wichtig, also ein Gottesdienst, der keine „One-Man-Show“ ist, wie es heißt. Nikolaus Hofer war bei den Feierlichkeiten zum 40. Geburtstag der Gemeinde St. Ruprecht Ende September dabei.
Vom Sternenhimmel zur Zen-Meditation – Erika Erber, die neue Präsidentin der Österreichischen Buddhistischen Religionsgesellschaft
Was haben die Beobachtung der Sterne, Yoga und Zen-Meditation gemeinsam? Für Erika Erber mehr, als man zunächst vermuten würde. Die 68-jährige Chemie-Ingenieurin und langjährige Yoga- und Meditationslehrerin ist seit 7. Oktober die neue Präsidentin der Österreichischen Buddhistischen Religionsgesellschaft. Ihr biografischer Weg hat sie von der Biochemie-Forschung über Yoga und Meditation zum Buddhismus geführt. Heute interessiert sie vor allem die Frage, wie die Dinge miteinander verbunden sind – im Menschen, in der Natur und im großen Ganzen.
Gundi Lamprecht begleitet Erika Erber an Orte, die in ihrem Leben wichtig sind: in den Sterngarten in Wien-Mauer, ins Yogastudio und in den Zen-Raum. Ein Porträt über eine Frau, die neugierig geblieben ist auf das Universum, auf den Menschen und auf sich selbst.
„Die Hoffnung stirbt nie“ – Aspekte der Bibel
Jesaja 25, 6-10a
Die Menschheit hat bei ihrer Aufgabe, Hüter der Erde zu sein, versagt, darum kommt das göttliche Gericht über sie – das ist eine der Aussagen im Buch Jesaja aus dem Ersten oder Alten Testament der Bibel. Jedoch sei Gottes Gericht kein Rachefeldzug, vielmehr ein Relaunch, ein Neuanfang, meint der katholische Theologe und Judaist Gerhard Langer. Er hat sich Gedanken zu einem Bibeltext gemacht, der am Sonntag in katholischen Gottesdiensten als erste Lesung vorgesehen ist.
Moderation: Stefanie Jeller