Lebenskunst
1.11. | 07:05 | Ö1
LEBENSKUNST – Begegnungen am Feiertag, 1. November 2026, 7:05 – 8:00, Ö1
Mehr vom Richtigen – Der Psychiater und Psychotherapeut Michael Lehofer über Trauer und Krisenbewältigung
Der 70-Jährige trägt Baskenmütze und runde Brillen. Eigentlich wollte der Grazer Psychologe, Psychiater und Psychotherapeut Michael Lehofer katholischer Priester werden, doch die Atmosphäre, die in seinen jungen Jahren in der Kirche geherrscht hat, war ihm zu kalt, sagt er. So hat er eine andere seelsorgliche Ausbildung gemacht – und war bis vor kurzem auch ärztlicher Direktor im Landeskrankenhaus Graz II. „Es ist schön, wenn man sich mit existenziellen Dingen beschäftigen darf“, hält er fest. Und weil der erste Schritt für ein erfülltes Leben sei, Fragen zu stellen und damit das Wesentliche in den Blick zu nehmen, hat Ursula Unterberger Fragen an Michael Lehofer zusammengefasst.
Aufbruch und Hoffnung für morgen
Der Reformationstag erinnert an einen Aufbruch, der Europa und das Christentum nachhaltig verändert hat. Martin Luther hat der Überlieferung nach am Vorabend von Allerheiligen im Jahr 1517 seine 95 Thesen gegen den Ablasshandel an die Türe der Schlosskirche in Wittenberg geschlagen und damit die Lawine losgetreten. Doch die Reformation war kein singuläres Ereignis: In verschiedenen Ländern und über viele Jahrzehnte hinweg entstanden unterschiedliche reformatorische Bewegungen – auch in Österreich, wo sich im 16. Jahrhundert viele Menschen dem evangelischen Glauben zuwandten. Was bedeutet dieser Aufbruch heute? Welche Orientierung können die Kirchen aus ihrer Geschichte gewinnen – und welchen Beitrag leisten sie für eine Zukunft, in der Gerechtigkeit, Frieden und die Bewahrung der Schöpfung zählen? Ein Essay zum Reformationstag vom emeritierten evangelisch-lutherischen Bischof Michael Bünker.
Die Welten des Smart Eze
In Nigeria geboren, erlebte Smart Eze durch seine Verwundung als Soldat im Biafrakrieg und den Verlust seines Augenlichts einen existenziellen Umbruch. Trotz aller Widrigkeiten schaffte er es, in Wien Fuß zu fassen, und promovierte an der Universität im Fach Philosophie. Nach anfänglichen Schwierigkeiten bei der Jobsuche bewarb sich Smart Eze – nach einem Gespräch mit dem damaligen Bundeskanzler Bruno Kreisky – 1980 bei der UNO, die sich kurz zuvor in Wien niedergelassen hatte. Dort arbeitete er bis zu seiner Pensionierung. Nikolaus Hofer spricht mit Smart Eze über die verschiedenen Welten, die er im Laufe seines Lebens kennengelernt hat, und wie er andere Menschen inspirieren möchte.
Tanz der Heiligen im Himmel – Aspekte der Bibel
Offenbarung des Johannes 7,2-4.9-17
Die Kuppel der Saint Gregory’s Church in San Francisco zeigt die „Tanzenden Heiligen im Himmel“. Neben den bekannten Heiligen Teresa von Ávila oder Franz von Assisi tanzen dort auch Persönlichkeiten wie Anne Frank oder Gandhi. Am Fest Allerheiligen kann diese Darstellung eine Antwort auf die Frage sein, wer denn ein Heiliger oder eine Heilige ist. Die katholische Theologin und Leiterin der Akademie am Dom, Ingrid Fischer, erinnert auch an jene Heiligen, die wegen ihres Glaubens gewaltsam ums Leben kamen. Ihnen verheißt ein Abschnitt aus dem „Buch der Offenbarung des Johannes“, der am Fest Allerheiligen für katholische Gottesdienste vorgesehen ist: Sie werden an Quellen geführt, „aus denen das Wasser des Lebens strömt“.
Moderation: Brigitte Krautgartner
