Sonntag 22. Januar 2017
14. März 2016

Theologische Fakultät startet "Poetikdozentur"

Initiator und Theologe Tück: "Literatur rezipieren bedeutet für Theologen immer auch, in eine Sprachschule zu gehen"

Sibylle Lewitscharoff (Schriftstellerin, Deutschland), Foto: www.stephan-roehl.de

Die Katholisch-Theologische Fakultät der Universität Wien öffnet ein weiteres Forschungsfeld - und dies gleich mit prominenter Besetzung: So startet an der Fakultät ab 19. April eine neue "Poetikdozentur", in deren Rahmen Autorinnen und Autoren das Verhältnis von Literatur und Religion neu ausloten werden, wie die Universität Wien am Montag in einer Aussendung mitteilt. Den Anfang macht am 19. April die Büchner-Preisträgerin Sibylle Lewitscharoff ("Mit Dante über Dante hinaus. Zum Verhältnis zwischen Literatur und Religion"), es folgen am 20. Mai der Schweizer Schriftsteller Thomas Hürlimann ("Der Club der Atheisten. Erfahrungen eines Klosterschülers") und am 16. Juni die Bachmann-Preisträgerin 2015, Nora Gomringer ("Man sieht's. Der Gott zwischen den Zeilen der Nora G.").

Ziel der "Poetikdozentur" sei ein interdisziplinärer Austausch und eine Überwindung von Gräben, die es zwischen Literatur, Literaturwissenschaft und Theologie noch immer gebe, so der Wiener Dogmatiker und Initiator der Dozentur, Jan-Heiner Tück. "Noch sind Literaturwissenschaft und Theologie wenig miteinander im Gespräch. Hier wollen wir einen Gegenimpuls setzen, um wechselseitige Vorbehalte auszuräumen". Tück selbst setzt sich in seiner wissenschaftlichen Arbeit intensiv mit der Gegenwartsliteratur und ihren religiösen Implikationen auseinander. So hat er u.a. über Religion bei Peter Handke und bei Martin Walser publiziert und entsprechende Symposien an der Universität Wien initiiert.

"Wie Trüffelschweine"
Theologen, die sich mit Literatur befassen, neigten derzeit häufig dazu, "schöne Stellen zu suchen, gewissermaßen wie ein Trüffelschwein Literatur abzusuchen", um einen Text oder eine Predigt zu illustrieren, so Tück. Was dabei zu kurz komme, sei der Kontext. "Umgekehrt kann man bei Literaturwissenschaftlern nach wie vor eine gewisse Reserve gegenüber religiösen Themen feststellen. Das hängt teilweise mit antikirchlichen Affektlagen und der Sorge zusammen, Literatur theologisch zu funktionalisieren." Beide Haltungen gelte es, aufzubrechen.

Darüber hinaus könne die Theologie viel von der Literatur lernen, zeigt sich Tück überzeugt: "Literatur rezipieren bedeutet für Theologen immer auch, in eine Sprachschule zu gehen" - schließlich gebe es in der Theologie zunehmend "verbrauchte Vokabulare", das Bedürfnis nach neuen Bildern und Sprachspielen sei groß. "Insofern würde ich sagen, ist nicht nur die Philosophie, sind nicht nur die Humanwissenschaften wichtige Referenzpunkte für die Gegenwartstheologie, sondern auch die Literatur."

"Reduktion der Wirklichkeit durchbrechen"
Der Zugang, der auch im Rahmen der "Poetikdozentur" gewählt werden soll, setzt laut Tück bewusst nicht beim Offensichtlichen an; es gehe nicht darum, explizite Reflexionen auf religiöse Fragen in Literatur auszumachen, sondern "über anthropologische Grenzerfahrungen - Liebe, Trauer Tod - den Zugang zu finden". Es gebe zahlreiche Autoren der Gegenwart, die über solche Grenzerfahrungen schreiben und dabei eine sprachliche Dichte erreichen, "die gar nicht religiöses Vokabular bemühen muss; wo im Subtext eigentlich schon die metaphysische Obdachlosigkeit, aber auch eine Reduktion der Wirklichkeit auf das nur-Sichtbare durchbrochen wird".

Die Universität Wien ist eine der ältesten und größten Universitäten Europas: An 15 Fakultäten und vier Zentren arbeiten rund 9.700 Mitarbeiter, davon 6.800 Wissenschafter. Die Universität Wien ist damit auch die größte Forschungsinstitution Österreichs sowie die größte Bildungsstätte: An der Universität Wien sind derzeit rund 92.000 nationale und internationale Studierende inskribiert. Mit über 180 Studien verfügt sie über das vielfältigste Studienangebot des Landes.

» Weitere Infos zur "Poetikdozentur": http://dg-ktf.univie.ac.at/poetik

 

Quelle: kathpress

24. Februar
2016

Aufregung um katholisches EU-Magazin "EuropeInfos"

Die Bischofskonferenzen Polen und Ungarn haben das Online-Magazin der Kommission der katholischen EU-Bischofskonferenzen ComECE aufgefordert, kritische Artikel zurückzuziehen

02. November
2015

"So leben, dass man jede Nacht sterben könnte"

Wiener Dogmatiker Tück im "Sonntag"-Interview: Art und Weise des Lebens beeinflusst Art und Weise des Sterbens

05. Mai
2015
Symposion an Uni Wien

"Auch der Unglaube ist nur ein Glaube"

Tagung zum Schaffen Arnold Stadler am 11. und 12. Mai mit Festvortrag des deutschen Schriftstellers - Tück: Stadler wendet sich gegen Tabuisierung von "Gott" in der Literatur

comments powered by Disqus
Fotogalerien zurück #weiter#
Franziskus wird 80
Pressekonferenz Biko 2016
Schönborn & Bünker
Herbstvollversammlung 2016
Bischofskonferenz
Schönborn in Ägypten
Verkündschafter
Kongress 7.-8. Oktober 2016
Videos zurück #weiter#
image
Papst: Gebetsmeinungen
Jänner 2017
image
Geburtstagswünsche
80 Jahre Papst Franziskus
image
Papst wünscht Frohe Weihnachten
In Zeichensprache
image
Papst: Gebetsmeinungen
Dezember 2016
image
Pray. Skate. Live.
Passions of a fransican friar.
Audio zurück #weiter#
Kardinal Schönborn
Wissenschaft und Glaube
"Wir brauchen das Ehrenamt"
Freiwilligenmesse-Initiator Walk
"Gemeinsam am Weg"
KJ-Vorsitzende zu 70 Jahre KJ
70 Jahre KJÖ
Jugendbischof Turnovszky
Menschenpflichten?
Jan & Aleida Assmann im Gespräch
Tipps zurück #weiter#
Die Propstei St. Gerold
So., 22.01. | 16:30 | ORF 2
Orientierung
So., 22.01. | 12:30 | ORF 2
Katholischer Gottesdienst
So., 22.01. | 09:30 | ORF 2
Radiogottesdienst
So., 22.01. | 10:00 | ÖR
Ordens-ABC
Die Ordensgemeinschaften Österreichs im Überblick
Woanders zurück #weiter#
Jänner 2017
Die katholisch.at-Presseschau
Dezember 2016
Die katholisch.at-Presseschau
November 2016
Die katholisch.at-Presseschau
Oktober 2016
Die katholisch.at-Presseschau
September 2016
Die katholisch.at-Presseschau
Blogportal
Ulrike Hofstetter | 28.12.2016

Mundgerechte Happen - schwer verdaulich

Meine Freundin Frieda hat jetzt eine neue App auf ihrem Handy. Eine Bibel App.
Paul Wuthe | 14.12.2016

Katholische Kirche Anno Domini 2016

Ökumene, Familie, Flüchtlinge, Barmherzigkeit und Kirchenreform - die großen...
Paul Wuthe | 28.11.2016

Bundespräsidentenwahl mit zwiespältigen religiösen Signalen

Keine Wahlempfehlung, aber der Versuch einer Einordnung einer...
Kalender
22.01.2017 | 07:15
Jugendmesse im Dom
Wir feiern Gottesdienst. Musik, aktuelle Ereignisse, Bibel lesen heute, unsere Sprache, unsere... mehr »
22.01.2017 | 09:00 | Passail
Weltladen der kmb und Pfarrcafe
8 Mal im Jahr Gemeinschaft mit der ganzen Welt mehr »
22.01.2017 | 09:30 | Wels
Medienreferat der
Österreichischen
Bischofskonferenz

Stephansplatz 4/6/1
A-1010 Wien
©2017 Medienreferat der Österreichischen Bischofskonferenz. Alle Rechte vorbehalten.
http://www.katholisch.at/
Darstellung: