Der Katholische Familienverband stellte eine Studie zur Lebenssituation der Eltern in Österreich vor
![]() |
|
|
KFÖ-Generalsekretärin Luef, Motivforscherin Karmasin und KFÖ-Präsident Steindl |
|
Wien, 22.04.2010 (KAP) Eltern in Österreich sind mit ihrer eigenen Lebenssituation durchaus zufrieden. Von Seiten der Politik und der Gesellschaft fühlen sie sich jedoch zu wenig wertgeschätzt. Das ist eines der zentralen Ergebnisse einer neuen Studie der "Karmasin Motivforschung" im Auftrag des Katholischen Familienverbandes Österreichs (KFÖ). Demnach sehen 87 Prozent der Eltern ihre Lebenssituation positiv. 55 Prozent fühlen sich aber von Politik und Gesellschaft nicht ausreichend ernst genommen. Und nur 45 Prozent der befragten Elternteile bezeichneten Österreich als "kinderfreundliche Gesellschaft". Rund ein Drittel der Eltern ist zudem von finanziellen Sorgen geplagt.
"Es scheint, dass die Rahmenbedingungen verbessert werden müssen", sagte Motivforscherin Sophie Karmasin am Donnerstag bei der Präsentation der Studie in Wien. "Besonders nicht berufstätige Mütter erfahren eine geringere Wertschätzung. Damit scheint eine Image-Umkehr stattgefunden zu haben zugunsten berufstätiger Mütter." KFÖ-Präsident Prof. Clemens Steindl sprach angesichts der Umfrageergebnisse wörtlich von einem "düsteren Bild" bei der gesellschaftlichen und politischen Wertschätzung der Familien. "Wir müssen uns stärker für Familien einsetzen." Die Leistungen der Familien für die Gesellschaft sollten in der volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung ausgewiesen werden, schlug Steindl vor. "Dadurch würde die Diskussion über Familiengelder einen anderen Stellenwert bekommen, weil es sich nicht um 'politische Almosen' handelt, sondern um die finanzielle Abgeltung der Familienarbeit." Viele berufstätige Eltern mit Politik unzufrieden Kernthemen der Studie, die auf Basis einer Telefonerhebung unter 500 Eltern durchgeführt wurde, sind "Erziehung", "Schule" und "Vereinbarkeit von Beruf und Familie". Vier von zehn Eltern sind etwa der Meinung, dass die Politik noch mehr für eine bessere Vereinbarkeit tun müsse. Dabei herrscht die größte Unzufriedenheit in jener Gruppe, wo beide Elternteile berufstätig sind. Unter den berufstätigen Müttern zeigt sich indes eine allgemein hohe Zufriedenheit mit den vom Arbeitgeber eingeräumten Möglichkeiten, Beruf und Familie zu vereinbaren. Der Großteil der Eltern schätzt sich als gute Mutter bzw. guter Vater ein. Dennoch räumten drei von vier Elternteilen bei der Umfrage ein, sich in Erziehungsfragen teilweise überfordert zu fühlen. Beinahe jeder zweite Elternteil (47 Prozent) sieht sich zudem bei der Kindererziehung nicht ausreichend von der Politik unterstützt. Mit der Schulsituation ihrer Kinder sind über 60 Prozent der Mütter und Väter zufrieden. Laut Angaben der Eltern leiden aber 45 Prozent der Kinder unter Leistungsdruck. "Besonders Kinder von Müttern, die mehr als 20 Stunden pro Woche arbeiten, sind diesem Druck ausgesetzt", führte Motivforscherin Karmasin aus. Beinahe die Hälfte aller befragten Eltern müsse ihre Kinder bei den Hausaufgaben unterstützen. "Eine Bildungsreform, die diesen Missstand ausmerzt und auch die teuren Nachhilfekosten minimiert ist dringend notwendig", forderte KFÖ-Präsident Steindl. Wien: Fachtagung "Eltern unter Druck" Anlass für die Studie ist die Fachtagung "Eltern unter Druck", die der Katholische Familienverband am 28. April in Wien veranstaltet. Familienexperten wie die deutsche Sozialwissenschaftlerin Christine Henry-Huthmacher von der Konrad-Adenauer-Stiftung, aber auch Psychotherapeuten, Schulpsychologen und Erziehungsberater werden bei der Tagung die Lebenssituationen und Bedürfnisse von Eltern beleuchten. Geklärt werden soll die Frage, warum Eltern heute mehr denn je Unterstützung von Gesellschaft und Politik brauchen. Linktipp:







